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Haus der Geschichte Baden-Württemberg 2022: Vom Steinkind bis Stauffenberg

Mit zahlreichen Projekten und Neuerungen geht das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in sein Jubiläumsjahr 2022. Der Umbau mehrerer Ausstellungsbereiche im Land wird vollendet oder begonnen, bevor im Dezember der 20. Geburtstag des Museums an der Konrad-Adenauer-Straße in Stuttgart gefeiert wird. Das Themenfeld ist weit: Ein mysteriöses Steinkind und die Wissenschaft, der Women’s March für eine bessere Zukunft, jüdische Beziehungsgeschichten und der Hitler-Attentäter Stauffenberg sind nur einige der Beispiele.

Im Stuttgarter Museum kann ab sofort der komplett neu gestaltete Bereich „Wissenschaft und Forschung“ besichtigt werden (weitere Informationen folgen in einer separaten Pressemitteilung). Zudem werden die ABC-Vitrinen im Eingangsbereich derzeit mit historischen und aktuellen Zukunftsobjekten bestückt. Und gegen Ende des Jahres steht mit der Landesgeschichte nach 1945 der Umbau eines der zentralen Bereiche des Museums an. „So wie sich Geschichte und die Wahrnehmung von Geschichte laufend verändern, so erneuern und verändern wir auch das Gesicht unserer Dauerausstellung andauernd“, so die Direktorin.

Visionär von A bis Z wird der Eingangsbereich: Die Vitrinen vor dem Haus der Geschichte und im Foyer werden derzeit mit „26 Beiträgen für eine bessere Zukunft“ bestückt. Mit welchen Ideen und Entwicklungen wollten und wollen die Menschen früher und heute Probleme lösen und Wege ebnen? Die Ausstellung spannt den Bogen vom Eisenbahnpionier im 19. Jahrhundert bis zum Sportgerät in Corona-Zeiten, vom Asylrecht über den Jazz bis zum Zivilschutz. „Auslöser waren die aktuellen Debatten und Demonstrationen zu Themen wie Klimawandel, Globalisierung und Wirtschaftsethik“, sagte Kurator Dr. Immo Wagner-Douglas. „Das neue Baden-Württemberg ABC sucht nach historischen Auswegen aus Krisen und will damit Diskussionen für das Heute anstoßen.“

Wie das schönste aller Gefühle Menschen im Land zusammenhält und stärkt, aber auch verboten oder fanatisch sein kann, erzählt die Große Landesausstellung „Liebe. Was uns bewegt“. Der dritte Teil der Ausstellungstrilogie „Gier. Hass. Liebe“ beginnt im Jahr des 70. Geburtstags Baden-Württembergs, am 14. Oktober 2022, und wird bis zum 23. Juli 2023 zu sehen sein. „Nachdem in den ersten beiden Trilogie-Teilen ,Gier‘ und ,Hass‘ die gesellschaftszerstörenden Aspekte von Emotionen im Vordergrund standen, wird ,Liebe‘ vor allem die Frage nach einem positiven Beitrag für den Zusammenhalt von Gesellschaft aufwerfen“, blickte Ausstellungsleiter Dr. Rainer Schimpf voraus. „Wie kann Liebe eine politische Kultur unterstützen, die sich gegen Ausgrenzung und Entwertung von Menschen stellt? Wie hilft Liebe, die Vorstellung von Gerechtigkeit und Werten zu stärken? Wie könnte sie Spaltung und Zerfall verhindern?“

Liebe ist bei Menschen-am-Neckar.de immer wieder im Spiel. Das Digitalprojekt erweitert seit gut zwei Monaten die Ausstellung „Stadt – Land – Fluss: Der Neckar“ im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in den virtuellen Raum und wächst immer mehr. Auf der Website können Menschen ihre Geschichten teilen, die sie mit dem Neckar verbinden. Auch für InGe wird es in diesem Jahr weitere Inhalte geben – aus dem neuen Wissenschaftsbereich und anderen Teilen der Dauerausstellung. Der digitale, interaktive Museumsguide ging im Sommer 2021 an den Start; die Nutzungsquote der Web-App hat sich im ersten halben Jahr erfreulich entwickelt.

Das Haus der Geschichte ist von Anfang an nicht nur im Museum an der Stuttgarter Konrad-Adenauer-Straße aktiv, sondern mit vielen Ausstellungen in Baden-Württemberg. Vor wenigen Wochen hat unter Federführung des HdGBW der Umbau des Museums zur Geschichte von Juden und Christen in Laupheim zur „national bedeutsamen Kultureinrichtung“ begonnen; sie soll bis Herbst 2023 fertiggestellt sein.

Im Alten Schloss in Stuttgart entsteht ein neuer Typus Erinnerungsstätte: Für Ende 2022 plant das Haus der Geschichte die Wiedereröffnung der Stauffenberg-Erinnerungsstätte. Sie wird die Biografie des Hitler-Attentäters Claus Graf Stauffenberg und seine tragende Rolle am 20. Juli 1944 ins Zentrum stellen. Ein raumgreifendes Bühnenbild soll den gescheiterten Anschlag visualisieren. Originale Exponate werden in außergewöhnlichen Vitrinen präsentiert. Interaktive Medienstationen und künstlerische Installationen schaffen einen Bildraum, der ebenso die Dramaturgie von Attentat und Umsturzversuch aufgreift wie die Tragödie des Scheiterns und deren weitreichende Folgen. Über einen interaktiven Multitouch-Medientisch können die Ereignisse am 20. Juli an verschiedenen Orten wie Berlin, Paris, Prag, Stuttgart und Wien nachvollzogen werden; Biografien verdeutlichen die Breite der Widerstandsbewegung gegen Hitler und den Nationalsozialismus. Projektleiterin Cornelia Hecht-Zeiler: „Die Ausstellung blickt aus mehreren Perspektiven auf Stauffenberg und den 20. Juli. Und wir thematisieren die bis heute umstrittene Erinnerung in Deutschland und in anderen Ländern an die Person Stauffenberg und den Umsturzversuch nach 1945.“

Weitere Informationen unter: https://www.hdgbw.de/


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Herausgeber: Landesbildungsserver Baden-Württemberg
Quelle: https://www.schule-bw.de

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