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„Ich wollte ja durch meine Tat noch größeres Blutvergießen verhindern.“ Erinnerung an den Widerstandskämpfer Georg Elser – 80 Jahre nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 8. November 1939

Am 8. November 2019 jährt sich das Attentat des Königsbronner Widerstandskämpfers Georg Elser im Münchener Bürgerbräukeller zum 80. Mal. Aus diesem Anlass finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich dem Leben und (Nach-)Wirken des Hitler-Attentäters widmen. Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) unterstützt die Erinnerung an den Königsbronner Schreiner mit mehreren Angeboten. Dazu zählen auch Publikationen und eine Ausstellung.

Publikationen der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)
 
Aus der LpB-Reihe „MATERALIEN“
„Ich habe den Krieg verhindern wollen“
Der Hitler-Gegner Georg Elser und sein Attentat vom 8. November 1939 – die Motive, Vorbereitungen und Folgen.
Stuttgart, 2014, 66 Seiten, kostenlos. Ab einem Gewicht von 500 g werden die Versandkosten in Rechnung gestellt. 
Das Lese- und Arbeitsheft in der LpB-Reihe „MATERIALIEN“ gliedert sich in Texteinheiten und Arbeitsblätter mit Dokumenten, Quellentexten, Fotografien und Aufgaben. Die Arbeitsaufträge geben Anregungen zum selbstständigen Erkunden der Geschichte, zur Auseinandersetzung mit Elsers Tat sowie zur Reflexion über Widerstand, Zivilcourage und Erinnerungskultur.
 
Georg Elser. Der Hitler-Attentäter
Hrsg.: Peter Steinbach/Johannes Tuchel
Sonderausgabe der Zentralen für politische Bildung
Berlin 2010 , 368 Seiten, 6,50 Euro zzgl. Versandkosten.
Die wissenschaftlichen Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, Prof. Dr. Peter Steinbach und Prof. Dr. Johannes Tuchel, beschreiben Elsers Weg in den Widerstand, rekonstruieren die Vorbereitungen des Anschlags und dessen Folgen. Der Band enthält zudem das vollständige Protokoll des Gestapo-Verhörs vom 19. bis 23. November 1939 in Berlin sowie zahlreiche weitere Dokumente.
 
Georg Elser. Allein gegen Hitler
Ulrich Renz
Sonderausgabe der Zentralen für politische Bildung
Stuttgart 2014, 116 Seiten, 6,50 Euro zzgl. Versandkosten.
Der Elser-Forscher Ulrich Renz, zugleich ehrenamtlicher Mitarbeiter der Georg Elser Gedenkstätte Königsbronn, fasst in dieser Biografie die Lebensgeschichte des Hitler-Attentäters und die Aufarbeitungsgeschichte im Nachkriegsdeutschland konzis zusammen und bezieht zugleich zahlreiche unterschiedliche Quellen ein.
 
Landeskundliches Faltblatt „Menschen aus dem Land“ (Nr. 15/2010)
Georg Elser (1903–1945)
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Stuttgart 2010, kostenlos. Ab einem Gewicht von 500 g werden die Versandkosten in Rechnung gestellt. 
 
Die Publikationen sind erhältlich unter https://www.gedenkstaetten-bw.de/materialien_elser.html#c32818
 
Wanderausstellung
 
„Ich habe den Krieg verhindern wollen – Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939“
Die Wanderausstellung ist ein Angebot der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, realisiert mit Förderung durch die Baden-Württemberg Stiftung. Sie zeigt die politisch-moralische Motivation Elsers und seinen aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Insgesamt 29 Ausstellungsfahnen stellen sein Leben, die Hintergründe zum Bombenanschlag sowie die anschließenden Vernehmungen durch die Gestapo dar. 
Die Ausstellung ist derzeit bis zum 30. November 2019 im Hauptzollamt in Singen zu sehen.
 
Nähere Informationen, Termine und Stationen unter https://www.gedenkstaetten-bw.de/termine_elser.html
 
Veranstaltungen in Baden-Württemberg
 
Auch an zahlreichen Orten in Baden-Württemberg ist der Jahrestag des Attentats Anlass für Veranstaltungen. Unter anderem die Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronn und das Hotel Silber in Stuttgart bieten in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm.
 
Szenische Lesung mit Musik von “freywolf“
Georg Elser – Allein gegen Hitler
8. November, 19.00 Uhr, Landratsamt Konstanz
In der szenischen Lesung kommt Georg Elser selber zu Wort. In verblüffender Einfachheit wird anhand des Protokolls sein Leben von der Kindheit über den Beruf bis zu jener kritischen Zeit dargestellt, in der er den Anschlag auf Hitlers Leben am 8. November 1939 im Münchner „Bürgerbräukeller“ vorbereitete und ausführte. Sehr präzise, mit Beispielen aus dem Alltag der Menschen, begründete er seine Motive. Er sah die Abschaffung der Bürgerrechte und den heraufziehenden gnadenlosen Krieg. In einer Zeit, in der sich Millionen von der Propaganda steuern ließen und dachten, man könne nichts tun, handelte der 36jährige Schreiner aus Königsbronn.
Die Gruppe „freywolf“ vertieft und illustriert die szenische Lesung mit bewegenden Liedern aus dem Widerstand. Auch eindrucksvolle Eigenkompositionen wie „Schorsch was machsch‘“, „Nur ein kleiner Finger fehlt“ oder „Ein Koffer erzählt“ verdeutlichen eindrucksvoll die Zeit und die Person Georg Elser.
Link: Elser in Konstanz: www.georg-elser-gedenkstaette.de/aktuelles/termine/
 
Podiumsdiskussion
Georg Elser und seine Wirkung – Ein Podiumsgespräch mit Franz Hirth
13. November, 19.00 Uhr, Foyer Hotel Silber, Stuttgart
Nach dem Attentat Georg Elsers auf Hitler ermittelte die Gestapo auch in Stuttgart, wo Elsers Schwester Maria und sein Schwager Karl Hirth lebten. Sie wurden am 13. November 1939 verhaftet. An diesem Tag kam auch der zehnjährige Franz zusammen mit seinem Vater in das „Hotel Silber“. Hier musste er viele Stunden warten, ehe er zunächst in ein Waisenhaus und einige Zeit später zu seiner Großmutter nach Königsbronn gebracht wurde. Seine Eltern sah er erst im März 1940 wieder.
Am 13. November 2019 im „Hotel Silber“ berichtet er von seinen Erinnerungen und schildert, wie das Attentat seines Onkels sein Leben veränderte. Gemeinsam mit Joachim Ziller (Leiter der Georg Elser Gedenkstätte Königsbronn), Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger (Direktorin des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg) und Schülerinnen und Schülern aus Stuttgart, die sich im Vorfeld mit der Geschichte des Attentats beschäftigten, spricht er darüber, weshalb es heute wichtig ist, an Georg Elser zu erinnern: Welche Bedeutung hat die Auseinandersetzung mit Georg Elser und dem Widerstand für heute und die Zukunft? Moderiert wird das Gespräch von Andreas Schulz (LpB).
Link: Elser im Foyer Hotel Silber: www.hdgbw.de/veranstaltungen/detail/news/georg-elser-und-seine-wirkung/
 
Gesprächsreihe des Landtags von Baden-Württemberg
Wertsachen – Was uns zusammenhält
20. November 2019, 18.30 Uhr, Kulturhalle Hammerschmiede, Königsbronn
Artikel 20 des Grundgesetzes sagt unter anderem, dass Bürgerinnen und Bürger das Recht zum Widerstand haben. Es richtet sich gegen Versuche, die verfassungsmäßige Ordnung unseres Landes umzustürzen – „wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“.
Der Artikel wurde 1968 in die Verfassung aufgenommen. Seine Bedeutung soll am Heimatort des Hitler-Attentäters Georg Elser behandelt werden. Artikel 20 Absatz 4 ist ein Appell an jede Einzelne, an jeden Einzelnen, so zu handeln, dass wir ihn niemals brauchen. Demokratie lebt vom Engagement: In diesem Sinne sind alle Bürgerinnen und Bürger Verfassungsschützerinnen und Verfassungsschützer. Was jede Einzelne und jeden Einzelnen motiviert, sich einzusetzen für die Werte des Grundgesetzes – darüber diskutieren an diesem Abend der wissenschaftliche Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Dr. Peter Steinbach, die Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer und die Zweite Vorsitzende des Vereins Gedenkstätte Bisingen, Dr. Ines Mayer, mit dem Publikum.
Programm (Download als PDF): www.lpb-bw.de/fileadmin/lpb_hauptportal/pdf/veranstaltungen/wertsachen__8_einladung.pdf
 
Weitere Informationen unter https://www.gedenkstaetten-bw.de/georg_elser.html
 
Kontakt:
Daniel Henrich, Fachreferent der Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)
Lautenschlagerstraße 20, 70173 Stuttgart (Nähe Hbf)
Telefon 0711/164099-64, daniel.henrich@lpb.bwl.de, www.lpb-bw.de