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Stuttgarter Justiz erinnert an NS-Unrecht

Die Stuttgarter Justiz erinnert mit einer Dauerausstellung an das in der NS-Zeit begangene Unrecht. Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg hat in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Oberlandesgericht und dem Landgericht Stuttgart das Projekt konzipiert und realisiert.

Die Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ kann vom 30. Januar 2019 an besucht werden. Sie umfasst eine Dokumentation im 1. Obergeschoss des Landgerichts sowie Stelen auf dem Vorplatz an der Urbanstraße 20. Die Stelen sind den 423 Menschen gewidmet, die von 1933 bis 1944 im nördlichen Lichthof des alten Justizgebäudes hingerichtet wurden.

Die Ausstellung dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz. Diese zielte zunächst auf die Ausschaltung politischer Gegner und die Unterdrückung einer kritischen Öffentlichkeit. Während des Zweiten Weltkriegs verhängte das Sondergericht Stuttgart dann 60 Prozent der Todesstrafen in Prozessen wegen Eigentums- und Wirtschaftsdelikten. Für ein Todesurteil des Volksgerichtshofs reichte die Kritik an der nationalsozialistischen Kriegführung aus.

Die Dokumentation beleuchtet die Biografien der Richter und Staatsanwälte beim Sondergericht und bei den Strafsenaten des Oberlandesgerichts, die an Todesstrafen mitwirkten. Die meisten von ihnen waren von 1950 an wieder in der Justiz tätig. Ein weiterer Ausstellungsbereich erinnert an 73 jüdische Juristen und Juristinnen aus dem Landgerichtsbezirk Stuttgart, die in der NS-Zeit entrechtet, ermordet oder in die Emigration gezwungen wurden.

Der Katalog zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ ist an der Pforte des Landgerichts sowie im Museumsshop erhältlich und bestellbar per E-Mail unter museumsshop@hdgbw.de. Unter dem Titel „Nachdenken über den Rechtsstaat“ ist ein Begleitprogramm der Kooperationspartner mit Führungen, Vorträgen, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen u.a mit Generalstaatsanwalt Achim Brauneisen geplant.

Informationen zur Ausstellung finden sich im Internet unter www.hdgbw.de/ausstellungen/projekte/

Dauerausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg im
Landgericht Stuttgart, Urbanstraße 20, 70182 Stuttgart, Vorplatz und 1. Obergeschoss
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung für Führungen: besucherdienst@hdgbw.de, Tel. 0711/212-3989
Ausstellungkatalog: 228 Seiten, 200 Abbildungen, 20 Euro (museumsshop@hdgbw.de)

 

Öffentliche Führungen

Kurzführungen (ca. 30 Minuten) der Ausstellungskuratorin Dr. Sabrina Müller:
Dienstag, 12. Februar, 12.00 Uhr
Mittwoch 13. Februar, 17.00 Uhr
Donnerstag 14. Februar, 12.00 Uhr
(Treffpunkt: Foyer 1. Stock des Landgerichts)

Historischer Rundgang im Justizviertel (ca. 90 Minuten) mit Matthias Merz, Oberlandesgericht:
Freitag, 22. Februar, 17.00 Uhr
Dienstag, 26. März, 17.00 Uhr
(Treffpunkt: Foyer 1. Stock des Landgerichts)

„Spurensuche zur Stuttgarter Justizgeschichte“ (vom Marktplatz ins Justizviertel) mit Matthias Merz:
Dienstag, 26. Februar, 17.00 Uhr
Freitag, 5. April, 17.00 Uhr
(Treffpunkt: Marktbrunnen, Marktplatz Stuttgart)

 

Kontakt:

Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Kommunikation

Joachim Rüeck

presse@hdgbw.de

Tel. 0711.212.39.65

www.hdgbw.de