Die Handreichungen zum Thema Medienbildung, Unterrichtsmaterial und Linkvorschläge

Richtig zitieren – Plagiate vermeiden

Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Der Umgang mit Zitaten stellt für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung dar. In Referaten, Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen, v.a. auch in der Jahresarbeit, die im Seminarkurs verfasst wird, müssen die Lernenden in vielen Fächern Texte, die ihnen vorgelegt wurden oder die sie in Büchern oder im Internet gefunden haben, auswerten und zitieren. Immer wieder kommt es vor, dass sie Teile aus diesen Texten ohne jede Quellenangabe kopieren, ohne zu merken, dass dies ein Plagiat darstellt. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler um die Problematik wissen, ist es für sie oft nicht leicht herauszufinden, wie man mit diesen Zitaten konkret verfahren muss. Die hier vorgelegten Arbeitshilfen sollen hierfür eine Orientierung geben.

Der Themenbereich "Richtig zitieren" des Landesbildungsservers Baden-Württemberg ist kompetenzorientiert und differenzierend angelegt.

Kompetenzorientierung

Die Leitidee aller hier angebotenen Blätter besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler Hilfen dabei bekommen, ihre Fertigkeiten im Umgang mit fremden Texten zu erweitern. Es geht also nicht darum, ein bestimmtes Regelwerk sozusagen zum Auswendiglernen zu vermitteln. Das widerspräche dem Grundgedanken des kompetenzorientierten Unterrichts, und es wäre schon deswegen nicht möglich, weil es kein solches einheitliches, von jedermann akzeptiertes Regelwerk gibt.
Die grundlegende Unterscheidung zwischen den Regelwerken liegt in der Form der Quellenangabe: Die deutsche Zitierweise verwendet Fußnoten, die eine komplette Quellenangabe enthalten (wobei es Sonderregeln für Folgezitate gibt), während die amerikanische oder Harvard-Zitierweise hinter jedem Zitat nur den Verfassernamen und die zitierte Seite anfügt. Die zuletzt genannte Zitierweise ist auch für Schülerinnen und Schüler relativ einfach zu handhaben. Die entscheidende Gemeinsamkeit beider Regelwerke besteht in dem Prinizip, dass es immer möglich sein muss, den Ursprung (die Quelle) eines jeden Zitats zweifelsfrei aufzufinden; hierfür sind beide Regelwerke gleich gut geeignet.

Auseinandersetzung mit Quellen – ein Lernprozess

Die Auseinandersetzung mit Quellen kann man in sieben Schritte aufgliedern, die nicht unbedingt alle in der hier vorgeschlagenen Reihenfolge gegangen werden müssen. Vor allem Schritt 6 (das Abfassen der eigenen Arbeit) kann auch an den Anfang gestellt werden, was dann bedeutet, dass der eigene Text immer wieder umgeschrieben, ergänzt und überarbeitet wird. Dies sollten die Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren.

  1. Die Feststellung des Bedarfs: Vor allem wenn die Schülerinnen und Schüler selbständig nach Quellen für Hausarbeiten oder Referate suchen, müssen sie zuerst einmal herausfinden, wonach sie suchen, damit die Recherche zielgerichtet verlaufen kann.
  2. Die Recherche: Das Internet und die Bibliotheken (v.a. Stadt- und Schülerbüchereien) sind derzeit die wichtigsten Orte für eine Recherche nach Material, in dem sich nützliche Informationen finden lassen. Damit die Recherche im Internet sich nicht auf die Suchmaschine Google beschränkt, kann die Themeneinheit
    Recherche mit Suchmaschinen verwendet werden.
  3. Die Bewertung der Quellen: Hat man einmal einige Quellen gefunden, dann müssen diese in Hinblick auf ihren Nutzen für die Arbeit und ihre Qualität bewertet werden, damit die besten Quellen für die Weiterarbeit ausgewählt werden können. Diese Qualitätskriterien sind u.a. abhängig vom Schulfach und von der Altersstufe. Dieses Thema sollte im Unterricht besprochen werden.
  4. Das Verständnis der Quellen: Die ausgewählten Texte werden nun untersucht und interpretiert, so dass ein sicheres Verständnis erarbeitet werden kann.
  5. Die Auswahl der zentralen Textpassagen: Bei der Lektüre der Quellentexte zeigt sich, dass einige Absätze des Textes die Grundideen der Autorinnen und Autoren oder die zentralen Informationen enthalten. Diese Textpassagen werden als Zitate ausgesucht.
  6. Das Abfassen der Arbeit: Während die Schülerinnen und Schüler die Texte sichten, die sie verwenden wollen, beginnen sie, ihre Arbeit zu verfassen.
  7. Das Zitat: Wenn der eigene Text verfasst ist und die Zitate eingefügt sind, beginnt die Feinarbeit. Hierfür können die Arbeitshilfen dieser Unterrichtseinheit herangezogen werden.

Differenzierung

Das Arbeitsmaterial zum Thema "Richtig zitieren" wird auf drei Schwierigkeiststufen angeboten. Diese Schwierigkeitsgrade sind nicht mit den Niveaustufen der Gemeinschaftsschule gleichzusetzen. Vielmehr soll den Unterrichtenden und den Lernenden die Möglichkeit gegeben werden, das jeweils passende Niveau selbst herauszusuchen.

  1. Beim Arbeitsmaterial für Stufe 1 wurde auf eine einfache Sprache geachtet; die Hinweise zu den Quellenangaben sind hier nicht ausgearbeitet, d. h. es wird den Lernenden vorgeschlagen, die nötigen Quellenangaben vollständig hinter ein Zitat zu setzen. In der vorliegenden Form eignet sich das Blatt auch für die Arbeit in Haupt- und Werkrealschulen und auf dem grundlegenden Niveau der Gemeinschaftsschule:
    Richtig zitieren - Stufe 1.
  2. Für Stufe 2 gibt es zwei Arbeitsblätter: ein umfangreiches Blatt mit neun Beispielen und eine gekürzte Version. Hier wird den Schülerinnen und Schülern die Wahl zwischen einer Quellenangabe im Harvard-Stil, d.h. ohne Fußnoten, aber mit einer Quellenangabe in Klammern hinter dem Zitat, und der Quellenangabe in Fußnoten vorgeschlagen. Auf die Darstellung von Sonderfällen, wie etwa dem Zitat im Zitat, wurde hier verzichtet. Zu den Arbeitsblättern der Stufe 2: Kurzfassung und Langfassung.
  3. Bei den beiden Arbeitsblättern auf Stufe 3 (Langfassung und Kurzfassung) sind alle Sonderfälle mit eingearbeitet, die bei schulischen Referaten etc. relevant werden können. Auch hier werden die beiden grundlegenden Formen der Quellenangabe vorgestellt. Die Blätter des gehobenen Niveaus haben den Aspekt der Studienvorbereitung im Blick, d. h. wenn Schülerinnen und Schüler sich an den hier vorgestellten Regeln orientieren, können sie die so erworbenen Kompetenzen an der Universität weiterentwickeln und brauchen nicht vollständig umzulernen. Es ist freilich zu beachten, dass für Hausarbeiten an den Universitäten noch einmal komplexere Zitierregeln vorausgesetzt werden oder nur eine bestimmte Zitiertweise gestattet ist. Darauf wird in diesen Arbeitsblättern noch einmal hingewiesen.
    Stufe 3: Kurzfassung und Langfassung.

Die Rechtschreibregeln für Zitate

Einige Regeln für die Verwendung von Zitaten sind im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung festgelegt. Dies betrifft die Zeichensetzung und die Groß- und Kleinschreibung. An diesen Punkten haben die Schulen bzw. die Lehrerinnen und Lehrer keinen Spielraum für die Festlegung eigener Regeln, da die amtliche Regelung als offizielle Grundlage für die Rechtschreibung in Behörden in Deutschland gilt, also auch für Schulen. Damit bildet dieses Regelwerk auch die Grundlage für die Bewertung von Abschlussprüfungen, z.B. auch für die Korrektur von Abituraufsätzen. Für die Vorbereitung auf diese Prüfungen müssen die Schülerinnen und Schüler diese Regeln kennen und anwenden lernen, und zwar nicht nur im Fach Deutsch, sondern in allen Fächern.

Die Regeln für die Rechtschreibung bei Zitaten sind in der Übersicht zur Rechtschreibung zusammengestellt.

Dateiformate und Lizenz

Wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer der Klasse ein bestimmtes Blatt vorlegen will, das als Grundlage für den Umgang mit fremden Texten gelten soll, dann sind oftmals Anpassungen oder Zwischenstufen erforderlich. Damit die hier vorgelegten Arbeitsblätter leicht an die verschiedene Bedürfnisse angepasst werden können, stehen sie in den WORD- und OpenOffice-Dateiformaten bereit. Es kann z.B. nützlich sein, nur die Beispiele aus den Anleitungen herauszukopieren, um daraus ein Arbeitsblatt zu erstellen. Die Dateien zu beiden Dateiformaten sind in eigenen Verzeichnissen gespeichert: Word-Dateien und OpenOffice/Libre Office-Dateien. Zum leichteren Ausdrucken dienen die PDF-Dokumente.

Da alle Blätter unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, ist es gestattet, sie in beliebigen Medien zu veröffentlichen, sofern keine kommerzielle Absicht damit verfolgt wird und der Urheber genannt wird. Die Einzelheiten der Lizenzbedingungen sind am Ende dieses Absatzes verlinkt.
Sie können damit die Dateien auch in veränderter Form z. B. in eine Lernplattform hochladen oder auf der Schulhomepage Ihrer Schule publizieren, sofern Sie als Quelle der Ursprungsdateien den Landesbildungsserver Baden-Württemberg angeben. Auch bei den Zitaten, die als Beispiele in die Dateien eingefügt wurden, wurde darauf geachtet, dass nur Texte verwendet wurden, die entweder auch unter der gleichen Lizenz stehen oder die frei von Urheberrechten sind, so dass auch diese Zitate mit in die umgestalteten Fassungen übernommen werden dürfen. Auch die in den Arbeitshilfen verwendeten Bilder stehen unter der gleichen Lizenz.

Wie findet man Plagiate?

So leicht findet man heraus, ob ein Text schon irgendwo im Internet steht: Man sucht sich einen beliebigen, nicht zu langen Satz, am besten einen, der ein seltenes Wort enthält. Diesen gibt man ins Suchfeld einer Suchmaschine ein – am besten funktioniert hier Google. Entscheidend ist nun, dass man vor und hinter diesen Satz Anführungszeichen setzt. Steht der Satz schon irgendwo im frei zugänglichen Teil des Internet, dann ist die Chance groß, dass Google diese Seite anzeigt. Man kann dies ausprobieren, indem man einen Satz in dieser Weise von einem Wikipedia-Artikel in die Suchmaske der Google-Suche eingibt. Wenn jemand anderes diesen Satz verwendet hat, dann wird diese Seite angezeigt. Wenn nur der Wikipedia-Artikel diesen Satz verwendet, dann wird die entsprechende Seite der Wikipedia als Suchresultat angezeigt.
Findet man den gleichen Satz auf mehreren Internetseiten, dann ist es oft nicht leicht festzustellen, wer den Satz als Erster geschrieben hat und wer ihn übernommen hat.

Steht ein übernommener Satz in einem passwortgeschützten Bereich einer Website, dann kann er meist durch Suchmaschinen nicht gefunden werden.