Die Handreichungen zum Thema Medienbildung, Unterrichtsmaterial und Linkvorschläge

Die Rechtschreibregeln für Zitate

Einige Regeln für die Verwendung von Zitaten sind im amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung festgelegt. Dies betrifft die Zeichensetzung und die Groß- und Kleinschreibung. Weitere Vorschläge zum Umgang mit diesen Regeln findet man in den Hinweisen für Lehrerinnen und Lehrer. Das Dokument, in dem die Regeln für die Rechtschreibung festgelegt sind, kann beim Institut für Deutsche Sprache ( 780 kb) heruntergeladen werden; siehe auch die Eingangsseite zum Themenbereich Rechtschreibreform auf der Website dieses Instituts.
In der folgenden Zusammenfassung werden die Paragraphen dieses Regelwerks angegeben, in denen der jeweilige Punkt festgeschrieben ist. Weitere Beispiele findet man in den Dokumenten für Schülerinnen und Schüler, die im Menü „Richtig Zitieren…“ am rechten Rand dieser Seite verlinkt sind.

Anführungszeichen

  • Jedes Zitat beginnt und endet mit einem Anführungszeichen (§ 89).
  • Auch Buchtitel und Titel von Werken, Aufsätzen, Gedichten o. Ä. werden mit Anführungszeichen vom Text abgegrenzt. Beispiel 1:
    Theodor Fontane verfasste das Werk "Wanderungen durch die Mark Brandenburg".
  • Halbe Anführungszeichen ('abc') sind für Zitate im Zitat reserviert (§ 95). Anders gesagt: Wenn innerhalb eines Zitats ein weiteres Zitat enthalten ist, dann muss dieses eingeschlossene Zitat mit halben Anführungszeichen gekennzeichnet werden. Ein Beispiel findet man in den Zitatregeln Stufe 3.

Auslassungspunkte

  • Lässt man Teile eines Zitats weg, so sind die Auslassungen mit drei Punkten ... zu kennzeichnen (§ 99). Viele Zitatregeln verlangen zusätzlich runde oder eckige Klammern, während das amtliche Regelwerk dies nicht fordert. Von runden Klammern ist abzuraten, da sie auch in einem zitierten Text vorkommen können. Ein Beispiel für die Verwendung von Auslassungspunkten findet man unten in Beispiel 3.

Doppelpunkt

Wenn der Begleitsatz dem Zitat voraufgeht und wenn das Zitat aus einem ganzen Satz besteht, dann steht zwischen Begleitsatz und Zitat ein Doppelpunkt (§ 81). Diese Regel ist aus dem Umgang mit der wörtlichen Rede bekannt. Dennoch werden hier oft Fehler gemacht. Beispiel 2:

In Eberhart Meiers Buch über Max Knolls Romane finden wir eine einleuchtende Erklärung für Knolls Kenntnis der Technik: "Max Knoll hatte zu seiner Jugendzeit eine Lehre als Automechaniker gemacht, und dieses Wissen vergaß er nie."

Hinweis: Die Namen in diesem Beispiel sind erfunden.

Eckige Klammern

In vielen Zitatregeln werden eckige Klammern [ ] für die Kennzeichnung von Zusätzen zu Zitaten verlangt. Das amtliche Regelwerk erwähnt eckige Klammern nicht. Daraus folgt, dass ihr Einsatz frei regelbar ist, d.h. man kann hier keine Rechtschreibfehler im Sinne des Regelwerks machen.

Groß- und Kleinschreibung

  • § 54 des amtlichen Regelwerks lautet: "Das erste Wort eines Ganzsatzes schreibt man groß." Dieses Zitat aus dem amtlichen Regelwerk ist zugleich ein Beispiel für Regel, die in ihm beschrieben wird.
    Wenn also ein Zitat aus einem Ganzsatz besteht oder mit ihm beginnt, dann schreibt man den ersten Buchstaben des Zitats groß. Dies kann man auf dieser Seite unten an Beispiel 6 erkennen.
    Beginnt das Zitat dagegen in der Mitte des zitierten Satzes, dann schreibt man den ersten Buchstaben klein; zusätzlich sind Auslassungspunkte nötig. Beispiel 3 zeigt den zuletzt genannten Fall, in dem der erste Buchstabe des Zitats kleingeschrieben wird, und zwar hier das Wort "aus":
    Der Schriftsteller Theodor Fontane beschreibt in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Insbesondere die so genannte Oranienburger Vorstadt ist für uns heute interessant, denn die bestand damals "... aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien." (Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow, Berlin 1862, S. 189).
  • Werktitel werden großgeschrieben (§ 53), auch dann, wenn sie mit einem Artikel oder Adjektiv o. Ä. beginnen (§ 53, (2) E 1). Beispiel 4:
    In der Schule lesen wir gerade das Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren".

Satzzeichen am Ende eines Satzes

Die deutsche Rechtschreibung kennt die folgenden drei Zeichen für das Ende von Sätzen: Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen. Die Regeln für die Verwendung dieser drei Zeichen beim Zitat kann man so zusammenfassen:

  • Wenn z. B. ein Satz in einem Referat mit einem Zitat endet, dann steht nach dem Ende des zitierten Satzes kein zusätzlicher Punkt (§ 92, Teil 2). Siehe oben Beispiel 2.
  • Zitate und Werktitel behalten in jedem Fall ihre Ausrufe- und Fragzeichen (§ 91), auch dann, wenn sie in der Mitte eines Satzes stehen. Beispiel 5:
    Herbert Müllers Buch "Welche Tiere gibt es in der Antarktis?" enthält viele Fehler.
    Hinweis: Der Name in diesem Beispiel ist erfunden.
  • Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in dem (seltenen) Fall, in dem am Ende eines Frage- oder Ausrufesatzes ein Zitat steht, das Frage- bzw. Ausrufezeichen des Begleitsatzes stehen bleibt.
    Wenn das Zitat aus einem ganzen Satz besteht, dann folgen also drei Satzzeichen aufeinander: das Zeichen für das Ende des Zitats, das Anführungszeichen und das Frage- oder Ausrufezeichen. Beispiel 6:
    Kann man es wirklich glauben, wenn Eberhard Meier, der sich sonst so wenig mit Literatur auskennt, über den Schriftsteller Max Knoll zu berichten weiß: "Der Schriftsteller Max Knoll hatte zu seiner Jugendzeit eine Lehre als Automechaniker gemacht, und dieses Wissen vergaß er nie."?
    Hinweis: Die Namen in diesem Beispiel sind erfunden.

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