Die Handreichungen zum Thema Medienbildung, Unterrichtsmaterial und Linkvorschläge

Richtig zitieren - Stufe 2 - Kurzfassung

Über dieses Dokument

Zielgruppe: Dieses Übersichtsblatt ist für Schülerinnen und Schüler geschrieben. Es wurde auf einem mittleren Schwierigkeitsgrad verfasst. Es gibt zwei andere Schwierigkeitsgrade:

  • Wem dieses Blatt zu kompliziert ist, der kann die einfachere Version ( Arbeitsblatt Stufe 1) anschauen.
  • Das Blatt des höchsten Niveaus ( Arbeitsblatt Stufe 3) ist v.a. für die Kursstufe von Bedeutung. Es enthält alle Einzelheiten, die für ein korrektes Zitieren in der Schule benötigt werden.

Andere Dateiformate (Word, Open Office und PDF) sowie Angaben zur Lizenz sind am Fuß dieses Dokuments verlinkt.

Langversion und Kurzfassung: Dies ist die Kurzfassung. Es gibt auch eine Langfassung, die 9 Beispiele enthält.

Andere Dokumente zum Thema "Richtig zitieren" sind am rechten Rand oben verlinkt.


Warum ist es wichtig, korrekt zu zitieren?

Korrekt zu zitieren ist ein Gebot der Ehrlichkeit. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler Teile eines fremden Textes (z. B. aus einer Internetseite) für ein Referat übernimmt und das nicht angibt, dann ist das eine Art von Betrug.

Was ist ein Zitat? Und welche Arten des Zitats gibt es?

Sobald man einen eigenen Text, z.B. ein Referat schreibt und dort Teile eines anderen Textes einfügt, spricht man von einem Zitat.

Direktes und indirektes Zitat

Man kann entweder direkt bzw. wörtlich zitieren und dabei entweder ganze Sätze oder Teile von Sätzen übernehmen. Das direkte Zitat nimmt aus einem Text einzelne Sätze oder Satzteile heraus.

Als zweite Möglichkeit kann man den Gedanken des anderen Textes in eigenen Worten wiedergeben (indirektes Zitat). Auch dann sollte man sagen, woher man seine Gedanken hat.

Beim wörtlichen Zitat musst du zeigen, wo das Zitat beginnt und wo es endet. Dies macht man mit Anführungszeichen.

Man kann auch Teile von Sätzen zitieren

Man kann entweder einen ganzen Satz zitieren oder nur Teile eines Satzes. Der erste Fall ist einfacher. Im zweiten Fall – dem Zitat eines Satzteiles – muss man genau darauf achten, dass der Satzbau stimmt. Dabei entstehen leichter Fehler.

Wenn es nötig ist, einzelne Wörter eines Zitats zu ändern, z.B. um das Zitat an den eigenen Satz anzupassen, musst du dies der Leserin/dem Leser zeigen.

Stadtbibliothek Stuttgart

Stadt- und Schulbibliotheken sind Orte, an denen Schülerinnen und Schüler nützliche Bücher für ihre Referate und Hausarbeiten finden. Das Bild zeigt die neue Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz.

Wenn man an einem Zitat etwas ändert, muss man das deutlich machen.

Wenn du direkt zitierst, dann darfst du den Sinn des Zitats nicht ändern. Die Leserin oder der Leser muss sich darauf verlassen können, dass alles genauso in dem zitierten Text steht, wie du es aufgeschrieben hast. Jedes Mal, wenn eine Änderung nötig ist, damit der Satzbau korrekt bleibt, muss man das genau angeben, damit die Leserin oder der Leser immer genau nachvollziehen kann, was wirklich in der Quelle (dem zitierten Text) steht. Falls das Zitat zu lang ist bzw. überflüssige Wörter enthält, die du nicht verwenden willst, dann gib diese Auslassung mit drei Punkten zwischen eckigen Klammern an, also so: .... Zusätzlich kann man diese Auslassungspunkte mit eckigen Klammern umrahmen: […]

Wenn du etwas anfügen musst, damit das Zitat verständlich bleibt, dann setzt du diese Anfügung ebenfalls in eckige Klammern.

Es folgen zwei Zitate, das erste mit einem vollständigen Zitat und einer Ergänzung, das zweite mit einer Auslassung. Alle Quellenangaben zu den folgenden Zitaten findet man im Literaturverzeichnis.
Vollständiges Zitat:

Der Schriftsteller Theodor Fontane schildert in seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg', wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Er beschreibt seine Wanderung von Tegel aus in Richtung Berlin: "Die erste Hälfte [der Wanderung] führt durch die volkreichste und vielleicht interessanteste der Berliner Vorstädte, durch die sogenannte Oranienburger Vorstadt, die sich, weite Strecken Landes bedeckend, aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien zusammensetzt." (Fontane 1862, S. 189).

Gekürztes Zitat:

Der Schriftsteller Theodor Fontane schildert in seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg', wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Er beschreibt seine Wanderung von Tegel aus in Richtung Berlin: "Die erste Hälfte [der Wanderung] führt durch die volkreichste und vielleicht interessanteste der Berliner Vorstädte, durch die sogenannte Oranienburger Vorstadt, die sich [...] aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien zusammensetzt." (Fontane 1862, S. 189).

Hinweis: Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass sich durch die Auslassung der Sinn des Satzes leicht geändert hat. Wenn die Leserin oder der Leser wissen will, was in der Lücke steht, dann ist sie bzw. er auf eine genaue Quellenangabe angewiesen.

Teil-Zitate in eigene Sätze einfügen

Wenn du einen eigenen Satz geschrieben hast und in diesen einen Satzteil aus einem fremden Text einfügen willst, muss nachher wieder ein korrekter Satz entstehen.

Auf dem Internetportal Serlo wird der süchtige Mensch als "in einem Teufelskreis gefangen" beschrieben. "Hilfe von außen zum Ausstieg" halten die Autoren für "unerlässlich". (Zitiert nach Serlo Biologie; Quellenangabe nach dem folgenden Zitat).

Zum Vergleich der Satz mit einem vollständigen Zitat:

"Über Sucht und Abhängigkeit: Da der süchtige Mensch in einem Teufelskreis gefangen ist, dem er allein nicht mehr entkommen kann, ist Hilfe von außen zum Ausstieg unerlässlich. Allerdings schlägt sie nur dann an, wenn sie von dem Betroffenen selbst gewollt ist und angenommen wird. In Fällen körperlicher Abhängigkeit ist außerdem ein Entzug notwendig, welcher fachmännischer Unterstützung und Betreuung bedarf." (Serlo Biologie: Sucht und Abhängigkeit; Quelle: Serlo.orgLizenz: cc-by-sa-4.0 ).

Wie gibt man an, aus welcher Quelle man ein Zitat bezogen hat?

Als Quelle bezeichnet man den Text, z. B. die Internetseite, aus der man einen Satz zitiert.

Es gibt drei Möglichkeiten, Quellen anzugeben:

  1. Man gibt die Quelle vollständig direkt hinter dem Zitat in Klammern an. Das ist die einfachste Lösung, aber sie ist eigentlich nur eine Notlösung, da auf diese Weise der eigene Text immer wieder von langen Einschüben (den Quellenangaben) unterbrochen wird.
  2. Man gibt nur den Autor (oder, wenn dieser nicht angegeben ist, den Titel des zitierten Textes) direkt hinter dem Zitat in Klammern an und fügt ans Ende der Arbeit eine Literaturliste an, in der genau erklärt wird, wo man die Quelle findet. Die meisten Zitat-Beispiele in diesem Arbeitsblatt folgen diesem Muster.
  3. Man fügt über den Fußnoten-Befehl des Textverarbeitungsprogramms eine Fuß- oder Endnote in den Text ein, in der die Quellenangabe steht. Das kann man auf dieser Seite nicht vorführen, d. h. man kann es sich nur auf einer Datei anschauen, die mit einem Textverarbeitungsprogramm geschrieben wurde. Du hast die Wahl zwischen einer WORD-Datei und einer Open-Office/Libre-Office-Datei. Jede Fußnote endet übrigens mit einem Punkt.

Welche dieser Möglichkeiten für die Angabe von Quellen man wählt, das sollte man immer mit der Lehrerin oder dem Lehrer absprechen, der am Ende die Note für das Referat oder die Hausarbeit gibt.

Die Bestandteile der Quellenangabe und die Literaturliste

Eine Quellenangabe sagt dem Leser oder der Leserin, woher das Zitat genommen wurde. Sie muss immer so aufgebaut sein, dass die Quelle leicht gefunden werden kann, damit man das Zitat überprüfen kann.

Bei einem Buch gibt man den Autor bzw. die Autorin, den Titel und das Jahr an, in dem das Buch veröffentlicht wurde. Den vollständigen Titel eines Buches entnimmt man entweder dem Buchdeckel oder der Seite, die man sieht, wenn man das Buch aufschlägt. Dort steht ebenfalls das Jahr.

Bei Internetseiten sucht man ebenfalls nach Autor, Titel und Jahr, aber oft fehlen einige dieser Angaben. Zumindest den Titel sollte man angeben. Ferner gibt man bei Internetseiten das Datum an, zu dem man die Seite, aus der man zitiert, zuletzt besucht hat. Es kann nämlich sein, dass diese Seite geändert oder gar gelöscht worden ist, wenn jemand sie einige Zeit später im Internet sucht.

Am Ende einer jeden Arbeit und eines jeden Referats muss eine vollständige Liste aller zitierten Bücher, Artikel und Internetseiten stehen. Diese Liste ist alphabetisch geordnet. Eine solche Liste findest du weiter unten.

Literaturliste

Alle Quellenangaben zu den auf dieser Seite zitierten Texten

Bücher:

  • Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow, Berlin 1862

Internetquellen:

Hinweis: Normalerweise ist es für Internetseite nicht üblich, in Hyperlinks die komplette Internetadresse sichtbar zu machen. Um zu zeigen, wie eine gedruckte Literaturliste aussehen sollte, wurde hier von dieser Regel abgewichen.

Alle hier zu Übungszwecken verwendeten Texte sind entweder frei von Urheberrechten oder stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, die bei der Weiterverwendung der Zitate zu beachten ist.


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