Die Handreichungen zum Thema Medienbildung, Unterrichtsmaterial und Linkvorschläge

Richtig zitieren - Stufe 2 - Langfassung

Über dieses Dokument

Zielgruppe: Dieses Übersichtsblatt ist für Schülerinnen und Schüler geschrieben. Es wurde auf einem mittleren Schwierigkeitsgrad verfasst. Es gibt zwei andere Schwierigkeitsgrade:

  • Wem dieses Blatt zu kompliziert ist, der kann die einfachere Version ( Arbeitsblatt Stufe 1) anschauen.
  • Das Blatt des höchsten Niveaus ( Arbeitsblatt Stufe 3) ist v.a. für die Kursstufe von Bedeutung. Es enthält alle Einzelheiten, die für ein korrektes Zitieren in der Schule benötigt werden.

Andere Dateiformate (Word, Open Office und PDF) sowie Angaben zur Lizenz sind am Fuß dieses Dokuments verlinkt.

Langversion und Kurzfassung: Dies ist die Langfassung. Es gibt auch eine Kurzfassung.

Andere Dokumente zum Thema "Richtig zitieren" sind am rechten Rand oben verlinkt.


Warum ist es wichtig, korrekt zu zitieren?

Korrekt zu zitieren ist ein Gebot der Ehrlichkeit. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler Teile eines fremden Textes (z. B. aus einer Internetseite) für ein Referat übernimmt und das nicht angibt, dann ist das eine Art von Betrug.

Was ist ein Zitat? Und welche Arten des Zitats gibt es?

Sobald man einen eigenen Text, z.B. ein Referat schreibt und dort Teile eines anderen Textes einfügt, spricht man von einem Zitat.

Dabei muss man verschiedene Formen des Zitierens unterscheiden: Man kann entweder direkt bzw. wörtlich zitieren und dabei entweder ganze Sätze oder Teile von Sätzen übernehmen. Als zweite Möglichkeit kann man den Gedanken des anderen Textes in eigenen Worten wiedergeben (indirektes Zitat). Auch dann sollte man sagen, woher man seine Gedanken hat.

Beim wörtlichen Zitat musst du zeigen, wo das Zitat beginnt und wo es endet. Dies macht man mit Anführungszeichen. Das folgende Beispiel zeigt, wie das aussieht.

Direktes und indirektes Zitat

Das direkte Zitat nimmt aus einem Text einzelne Sätze oder Satzteile heraus. Die folgenden beiden Beispiele zeigen, wie das gemacht wird. Die in Klammern angefügten Quellenangaben werden unten erklärt. Alle Quellenangaben zu den folgenden Zitaten findet man im Literaturverzeichnis.

Beispiel 1: Über das Hambacher Fest

Das Hambacher Fest im Jahr 1832 war eine Demonstration der Opposition, die hier ihre Unzufriedenheit gegen die Herrschaft der Fürsten zum Ausdruck brachte. Aber die Staatsgewalt fühlte sich bedroht:

"Die Härte, mit der die Regierungen und der Deutsche Bund gegen die Repräsentanten der Opposition im Anschluss an das Fest vorgegangen ist, zeigt, wie wichtig die Staatsmacht das Zeichen von Hambach genommen hat." (Egle 2012. [Quellenangabe unten], Lizenz: CC-BY-SA)

Beispiel 2

Es gibt in der Politik eine Debatte darüber, ob man nicht jedem Bürger ein geringes Einkommen gewähren sollte, unabhängig davon, ob er arbeitet oder nicht. Dies nennt man das bedingungslose Grundeinkommen. Der Sozialwissenschaftler Michael Opielka definiert das in einem Beitrag für die Website der Bundeszentrale für politische Bildung mit diesen Worten:
"Ein Grundeinkommen ist das Recht auf ein existenzsicherndes Einkommen, das jedes Mitglied einer Gesellschaft unabhängig von Leistung und Herkunft beanspruchen kann." (Opielka 2015, Bundeszentrale für politische Bildung [Quellenangabe unten], Lizenz: CC-BY-SA 3.0).

Das indirekte Zitat übernimmt nur die Ideen oder Begriffe aus einem Text.

Beispiel 3:

Das Hambacher Fest im Jahr 1832 war eines von vielen sozialen Ereignissen der Zeit. Unzufriedene Bürger nutzten es, um gegen die Willkür der Fürsten zu protestieren. Die Obrigkeit schlug hart zurück. (Vgl. Egle 2012)

Beim wörtlichen Zitat musst du zeigen, wo das Zitat beginnt und wo es endet. Dies macht man mit Anführungszeichen.

Man kann entweder einen ganzen Satz zitieren oder nur Teile eines Satzes. Der erste Fall ist einfacher. Im zweiten Fall – dem Zitat eines Satzteiles – muss man genau darauf achten, dass der Satzbau stimmt. Dabei entstehen leichter Fehler.

Wenn es nötig ist, einzelne Wörter eines Zitats zu ändern, z.B. um das Zitat an den eigenen Satz anzupassen, musst du dies der Leserin/dem Leser zeigen.

Schreibtisch

Manchmal ist die ganze Mühe umsonst, wenn man nicht auf die korrekte Zitierweise achtet.

Wenn man an einem Zitat etwas ändert, muss man das deutlich machen.

Wenn du direkt zitierst, dann darfst du den Sinn des Zitats nicht ändern. Die Leserin oder der Leser muss sich darauf verlassen können, dass alles genauso in dem zitierten Text steht, wie du es aufgeschrieben hast. Jedes Mal, wenn eine Änderung nötig ist, damit der Satzbau korrekt bleibt, muss man das genau angeben, damit die Leserin oder der Leser immer genau nachvollziehen kann, was wirklich in der Quelle (dem zitierten Text) steht.

Zitate kürzen und erweitern

Falls das Zitat zu lang ist bzw. überflüssige Wörter enthält, die du nicht verwenden willst, dann gib diese Auslassung mit drei Punkten an, also so: .... Zusätzlich kann man diese Auslassungspunkte mit eckigen Klammern umrahmen: […]
Wenn du etwas anfügen musst, damit das Zitat verständlich bleibt, dann setzt du diese Anfügung ebenfalls in eckige Klammern. Übrigens: Die eckigen Klammern gibst du bei Windows-Rechnern mithilfe der Alt Gr-Taste ein.
Es folgen zwei Zitate, das erste mit einem vollständigen Zitat und einer Ergänzung, das zweite mit einer Auslassung.
Vollständiges Zitat, Beispiel 4:

Der Schriftsteller Theodor Fontane schildert in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Er beschreibt seine Wanderung von Tegel aus in Richtung Berlin: "Die erste Hälfte [der Wanderung] führt durch die volkreichste und vielleicht interessanteste der Berliner Vorstädte, durch die sogenannte Oranienburger Vorstadt, die sich, weite Strecken Landes bedeckend, aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien zusammensetzt." (Fontane 1862, S. 189).

Gekürztes Zitat, Beispiel 5, angelehnt an Beispiel 4:

Der Schriftsteller Theodor Fontane schildert in seinen 'Wanderungen durch die Mark Brandenburg', wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Er beschreibt seine Wanderung von Tegel aus in Richtung Berlin: "Die erste Hälfte [der Wanderung] führt durch die volkreichste und vielleicht interessanteste der Berliner Vorstädte, durch die sogenannte Oranienburger Vorstadt, die sich [...] aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien zusammensetzt." (Fontane 1862, S. 189).

Hinweis: Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass sich durch die Auslassung der Sinn des Satzes leicht geändert hat. Wenn die Leserin oder der Leser wissen will, was in der Lücke steht, dann ist sie bzw. er auf eine genaue Quellenangabe angewiesen.

Teil-Zitate in eigene Sätze einfügen

Wenn du einen eigenen Satz geschrieben hast und in diesen einen Satzteil aus einem fremden Text einfügen willst, muss nachher wieder ein korrekter Satz entstehen.

Beispiel 6, angelehnt an Beispiel 4:

Der Schriftsteller Theodor Fontane beschreibt in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", wie die Gegend zwischen Tegel und Berlin in den Jahren um 1860 aussah. Insbesondere die so genannte Oranienburger Vorstadt ist für uns heute interessant, denn die bestand damals "... aus Bahnhöfen und Kasernen, aus Kirchhöfen und Eisengießereien." (Fontane 1862, S. 189).

Beispiel 7: gekürztes Zitat aus einem Internetartikel:

Auf dem Internetportal Serlo wird der süchtige Mensch als "in einem Teufelskreis gefangen" beschrieben. "Hilfe von außen zum Ausstieg" halten die Autoren für "unerlässlich". (Zitiert nach Serlo Biologie; Quellenangabe nach dem folgenden Zitat).

Zum Vergleich der Satz mit einem vollständigen Zitat:

"Über Sucht und Abhängigkeit: Da der süchtige Mensch in einem Teufelskreis gefangen ist, dem er allein nicht mehr entkommen kann, ist Hilfe von außen zum Ausstieg unerlässlich. Allerdings schlägt sie nur dann an, wenn sie von dem Betroffenen selbst gewollt ist und angenommen wird. In Fällen körperlicher Abhängigkeit ist außerdem ein Entzug notwendig, welcher fachmännischer Unterstützung und Betreuung bedarf." (Serlo Biologie: Sucht und Abhängigkeit; Quelle: Serlo.orgLizenz: cc-by-sa-4.0 ).

Das Buch von Jannik Mayer für Beispiel 8 existiert nicht in Wirklichkeit; es wurde für diese Einführung ins Zitieren erfunden:

Jannik Mayer: Über das Leben Kaiser Friedrich Barbarossas, S. 34:
Kaiser Barbarossa konnte wahrscheinlich nicht lesen und auch nicht schreiben. Trotzdem musste er viele Urkunden unterschreiben. Auch wenn er keine besondere Bildung im heutigen Sinne besaß, so hatte er doch ein sehr gutes Gedächtnis für Menschen, und ihre Namen wusste er noch nach vielen Jahren. Dadurch erreichte er einige Achtung bei seinen Mitmenschen. Aus seinen Reisedaten kann man errechnen, dass er offenbar sehr gut reiten konnte. Man weiß, dass er manchmal bis zu 15 Stunden im Sattel saß.

Will man nun einen Teil eines Satzes aus diesem biografischen Text zitieren, dann kann das so wie in Beispiel 8 aussehen:

Referat über Kaiser Barbarossa
Kaiser Barbarossa war offenbar nicht sehr gebildet, aber er war beliebt, denn er "... hatte [...] ein sehr gutes Gedächtnis für Menschen". Das liest man jedenfalls in der Biografie von Jannik Mayer (Mayer S. 34).

Wie gibt man an, aus welcher Quelle man ein Zitat bezogen hat?

Als Quelle bezeichnet man den Text, z. B. die Internetseite, aus der man einen Satz zitiert.

Es gibt drei Möglichkeiten, Quellen anzugeben:

  1. Man gibt die Quelle vollständig direkt hinter dem Zitat in Klammern an. Das ist die einfachste Lösung, aber sie ist eigentlich nur eine Notlösung, da auf diese Weise der eigene Text immer wieder von langen Einschüben (den Quellenangaben) unterbrochen wird.
  2. Man gibt nur den Autor (oder, wenn dieser nicht angegeben ist, den Titel des zitierten Textes) direkt hinter dem Zitat in Klammern an und fügt ans Ende der Arbeit eine Literaturliste an, in der genau erklärt wird, wo man die Quelle findet. Die meisten Zitat-Beispiele in diesem Arbeitsblatt folgen diesem Muster.
  3. Man fügt über den Fußnoten-Befehl des Textverarbeitungsprogramms eine Fuß- oder Endnote in den Text ein, in der die Quellenangabe steht. Das kann man auf dieser Seite nicht vorführen, d. h. man kann es sich nur auf einer Datei anschauen, die mit einem Textverarbeitungsprogramm geschrieben wurde. Du hast die Wahl zwischen einer WORD-Datei und einer Open-Office/Libre-Office-Datei. Jede Fußnote endet übrigens mit einem Punkt.

Welche dieser Möglichkeiten für die Angabe von Quellen man wählt, das sollte man immer mit der Lehrerin oder dem Lehrer absprechen, der am Ende die Note für das Referat oder die Hausarbeit gibt.

Die Bestandteile der Quellenangabe und die Literaturliste

Eine Quellenangabe sagt dem Leser oder der Leserin, woher das Zitat genommen wurde. Sie muss immer so aufgebaut sein, dass die Quelle leicht gefunden werden kann, damit man das Zitat überprüfen kann.

Bei einem Buch gibt man den Autor bzw. die Autorin, den Titel und das Jahr an, in dem das Buch veröffentlicht wurde. Den vollständigen Titel eines Buches entnimmt man entweder dem Buchdeckel oder der Seite, die man sieht, wenn man das Buch aufschlägt. Dort steht ebenfalls das Jahr.

Bei Internetseiten sucht man ebenfalls nach Autor, Titel und Jahr, aber oft fehlen einige dieser Angaben. Zumindest den Titel sollte man angeben. Ferner gibt man bei Internetseiten das Datum an, zu dem man die Seite, aus der man zitiert, zuletzt besucht hat. Es kann nämlich sein, dass diese Seite geändert oder gar gelöscht worden ist, wenn jemand sie einige Zeit später im Internet sucht.

Am Ende einer jeden Arbeit und eines jeden Referats muss eine vollständige Liste aller zitierten Bücher, Artikel und Internetseiten stehen. Diese Liste ist alphabetisch geordnet. Eine solche Liste findest du weiter unten.

Quellenangabe und Literaturliste

Hier ist ein weiteres Beispiel für ein korrektes Zitat nach der Methode, bei der die Quelle gleich nach dem Zitat in Klammern angegeben wird. Das Buch wurde für dieses Beispiel erfunden. Beispiel 9:

In der Antarktis gibt es zwar Pinguine, aber keine Eisbären. Der Antarktis-Forscher Herbert Müller sagt das so: "Der einzige Ort, an dem sich Eisbären und Pinguine begegnen können, ist der Zoo." (Müller S. 15).

In der Literaturliste muss die Leserin oder der Leser nun einen Eintrag finden, der erklärt, welches Buch oder welche Internetseite mit 'Müller' gemeint ist. Der Eintrag in der Literaturliste kann so aussehen:

Herbert Müller: Welche Tiere gibt es in der Antarktis?, München 2010

In dem (seltenen) Fall, in dem es zwei Autoren mit gleichem Nachnamen gibt oder in dem von einem Autor mehrere Bücher genannt sind, muss man einfach den Vornamen oder das Jahr der Veröffentlichung dazusetzen, also: (Müller 2010, S. 15).

Literaturliste

Alle Quellenangaben zu den auf dieser Seite zitierten Texten

Bücher:

  • Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow, Berlin 1862

Für die Informationen über Friedrich Barbarossa wurde dieses Buch zurate gezogen: Knut Görich: Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, München 2011.

Internetquellen:

Hinweis: Normalerweise ist es für Internetseite nicht üblich, in Hyperlinks die komplette Internetadresse sichtbar zu machen. Um zu zeigen, wie eine gedruckte Literaturliste aussehen sollte, wurde hier von dieser Regel abgewichen.

Alle hier zu Übungszwecken verwendeten Texte sind entweder frei von Urheberrechten oder stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, die bei der Weiterverwendung der Zitate zu beachten ist, oder sie wurden erfunden.


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