Die Handreichungen zum Thema Medienbildung, Unterrichtsmaterial und Linkvorschläge

Wie zitiere ich richtig?

Stufe 3 - höchster Schwierigkeitsgrad - Kurzfassung

Die folgenden Hinweise sind für die Arbeit in den Klassen 10 bis 13 gedacht. Sie können für die Ausarbeitung von Texten verwendet werden, die von Hand geschrieben werden (z.B. Prüfungsarbeiten wie Abituraufsätze oder Hausaufgaben) oder die mit einem Textverarbeitungsprogramm erstellt werden.

Beim Landesbildungsserver gibt es auch eine Langfassung dieses Dokuments. Diese längere Version enthält auch Beispiele und genauere Erläuterungen. Die vorgestellten Regeln sind aber identisch.

Versionen dieses Textes in anderen Dateiformaten finden Sie am Fuß dieser Seite.

Einfachere Fassungen der Zitierregeln: Wer dieses Blatt zu kompliziert findet, der sollte das Blatt der Stufe 1 oder Stufe 2 anschauen.

Für die Schule reichen die folgenden Vorschläge aus. Im Studium, d.h. für Zitate in Seminararbeiten, können andere Zitierregeln gelten. Daher sollte man sich vorab bei der jeweiligen Dozentin oder dem Dozenten erkundigen. Ein Link zu einem Beispiel für Regeln zum wissenschaftlichen Zitieren findet man am Ende dieses Artikels.

1. Grundlagen

Jedes wörtliche Zitat muss als solches erkennbar sein. Zudem darf der Sinn des Zitats nicht verfälscht werden.

Grundregeln:

  1. Der Sinn der zitierten Textstelle darf nicht verändert werden. Für wörtliche Zitate gilt: Jede Auslassung aus dem Text muss mit drei Punkten angezeigt werden (...) und jede Anfügung mit eckigen Klammern [ ]. Ansonsten darf das Zitat nicht verändert werden.
  2. Die Quelle des Zitats muss auf der Seite, auf der das Zitat steht, vollständig vermerkt sein (zur Methode: siehe unten Abschnitt 3, nächste Seite) und ferner noch einmal am Ende der Arbeit in der Literaturliste. Anhand der Quellenangabe muss es möglich sein, den Ursprungsort der Information zurückzuverfolgen.
  3. Das Zitat muss erkennbar sein und sich in irgendeiner Weise vom Text abheben, in erster Linie durch Anführungszeichen, oder aber auch durch Einrückung und durch eine andere Schriftart.
  4. Der Aufsatz muss immer ganze Sätze enthalten, d.h. der Satzbau darf durch Zitate nicht zerstört werden.
  5. Zitate, die selbst wieder Zitate enthalten, sollte man vermeiden.
  6. Hervorhebungen: Wenn ein zitierter Text Hervorhebungen (fett, kursiv, unterstrichen, S p e r r u n g) enthält, dann gehören diese zum Text und müssen im Zitat enthalten sein. Um diese Hervorhebungen seitens der Autorin/des Autors des Textes von eigenen Hervorhebungen zu unterscheiden, sollte man angeben, wer das entsprechende Wort hervorgehoben hat.
  7. Auch wenn man nicht wörtlich zitiert, sondern nur den Sinn eines fremden Textes in eigenen Worten wiedergibt, sollte man dies anzeigen, z.B. durch Formulierungen wie "Im Folgenden gebe ich die Gedanken des Textes 'Abc' von X.Y. wieder". Danach fügt man die Quellenangabe ein, wie das in den folgenden Absätzen gezeigt wird.
  8. Folgezitate: Wenn aus derselben Quelle mehrmals zitiert wird, dann gibt man ein unmittelbar, d.h. in der nächsten Fußnote folgendes Zitat mit ‚ebd.‘ (für ‚ebenda‘) an. Zitiert man eine andere Seite desselben Buches oder Aufsatzes oder folgen weitere Zitate an späterer Stelle, so sollte man nur noch den Autor und die Seite nennen, also etwa ‚Müller S. 17‘. Zitiert man vom selben Autor mehrere Werke, so fügt man das Jahr an, also: ‚Müller 2007, S. 17‘.

2. Wie fügt man den zitierten Text in den eigenen Aufsatz ein?

 

Manchmal ist die ganze Mühe umsonst, wenn man nicht auf die korrekte Zitierweise achtet.

Für das Einfügen des zitierten Texts gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Zitat eines ganzen Satzes oder mehrerer Sätze: Dieses ist meistens die einfachere Lösung, da es dann keine Probleme mit dem Satzbau geben kann. Die einzelnen Zitate sollten nicht mehr als drei bis vier Zeilen umfassen, weil sonst der zitierte Text ein Übergewicht über den eigenen Text erhält.
  2. Zitat eines Satzteils: Hier muss man darauf achten, dass insgesamt ein korrekter Satz entsteht. Das ist oft nicht einfach.
  3. Zitat eines einzelnen Wortes: Das ist nur dann sinnvoll, wenn dieses Wort von der Autorin oder dem Autor des Textes neu geprägt oder erfunden wurde.

3. Wie fügt man die Quellenangaben ein?

Man kann Quellenangaben mittels Fußnoten einfügen oder indem man die Angabe in Klammern an das Zitat anfügt, also z.B. (Salzmann 2002, S. 11). Weitere Hinweise siehe die Langversion dieses Dokuments.

4. Die Zitierregeln für die einzelnen Typen von Publikationen/Texten

Für jede Quelle gelten andere Zitierregeln. Unterscheiden Sie Monographien, Aufsätze aus Aufsatzsammlungen, Lexika, Aufsätze aus Zeitschriften und Internetquellen.

4.1. Zitate aus einer Monographie (Buch eines einzigen Autors):

Autorin oder Autor des Buches, Titel mit allen Untertiteln, Übersetzerin oder Übersetzer (falls es sich um ein Buch handelt, das aus einer anderen Sprache übersetzt wurde), (Reihe, falls das Buch zu einer Reihe gehört; in Klammern), (Auflage, falls es mehr als eine gibt, ohne Klammern), Stadt, Jahr, zitierte Seite

4.2. Zitat aus einem Aufsatz, der in einer Aufsatzsammlung erschienen ist:

Autorin oder Autor des Aufsatzes, Titel des Aufsatzes, in: [Name der Herausgeberin/des Herausgebers] (Hg.): Titel der Aufsatzsammlung, (Reihe, falls die Aufsatzsammlung zu einer Reihe gehört; in Klammern), Stadt, Jahr, Seite (S. 12-55, hier S. 14), d.h. zuerst die Gesamtseitenzahl des Aufsatzes, dann die einzelne zitierte Seite, sofern man nicht den Aufsatz als ganzen zitiert, sondern eine bestimmte Textstelle.

4.3. Zitat aus einem Lexikon:

Fall a: Der Name der Autorin oder des Autors des Aufsatzes ist angegeben. Dann folgt man dem Muster des Zitates aus einer Aufsatzsammlung, gibt aber zusätzlich die Bandzahl und die Spalte an, falls das Lexikon nicht Seiten, sondern Spalten zählt. Fall b: Ist der Name der Autorin/des Autors nicht angegeben, dann nennt man statt des Autors den Titel des Eintrags.

Autorin/Autor (falls angegeben), Titel, in: Name der Zeitschrift, Jahrgangsnummer (falls angegeben), Nummer des Heftes, Jahr, erste und letzte Seite des Aufsatzes, zitierte Seite

4.5. Zitat aus einer Internetseite

Hier nennt man den Autor nur dann, wenn er angegeben ist. Sonst sucht man aus den Informationen, die man auf der Seite findet, den Herausgeber oder Verantwortlichen. Da sich Internetseiten ständig verändern können, muss man das Datum des letzten Seitenaufrufs [„zuletzt gesichtet am…“] nennen – ohne Uhrzeit!

5. Literaturverzeichnis

Für Literaturverzeichnisse gilt: Alle Werke, aus denen im Text zitiert wurde, müssen noch einmal wie oben unter 4 (voriger Abschnitt) angegeben werden, aber diesmal ohne die Angabe der Seite, die zitiert wurde.

Das erste Beispiel (oben 4.1.) sieht also in der Literaturliste so aus:

Bonfadelli, Heinz: Medieninhaltsforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen, Konstanz 2002.

Literaturverzeichnisse sollten alphabetisch nach den Nachnamen der Autorinnen und Autoren geordnet sein und maximal zwei Abteilungen haben:

  1. Verwendete Bücher und Zeitschriftenartikel
  2. Internetquellen

6. Ergänzende Hinweise

Ein Beispiel für Zitierregeln in der Wissenschaft findet man beim Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.


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