Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:

Anhang zur Literacyförderung

Bericht und Kommentar der Projektgruppe 1

Fragebogen für die Einrichtungen: Interview- und Beobachtungsfragen zur Lese- bzw. Literacyförderung

  1. Wie groß ist der Raum/ die Leseecke?

  2. Helligkeit des Raumes/ der Leseecke?

  3. Ist es gemütlich und einladend? (Mobiliar, Pflanzen)
    Steht ein Tisch im Raum/ der Ecke? (Z. B. zum Betrachten von großen Büchern)?
    Gibt es thematisch passende Wanddekorationen?

  4. Wo liegt der Raum bzw. die Leseecke? Ist eine Rückzugsmöglichkeit gegeben?
    Wie ist der Geräuschpegel (laut/ leise)? Welche Spielbereiche liegen direkt daneben?
    Ist der Raum gut erreichbar/ zentral gelegen?

  5. Welche Arten von Büchern stehen den Kindern zur Verfügung?

  • Bilderbücher
  • Sachbilderbücher
  • Sachbücher
  • Lexika
  • Märchenbücher
  • Kindergeschichten (zum Vorlesen)
  • Bücher für das Erstlesealter
  • Kinderzeitschriften
  • religiöse Bücher/ Bilderbücher? Kinderbibel?
  1. Wie werden die Bilderbücher präsentiert? (Regal, Kisten, Regale mit abgeschrägten Regalböden)

  2. Haben die Kinder einen direkten/ selbstständigen Zugang zu den Büchern?

  3. Werden gezielte Bilderbuchbetrachtungen zur Einführung neuer Bücher angeboten? Wie oft?

  4. Werden Projekte zu Büchern gemacht? (Schattenspiel, Rollenspiel)

  5. Wie oft werden die Bücher ausgegetausch? (Z. B. jedes viertel Jahr)

  6. Gibt es Lieblingsbücher von Kindern?

  7. Gibt es weitere Ansätze zur Literacyförderung? (Heranführung an Schrift-und Erzählkultur durch z.B. Verwendung von Symbolen, Beschriftungen oder Vermittlung von Märchen und Kinderlyrik)

  8. Wo darf sonst noch gelesen werden? (Z. B. im Garten, anderes Zimmer)

  9. Gibt es Eltern oder Großeltern oder andere "Lesepaten", die zum Vorlesen in die Einrichtung kommen?

  10. Ist die Möglichkeit gegeben, dass jederzeit eine Erzieherin oder ein Erzieher zum Vorlesen zur Verfügung steht, wann immer das Kind das möchte?

  11. Finden Büchereibesuche statt?

Literacy-Förderung

Was bedeutet Literacy?

  • Literacy bedeutet Lese- und Schreibkompetenz
  • der Begriff beschreibt weit mehr als die Grundfertigkeit des Lesens und Schreibens
  • er umfasst Kompetenzen wie zum Beispiel:

- Textverständnis und Sinnverstehen

- Lesefreude

- Vertrautheit mit Büchern

- die Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken

- Vertrautheit mit Schriftsprache

- Medienkompetenz

  • Literacy in der frühen Kindheit ist ein Sammelbegriff für kindliche Erfahrungen rund um Buch,- Erzähl,- Reim und Schriftkultur

Das heißt: Leseförderung ist ein Bestandteil der Literacy-Förderung!

Was können Erfahrungen und Begegnungen mit Literacy im Einzelnen sein?

- ein Kind lernt einen Reim und hat Spaß an Wortspielen

- es erlebt, wie in der Familie und in der Umgebung oft Geschichten erzählt werden

- ihm wird eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt

- es erzählt eine Geschichte und die Erwachsenen hören zu

- fast jeden Tag wird ihm sein Lieblingsbilderbuch vorgelesen

- zu Weihnachten bekommt es Bilderbücher geschenkt

- es nimmt sich selbst ein Bilderbuch und blättert darin

- es sieht, wie sich die Mutter ein Buch kauft

- es will seinen Namen schreiben und die Erwachsenen freuen sich

- es versucht Wörter und Sprüche auf Plakaten zu entziffern und bekommt dabei Verstärkung

- es sieht, wie die Eltern Briefe schreiben

- es macht mit der Großmutter einen Einkaufszettel

- es sieht einen Zettel an der Haustür mit der Notiz "komme später"

  • Dies sind vor allem Beispiele aus dem familiären Umfeld
  • Je nach Bedingungen in der Familie bringen einzelne Kinder sehr intensive und vielfältige Literacy-Erfahrungen mit, während andere Kinder zu Hause eher selten diese Lernchancen haben
  • Die Kindertageseinrichtung hat die Aufgabe, familiär benachteiligten Kindern die Chance zu geben, diese Erfahrungen nachzuholen
  • Es darf nicht von den persönlichen Vorlieben der Fachkraft abhängen, ob diese Möglichkeit besteht, sondern das pädagogische Konzept sollte allen Kindern diese Bildungschancen ermöglichen

Warum sind Literacy- Erfahrungen in der frühen Kindheit so wichtig?

  • längerfristig Entwicklungsvorteile, sowohl im Bereich der Sprachkompetenz als auch beim Lesen und Schreiben
  • Sprachkompetenz, Lese- und Schreibkompetenz gehören zu den wichtigsten Grundlagen für den Schulerfolg und für die Bildungslaufbahn von Kindern

Verwendete Literatur:

Michaela Ulich: Bücher sind geduldig.

Sprachliche Bildung und Literacy im Elementarbereich.

In: klein&groß 11/2004

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