Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:

Bilderbuchkino

Was ist ein Bilderbuchkino?

Ein Bilderbuchkino ist eine etwas andere Art ein Bilderbuch zu präsentieren. Es stellt für die medienpädagogische Arbeit in der Elementar-Erziehung, der Grundschule und in Büchereien eine einfach umzusetzende Veranstaltungsmöglichkeit dar.

Die Original-Bilder eines Bilderbuchs werden als Dias oder in digitaler Form an die Wand projiziert und können so einer größeren Anzahl von Kindern vorgeführt werden. Dazu wird der Text erzählt oder vorgelesen. Die Kinder können mit einbezogen werden.

Das Bilderbuchkino ist ein Medienpaket, das sich aus einem sorgfältig ausgewählten Bilderbuch, den zugehörigen Dias und einem methodischen Arbeits- und Begleitheft zusammensetzt. Diese Dia-Serien werden von Verlagen angeboten und können in Bibliotheken, Fachstellen und (Kreis-) Bildstellen ausgeliehen werden. Falls man ein Bilderbuchkino selbst herstellt, muss für eine öffentliche Vorführung unbedingt das Einverständnis des Verlages eingeholt werden.

Anders als bei einer normalen Vorlesestunde ergibt sich beim Bilderbuchkino eine besondere Atmosphäre. Das Betrachten der großflächigen "Lichtbilder" im verdunkelten Raum regt die Fantasie der Kinder an und macht Lust auf die weitere Beschäftigung mit dem Dargestellten. Das Bilderbuchkino bietet reichlich kreativen und handlungsorientierten Spielraum, fördert die Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit und animiert zum Lesen. Die Kinder können aber auch aktiv einbezogen werden, indem sie z.B. selbst erzählen, was sie auf den einzelnen Bildern entdecken. In der Gruppe kann über die Geschichte und eigene Erfahrungen gesprochen werden.

Bericht und Kommentar der Projektgruppe 1

Herstellung von Bildmaterial

Wir haben uns für diese Gruppe entschieden, da wir uns anfangs wenig unter dem Begriff "Bilderbuchkino" vorstellen konnten. Außerdem hat uns das Wort "Kino" neugierig gemacht.

Zusammen waren wir im Kreismedienzentrum in Böblingen und haben eine Einführung in die Bereiche Bilderbuchkino und die Digitalfotografie bekommen. Nun hatten wir die Wahl, ein bereits fertiges Bilderbuchkino vorzustellen oder selbst eines anzufertigen.

Wir haben uns dazu entschlossen, ein Bilderbuchkino selbst herzustellen, da uns der Umgang mit verschiedenen Medien besonders gereizt hat. Dazu haben wir uns das Buch "Puuh!" von Pascal Teulade (Text) und Jean-Charles Sarrazin (Illustration), erschienen im Moritz Verlag 1999, ausgesucht.

Um zu erfahren, welches die qualitativ beste Methode ist, die benötigten Bilder selbst zu erstellen, haben wir unsere Gruppe in drei kleinere Gruppen aufgeteilt: die Scan-Gruppe, die Digi-Cam-Gruppe und die Dia-Gruppe. Anfangs arbeitete jede Gruppe für sich.

Die Scan-Gruppe begann die Bilder aus dem ausgewählten Bilderbuch einzuscannen und am PC zu bearbeiten. Das Einscannen der Abbildungen ging weitaus schneller als das Bearbeiten, da wir aus den Bildern den Text ausschneiden, die leeren Stellen kaschieren und dann alle Bilder auf die gleiche Größe bringen mussten. Da wir alle Bilder bearbeiten mussten, wurde die Arbeit mit der Zeit anstrengend und etwas zäh.

Die Digi-Cam-Gruppe erhielt bei unserem Besuch im Kreismedienzentrum eine kurze Einführung in die Arbeit mit der Digitalkamera. Dort lernte sie z.B., wie man Nahaufnahmen macht, ohne dass diese verschwommen oder überbelichtet sind. Die Gruppe hat die Bilder aus dem Buch fotografiert, in den PC übernommen und dort bearbeitet. Bei der Bildbearbeitung hatte sie die gleichen Probleme wie die Scan-Gruppe. Alle Bilder zeigten einen Blaustich.

Die Dia-Gruppe fotografierte die Bilder mit einem herkömmlichen Fotoapparat, in den ein Diafilm eingelegt war. Dies gestaltete sich am schwierigsten, da die Bilder im Nachhinein nicht mehr bearbeitet werden konnten. Außerdem musste man auf die Lichtverhältnisse achten, was nicht immer leicht war. Die Bilder waren später oft unscharf und dunkel.

Probleme die alle drei Gruppen hatten:

  • die Doppelseiten einzeln zu fotografieren/einzuscannen und im Nachhinein am PC wieder zusammenzufügen.

  • das Entfernen der Texte aus den Bildern

Vorbereitung der Präsentation

Nachdem die Kleingruppen ihre Arbeit getan hatten, trafen sich alle wieder in unserer großen Gruppe, verteilten und übten die Aufgaben für die Präsentation, wie z.B. "Wer bedient die PCs und den Diaprojektor" oder "Wie lesen wir vor?"

Wir benötigten für unsere Präsentation zwei Beamer mit PC, einen Dia-Projektor und drei Leinwände. Diese stellten wir nebeneinander auf. Wir hatten uns, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, mit den verschiedenen Medien zuvor vertraut gemacht.

Die Vorführung

Nachdem die Medien platziert waren, konnten wir unser Bilderbuchkino vorführen. Die Präsentation fand vor Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrerinnen und Lehrern statt.

Wir projizierten die drei Bildarten parallel an die Wand und lasen dabei die Geschichte mit unterschiedlicher Rollenbesetzung vor.

Auswertung

Zum Schluss zogen wir mit der Klasse ein Fazit. Wir verglichen die drei mit unterschiedlichen Techniken hergestellten Bildarten miteinander. Die Bilder der Scan-Gruppe waren qualitativ am hochwertigsten. Die Dias bekamen keine gute Bewertung. Wir stellten der Klasse unsere Arbeitsmethoden vor und berichteten von unseren Erfahrungen und Gefühlen während unserer Arbeit:

Die Gruppenarbeit verlief für uns angenehm und positiv. Da jede Gruppe anfangs selbstständig gearbeitet hat, waren wir uns über die Präsentationsform und den Ablauf der Gruppenarbeit schnell einig.

Wir haben gelernt, den Begriff "Bilderbuchkino" zu verstehen und gleichzeitig eine alternative Form des Bilderbuchvortrags kennen gelernt, die wir in unserer späteren Arbeit im Kindergarten durchführen können. Durch den Einsatz der verschiedenen Medien konnten wir uns mit diesen vertraut machen und auseinandersetzen. Da wir drei verschiedene Möglichkeiten ausprobiert haben, Bilder für ein Bilderbuchkino selbst herzustellen, können wir nun beurteilen, welche Art sich am besten eignet, um sie mit Kindern durchzuführen.

Am Adventsbazar unserer Schule konnten wir die Ergebnisse unserer Arbeit vorstellen. Im Rahmen des Kinderprogramms sammelten wir bei zwei öffentlichen Vorführungen der Scan-Bilder wertvolle Praxiserfahrungen.
Bei dieser Gelegenheit entstand eine Filmaufnahme.

Der Moritz Verlag, bei dem das bearbeitete Bilderbuch erschienen ist, hat der Vorführung des Bilderbuchkinos und der Veröffentlichung des Projektes zugestimmt, da dies keinem kommerziellen Zweck dient.

Projektleitung

Gerrit Reichert
Angelika Wieczorek

Projektteilnehmerinnen

Judith Bertsch, Sabrina Eisele, Christina Er, Carolin Schlanderer und Hannah Wurster.

Bericht und Kommentar der Projektgruppe 2

Wir haben uns für diese Gruppenarbeit entschieden, weil wir Erfahrungen über unterschiedliche Methoden der Bilderbuchvorstellung sammeln wollten. Alle Beteiligten kannten bereits die herkömmliche Form der Bilderbuchbetrachtung, die wir schon öfter im Kindergarten miterlebt oder sogar selbst durchgeführt hatten. Daher waren wir auf diese neue Form der Bilderbuchpräsentation sehr gespannt und freuten uns auf den Beginn der Arbeit.

Einige von uns hatten ein Bilderbuchkino in ihrer Praxiszeit im Kindergarten bereits kennen gelernt und interessierten sich sehr, selbst ein Bilderbuch auf diese Weise einer Kindergruppe vorzustellen. Auch die anderen, die bisher noch nichts darüber gehört hatten, freuten sich das Bilderbuchkino einer Kindergruppe vorzustellen. Wir nahmen dazu Kontakt zur benachbarten Kindertagesstätte auf, die unser Angebot, mit einer Gruppe von Kindern unsere Vorstellung zu besuchen, gerne annahm.

Ein weiterer Grund für die Wahl dieser Gruppenarbeit, der von allen genannt wurde, war das Üben der Selbstpräsenz. Wir wollten erfahren, wie es ist, wenn man sich beim Sprechen in einer bestimmten Rolle befindet und sich in diese auch möglichst perfekt hineinversetzen soll.

Besuch im Kreismedienzentrum

Zu Beginn unserer Gruppenarbeit besuchten wir das Kreismedienzentrum in Böblingen. Dort erhielten wir eine Einführung in den Umgang mit der Digitalkamera, außerdem wurde uns ein kurzes Bilderbuchkino vorgestellt. Dies war vor allem für diejenigen in unserer Gruppe interessant, die das Bilderbuchkino noch nicht kannten, da sie somit einen Einblick in den Aufbau eines solchen erhielten. Wir durften das gesamte Kreismedienzentrum besichtigen. Dabei konnten wir uns einige fertige Bilderbuchkinos aussuchen, die wir dann für unser Projekt ausliehen. Wir entschieden uns für "Alles meins" und "Benny und die sieben Löwen".

Auswahl eines geeigneten Bilderbuchkinos

In der Schule begann dann die eigentliche Projektarbeit. Wir betrachteten unsere ausgewählten Bilderbuchkinos genauer, lasen den Text mehrmals durch und machten uns mit den Inhalten vertraut. Hier kam es zu einem schwerwiegenden Problem: Wir waren mit dem pädagogischen Inhalt der beiden Bücher keineswegs einverstanden und fanden, dass die Aussagen der Bücher für Kinder sehr ungeeignet waren. Es wurden unter anderem Lieder zur Bearbeitung des Buches mit Kindern vorgeschlagen, in denen Gewalt verherrlicht oder verharmlost wurde, ohne dass Konsequenzen für dieses Verhalten aufgezeigt wurden.

Nun standen wir sozusagen vor dem Nichts. Wir hatten weder ein Bilderbuchkino, das wir hätten vorstellen können, noch die Zeit neues Material auszuleihen. Jeder versuchte nun, das Problem ohne Absprache mit den anderen zu lösen.

So kam es dazu, dass einige im Internet nach Möglichkeiten suchten, ein neues Bilderbuchkino aufzutreiben, während die anderen eines der Bilderbücher so umzuschreiben versuchten, dass es in unseren Augen eine pädagogisch sinnvolle Aussage hatte. Wir saßen verzweifelt an dem Buch "Benny und die sieben Löwen", bemerkten aber schnell, dass unsere Anforderungen auch von diesem Buch nicht erfüllt wurden. Als die Suche im Internet nach einem neuen Buch erfolglos beendet wurde, fanden wir gemeinsam eine befriedigende Lösung.

Wir wechselten erneut das Buch und einigten uns auf "Alles Meins" von Nele Moost.

Dieses Buch ließ sich leichter an unsere Anforderungen anpassen, indem wir nur den Schluss umschrieben. Damit wurde das Ende in unseren Augen pädagogisch sinnvoll und die Geschichte machte uns gleich viel mehr Spaß. Wir empfanden Erleichterung, dass wir diese schwierige Situation gemeistert hatten und unser gutes Gruppenverhältnis wieder hergestellt war.

Im nächsten Schritt verteilten wir die Aufgaben, sodass wir in Kleingruppen weiterarbeiten konnten. Die einen entwarfen die Einladungen, Eintrittskarten und Flyer für die Vorstellung, die anderen gestalteten währenddessen die Plakate, testeten den Diaprojektor und verschiedene Musikinstrumente zur Untermalung der Geschichte.

Die Raumsuche spielte eine wichtige Rolle in unseren Überlegungen, denn dieser musste abgedunkelt werden und genug Platz für die Kinder und unsere Geräte bieten. Anschließend bauten wir unser Equipment auf.

Wir verteilten die Aufgaben (Vorführerin, Sprecherinnen) und übten unsere Sprechrollen (Erzählerin, Figuren der Geschichte). Hierbei entstand der Gedanke, mit Zwischenfragen die Kinder stärker miteinzubeziehen. Diese Fragen vermerkten wir in unserem Bilderbuchtext. Anschließend führten wir unseren Mitschülerinnen eine vorläufige Fassung vor. Wir gewannen an Selbstsicherheit und Motivation.

Die Plakate wurden positioniert, die Flyer und die Eintrittskarten rechtzeitig in die Kindertagesstätte gebracht und an die Kinder verteilt.

Durch unsere gelungene Übung, waren wir kaum noch zu halten. Wir dekorierten den ganzen Raum mit Filmstreifen, malten passend zum Buchinhalt Raben auf die Tafel, besorgten Sitzpolster und hatten die Idee Popcorn zu organisieren. Es gelang uns, eine große Menge Popcorn kostenlos zu erhalten. Dieses füllten wir in kleine Tüten. Die Kinder sollten das Popcorn zum Abschied bekommen.

Die Präsentation

Unsere Präsentation vor den Kindern wurde ein voller Erfolg. Nachdem zwei von uns die Kinder am Eingang empfangen hatten, wurden die Eintrittskarten kontrolliert und die Kinder " wie im Kino" mit Taschenlampen durch den dunklen Raum an ihre Plätze geführt. Wir hatten mit ca. 13 Kindern gerechnet und waren mit zwei Erzieherinnen und 15 Kindern vollkommen zufrieden.

Die Kinder wurden zu Beginn durch Fragen gefordert. Wir wollten, dass sie eine Beziehung zu der Geschichte aufbauen. Dann erzählten wir die Geschichte. Die Kinder waren konzentriert und fasziniert, sie brachten viele Ideen oder Erlebnisse mit ein.

Um einen schönen Abschluss zu schaffen, bekamen die Kinder nach der Vorstellung die Popcorntüte und ein Rabenausmalbild.

Schlussbetrachtung

Unsere Bilanz des Projektes ist, dass man sich nicht auf vorhandene Dinge verlassen sollte, sondern alles überprüfen muss um mit den Inhalten auch wirklich einverstanden sein zu können.

Wir wissen nun, dass Kinder von dieser Art der Präsentation von Bilderbüchern fasziniert sind und sich dadurch sehr konzentriert auf den Inhalt des Buches einlassen und häufig aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. "Kino" ist eben einfach immer etwas Besonderes.

Ausblick

In der Praxis wäre es reizvoll, gemeinsam mit Kindern ein Bilderbuchkino zu gestalten, indem man die Kinder in die Mediengestaltung einführt, z.B. in die digitale Fotografie. Dabei könnte man mit Kindern das Fotografieren üben und Grundwissen weitergeben bzw. anwenden. Hat man genügend Zeit zur Verfügung, könnte man daraus sogar ein ganzes Projekt machen. Als Projektabschluss wäre eine selbst gestaltete Bilderbuchkino-Vorstellung möglich.

Die Zusammenarbeit in unserer Gruppe war trotz der Schwierigkeiten bei der Auswahl des Bilderbuchkinos sehr harmonisch. Wir verstanden uns gut und jeder konnte seine Fähigkeiten einbringen. Eine Fortsetzung erfuhr unsere Projektarbeit beim Adventsbazar unserer Schule. Bei zwei öffentlichen Bilderbuchkino-Vorstellungen konnten wir unsere Erfahrungen umsetzen und vertiefen.

Gerrit Reichert, Angelika Wieczorek

Projektteilnehmerinnen

Anna Seidl, Nadine Hitzler, Romina Piccirillo, Eva Tietze, Miriam Demand

Bei der Dokumentation haben außerdem geholfen

Bianca Köpsell und Magdalena Adamski

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