Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:

Das Ammer-Bilderbuch

Die Ammer - Leben am Bachlauf

Unser Leitgedanke war, Landschaft, Tiere, Pflanzen und Menschen an der Ammer von Herrenberg nach Tübingen kennenzulernen, etwas über die Geschichte der Ammer zu erfahren und vor allem die Ammer als Bach zu erkunden. Wir haben den Umgang mit der Fotokamera erlernt und unsere Erlebnisse, Beobachtungen und Begegnungen fotografisch festgehalten. Aus dem vielfältigen Material haben wir unter verschiedenen Überschriften das Bildmaterial zusammengefasst und zu einem Bilderbuch zusammengestellt.

Abenteuer Natur

Wir haben uns für dieses Thema entschieden, weil es versprach, die Natur hautnah zu erleben. Es ermöglichte uns, die nähere Umgebung kennenzulernen und uns mit ihr vertraut zu machen.

Eine Teilnehmerin unserer Projektgruppe ist in einer Mühle an der Ammer aufgewachsen. Ihre Schilderungen und Geschichten vom Leben an der Ammer gaben den Ausschlag, uns für dieses Fotoobjekt zu entscheiden.

Das Projekt ermöglichte uns, die Kamera und ihr Zubehör (Stativ, Zwischenringe, Objektive) kennenzulernen. Unser Lehrer führte uns in die Arbeitsweise des Fotografierens ein. Auch die Aussicht auf einen Ausgleich zwischen körperlicher und geistiger Arbeit, auf Unterricht in einer völlig anderen Form, erschien vielversprechend.

Wir folgten dem Lauf der Ammer. In Gesprächen mit einem Fischwart, einem Mühlenbesitzer und dem Stadtarchivar von Tübingen informierten wir uns über das Leben in und an der Ammer - heute und in früheren Jahren. Wir konnten uns dadurch viel Wissen über Ereignisse, Zusammenhänge und Hintergründe aneignen. Vom Siloturm der Gültsteiner Mühle konnten wir die Ammer von oben betrachten.

Übung der Wahrnehmung

Genaues Hinsehen führte zur Entdeckung eines Reihernestes. Unser geduldiges Warten wurde mit dem Einfliegen eines Reihers belohnt. Das Erkunden des Umfeldes, überraschende Ereignisse, die fotografische Arbeit (Wirkung von Licht und Schatten, Wahrnehmen von Details...) beanspruchten mehr Zeit, als wir erwartet hatten.

Weil uns die Qualität unserer Arbeit wichtig war, entschlossen wir uns, die geplante Strecke zu verkürzen.

Erfahrungen für die spätere Berufspraxis

Wir sammelten in der Natur und im Gelände Erfahrungen, die wir später in unserer Arbeit mit Kindern einsetzen können. Außerdem konnten wir uns Eindrücke und Wissenswertes über Bachlauf, Landschaft, Gebäude, historische Begebenheiten und das Leben der Menschen an der Ammer aneignen. Dabei war uns sehr hilfreich, den Umgang mit der Kamera zu erlernen, weil uns dies erst ermöglichte, das Erfahrene fotografisch festzuhalten.

Es war notwendig, viel Freizeit und sogar Teile des Wochenendes zu investieren. Wir wurden aber durch das Ergebnis der Arbeit - ein Bilderbuch über den Lauf der Ammer - entschädigt.

Für die spätere Praxis sicher brauchbar, erlernten wir das wirkungsvolle Anordnen von Bildern und Texten.

Ein Bilderbuch entsteht

In der zweiten Woche stellten wir im Zeichenraum der Schule das eigentliche Bilderbuch her. Dazu mussten wir eine erste Auswahl der Bilder treffen. Für die Bilderbuchseiten legten wir aus dem vorhandenen Material von über vierhundert Fotos - nach Stichworten geordnet (Wege, Bewegungen des Wassers usw.) - eine erste Auswahl fest. Dann trafen wir die endgültige Entscheidung, wie viele und welche Fotos wir auf den einzelnen Buchseiten haben wollten. Anschließend formulierten und schrieben wir die Texte zu den einzelnen Fotos und wählten ihre Reihenfolge aus. Darauf erfolgte das Ausmessen und Anbringen von Bildern und Texten auf die einzelnen Buchseiten. Jetzt konnten wir die Reihenfolge der Seiten festlegen und einen geeigneten Platz für die Bilderbuch-Präsentation auswählen.

Die Präsentation

Die Präsentation unseres Bilderbuches war der Höhepunkt unserer Arbeit. Wir stellten unseren Mitschülerinnen und Mitschülern das Bilderbuch vor und erläuterten ihnen die Arbeitsschritte.

Bilanz (Schlussbetrachtung)

  • Wir fotografieren seither anders und haben einen anderen Umgang mit der Kamera. Dies ermöglicht uns sowohl im täglichen Leben als auch für spätere Dokumentationen in Kindertageseinrichtungen Fotografien in besserer Qualität zu erstellen.
  • Wir gewannen Erkenntnisse über die wirkungsvolle Gestaltung und Präsentation von Bilderbuchseiten.
  • Dieses Projekt zeigt eine Möglichkeit, wie man mit Kindern ihren Lebensraum bzw. ihre Umwelt erfahrbar machen kann.
  • Wir haben es einerseits als sehr angenehm empfunden viele neue Erfahrungen zu sammeln und unser Wissen vielseitig zu erweitern, andererseits wurde die Durchführung des Projektes, bedingt durch die sommerliche Hitze, von uns teilweise als anstrengend empfunden. Wir hatten das Gefühl, im unwegsamen Gelände mehr Abenteuer bestehen zu müssen, als uns lieb war.
  • Dieses Projekt förderte sowohl das "Miteinander" (Kamera teilen, im Gelände aufeinander Rücksicht nehmen) als auch das selbstständige Arbeiten (die Arbeiten wurden auf Einzelne verteilt)
  • Insgesamt war es ein lockeres, humorvolles Arbeiten ohne Leistungsdruck.
  • Als zusätzliche Produkte entstanden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Herrenberger Firmen ein Jahreskalender und Briefkarten zum Thema. Beides wurde zum Verkauf beim diesjährigen Adventsbasar in unserer Schule angeboten.

Projektleitung

Harald Kunz

Projektteilnehmerinnen und Teilnehmer

Soultana Petrakopoulou, Henriette Wolf, Verena Joachimsthaler, Julia Dengler und Katharina Unsöld

zurück