Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:
Bericht und Kommentar der Projektgruppe

Figurentheater

Aus einem Bilderbuch wird ein Theaterstück

Thema unseres Projektes war, Kindern auf unterschiedliche Art und Weise einen Zugang zu Bilderbüchern zu vermitteln.

Aus den vorgegebenen Möglichkeiten haben wir uns dafür entschieden, ein Bilderbuch in ein Figurentheater umzusetzen und darüber einen Zugang zum Bilderbuch zu schaffen. Dafür sollten Puppen und Kulisse selbst hergestellt und der Text des Buches aufgearbeitet werden.

Das Figurentheater hat uns aus mehreren Gründen angesprochen. Zum einen reizte uns die Umsetzung eines Bilderbuches in ein Theaterstück sowie die selbstständige Auswahlmöglichkeit bei der Art der Puppen (Sockenpuppen, Fingerpuppen etc.), zum anderen die handwerkliche Arbeit bei deren Herstellung - zumal der Werkbereich in unserer Ausbildung leider etwas zu kurz kommt. Da wir das Puppenspiel im Kindergarten für die Bearbeitung vieler Themen für sehr geeignet halten, war es uns wichtig, bei unserem Projekt entsprechende Erfahrungen für die spätere Praxis zu sammeln.

Zu Anfang überlegten wir uns, welches Buch geeignet wäre. Es standen uns mehrere Bilderbücher zu Verfügung.

Unsere Auswahlkriterien waren:

  • Sprechen uns Thema und Aussage des Buches an?
  • Hat das Buch die passende Anzahl an Rollen für vier Personen?
  • Sind Figuren und Kulisse nicht zu aufwendig oder lassen sie sich gut vereinfachen?
  • Ist der Text ansprechend und kindgemäß formuliert?

Unsere Entscheidung fiel auf das Buch "Zilly, die Zauberin" von Korky Paul und Valerie Thomas, erschienen 1989 im Beltz und Gelberg Verlag. Dieses entsprach allen Auswahlkriterien.

Die Geschichte von Zilly der Zauberin

Zilly liebt Schwarz. Ihr ganzes Haus hat sie in Schwarz eingerichtet - und auch ihr Kater Zingaro ist schwarz. Wenn Zingaros Augen geschlossen sind, kann man schon mal schnell über ihn stolpern oder sich auf ihn setzen. Aber auch als Zilly ihn grasgrün und bunt zaubert, gibt es Probleme... Zilly erkennt jedoch am Ende, dass - wenn sie Zingaro glücklich machen möchte - sie nicht ihn, sondern sich selbst ändern muss...

Herstellung der Figuren

Wir wollten die Puppen auf jeden Fall selbst herstellen. So konnten wir die notwendige Erfahrung in der Anfertigung gewinnen, die wir später für die Umsetzung mit Kindern brauchen. Ursprünglich hatten wir vor, beide Figuren, die Zauberin und die Katze, als Handpuppen zu gestalten. Den Kopf der Katzen wollten wir aus Schaumstoff schnitzen und den Körper aus Kunstpelz nähen. Doch nach längerem Überlegen und Ausprobieren entschlossen wir uns, die Katze als Marionette aus Filz und die Zauberin als Stabpuppe herzustellen.

Wir entschieden uns, den Kopf der Zauberin aus Ton vorzumodellieren. Auf diese Weise hatten wir die Möglichkeit zu korrigieren und so den Charakter besser zum Ausdruck zu bringen, z.B. die freundlichen Gesichtszüge so wie die markante lange Nase und das lange vorgezogene Kinn.

Bei der Katze zogen wir die Form des Trockenfilzens mit der Nadel vor, da wir dadurch die Arbeitsräume flexibler wechseln konnten. Der Aufwand ist im Gegensatz zum Nassfilzen geringer und die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältiger. Außerdem konnten wir auf diese Weise Zeit sparen, da der Trocknungsprozess wegfiel. Bei der Aufhängung der Katze haben wir uns für die Form der einfachen Marionette entschieden, die nur an zwei Fäden befestigt ist.

Bühne und Kulissen

Die Bühne sollte einfach bespielbar sein, wie ein Tischtheater und ohne großen Aufwand umzubauen. Bei der Kulisse einigten wir uns auf eine einfache Methode. Wir legten auf den Tageslichtprojektor Folien auf, die aus dem Buch heraus kopiert waren. Der Grund dafür war der große Zeitaufwand, den wir bei der Herstellung der Puppen hatten.

Die Bühne wurde zusätzlich mit einigen Accessoires ausgeschmückt, die wir selbst angefertigt haben. Nach Fertigstellung der Puppen, konnten wir mit der Umsetzung des Theaterstücks beginnen.

Die Präsentation

Das Theaterstück spielten wir im Rahmen einer Präsentation unseren Lehrerinnen und Lehrer und Mitschülerinnen und Mitschülern vor. Am Adventsbazar wiederholten wir diese Aufführung vor Kindern und Eltern. Unser eigenes gutes Gefühl dabei und die positiven Reaktionen auf unsere Vorführungen zeigten uns, dass sich Engagement und Einsatz gelohnt haben.

Schlussbetrachtung

Wir haben erfahren, dass gute Leistungen auch ohne Notendruck möglich sind, wenn man mit Interesse bei der Sache ist. Wir lernten aus den Projekten verschiedene Möglichkeiten kennen ein Bilderbuch umzusetzen und profitierten von den vielen Ideen und Anregungen. Für unsere Gruppe war bei diesem Projekt das größte Problem, innerhalb von zwei Wochen die Puppen anzufertigen und das Stück einzuüben.

Wir haben gelernt, wie wichtig es ist im Team zu arbeiten und dass manche Arbeiten, wie z. B. die Herstellung der Puppen, mehr Zeit in Anspruch nehmen, als geplant.

Projektleitung
Christine Meffert

Projektteilnehmerinnen

Stefanie König, Stephanie Wolpert, Manuela Hartleb und Sabrina Puhrer

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