Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:

Die Suche nach der idealen Leseecke

Bericht und Kommentar der Projektgruppe 2

Unser Interesse an diesem Projekt wurde durch die Erfahrungen in den vorangegangenen Praktika geweckt. In allen Kindertageseinrichtungen, in denen wir tätig waren, gab es Leseecken, die die Lesefreude der Kinder wecken sollten. Uns fiel im Austausch unserer Erfahrungen jedoch auf, dass diese ganz unterschiedlich von den Kindern besucht werden.

Während sich die Kinder in den einen Kindertageseinrichtungen häufig und offensichtlich gerne in den Leseecken aufhielten, blieben andere Leseecken leer und weckten anscheinend kein Interesse an Büchern und am Vorlesen. Diesem Phänomen wollten wir auf die Spur kommen.

Was macht eine Leseecke attraktiv?

Für unsere Arbeit am Projekt war ein Fachartikel über Leseförderung und "Literacy" ausschlaggebend, den wir zu Beginn der Projektzeit lasen. Nachdem Lesen des Berichts kristallisierten sich für uns zwei Fragestellungen als Schwerpunkte für die Projektwochen heraus:
Wir wollten herausfinden:

  • Was macht Leseecken für Kinder attraktiv?
  • Durch welche Aktionen können Kinder, die von sich aus wenig oder kein Interesse an Büchern zeigen, mit Literatur in Berührung gebracht werden?

Als nächsten Schritt beschäftigten wir uns mit weiteren Fachartikeln zur Leseförderung von Kindern und zur Literacy-Arbeit. Um mehr Einblick in praktische Möglichkeiten der Leseförderung zu bekommen, vereinbarten wir einen Termin mit einer Mitarbeiterin der Stadtbücherei Herrenberg und besuchten die nahe gelegene Kindertagesstätte Längenholz. In diesen beiden Einrichtungen informierten wir uns durch Interviews mit Fachkräften, wie die Vorlesesituation jeweils gestaltet wird. In der Stadtbücherei kamen wir in den Genuss einer für uns gestalteten Lesung. In der Kindertagesstätte beobachteten wir die "Lesegewohnheiten" der Kinder während eines ganzen Vormittags.

Unsere Einblicke in die Praxis verglichen wir mit den Ergebnissen unserer theoretischen Arbeit. Darauf aufbauend entwickelten wir unsere eigenen Vorstellungen einer idealen Leseecke und guten Gestaltung der Vorlesesituation.

Unsere Vorstellung von einer Leseecke mit Aufforderungscharakter stellten wir der Klasse dann mit Hilfe eines Modells und Plakaten in Vortragsform vor. Mögliche Anreize und unterschiedliche Methoden zur Motivierung der Lesefreude bei Kindern brachten wir ihnen im Rollenspiel anschaulich näher. Wir beteiligten unsere Zuhörerinnen und Zuhörer durch gezielte Fragen zu den eigenen Erfahrungen. Mit Beispielen von gelungenen Projekten in der Literatur regten wir eine Diskussion über das Thema an.

Bedeutung der Leseförderung im Kindergarten

Durch das Projekt konnten wir vielfältige Lernerfahrungen sammeln. So ist uns die Bedeutung der Leseförderung schon im Kindergarten sehr bewusst geworden.

Vorlesen, Erzählen, gezielte Bilderbuchbetrachtungen fördern die sprachliche Kompetenz bei Kindern und bedeuten zudem eine Wissenserweiterung. Wir bemerkten auch, dass es in der Praxis leider häufig nicht so rosig aussieht, da aufgrund von Personalmangel die gezielte Beschäftigung mit Büchern oft in den Hintergrund rückt.

In diesem Zusammenhang wurden uns die vielfältigen Ideen aus der Fachliteratur sehr wichtig, z.B. das Lese-Paten-Modell, das auch in den Grundschulen immer mehr zum Tragen kommt. Dabei werden interessierte Laien angeworben und ausgebildet, um in den Einrichtungen vorzulesen, Literaturprojekte durchzuführen und so die Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen. Auch die äußere Gestaltung von Leseecken und die Ausstattung mit entsprechenden Büchern, die eingeführt und immer wieder Themen bezogen ausgetauscht werden, spielt eine wichtige Rolle, um das Interesse der Kinder zu wecken und zu erhalten.

Ein wichtiges Fazit unserer Arbeit bestand darin, unser eigenes Interesse an Literatur zu verstärken, denn "machbar" ist unserer Meinung in Kindertagesstätten vieles, wenn uns als spätere Erzieherinnen und Erzieher die Bedeutung von Literatur für die kindliche Entwicklung klar ist.

Schlussbetrachtung

Im Laufe unserer Gruppenarbeit kam es zwischen einzelnen Schülerinnen zu Konflikten und Meinungsverschiedenheiten über unsere Arbeitszeiten und das Engagement der einzelner Gruppenmitglieder. Der offenen Umgang mit unseren Konflikten ermöglichte eine effektive Zusammenarbeit.

Auch in der Schule wollte wir für die Präsentation eine optimale Leseecke einrichten. Die Gestaltung war jedoch sehr schwierig, da uns geeignete Materialien fehlten. Z. B. Regale und bequeme Sitzmöglichkeiten.

An manchen Stellen während der Projektzeit brauchten wir Impulse von unserer Projektleitung, um unsere Struktur zu finden und Schwerpunkte zu setzen. Zum Schluss kam als Schwierigkeit hinzu, dass manche Lehrerinnen und Lehrer enttäuscht wurden, weil von ihnen eingebrachte Vorschläge von uns aus Zeitmangel nicht verwirklicht werden konnten. Unter anderem mussten wir ein eingeplantes Rollenspiel streichen. Trotz dieser Schwierigkeiten war es schön, ohne Leistungsdruck in unserer Kleingruppe an einem selbst gewählten Thema zu arbeiten.

Wir denken, dass wir die vielfältigen gewonnenen Ideen aus unserer Projektgruppe sowie aus den Themenbereichen und Präsentationen der anderen Gruppen später gut in die Praxis umsetzen können.

Projektleiterin
Susanne Fritz

Projektteilnehmerinnen
Nadine Lutz,
Eva Cibis und Sandra Kutschke

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