Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:

Leseförderung

Was bedeutet Literacy?

Für den in den folgenden Texten verwendeten Begriff "Literacy" gibt es leider kein passendes deutsches Wort (in Fachkreisen wird es gelegentlich mit "Literalität" übersetzt). Wörtlich übersetzt heißt "Literacy" Lese- und Schreibkompetenz, aber der Begriff beschreibt weit mehr als die Grundfertigkeit des Lesens und Schreibens. Er umfasst Kompetenzen wie Textverständnis und Sinnverstehen, sprachliche Abstraktionsfähigkeit, Lesefreude, Vertrautheit mit Büchern, die Fähigkeit sich schriftlich auszudrücken, Vertrautheit mit Schriftsprache oder mit "literarischer" Sprache oder sogar Medienkompetenz...

Die Entwicklung dieser Kompetenzen beginnt bereits in der frühen Kindheit.

Zitat nach Michaela Ulich, IFP, Staatsinstitut für Frühpädagogik

Bericht und Kommentar der Projektgruppe 1

Leseförderung in Kindertageseinrichtungen

Vor Projektbeginn hatten wir uns noch wenig mit der Frage auseinandergesetzt, wie man Kindern Bilderbücher näher bringen kann.

Da wir Bilderbücher für unsere spätere Arbeit mit Kindern als sehr wichtig erachten, wollten wir die Chance nutzen, Anregungen in diesem Bereich zu sammeln. Deshalb entschieden wir uns für dieses Projekt.

Zuerst informierten wir uns über Ziele und Möglichkeiten der Lese- bzw. Litaracyförderung, indem wir uns mit entsprechender Fachliteratur auseinandersetzten. Wir planten zu diesem Thema eine Untersuchung und überlegten, welchen Personenkreis wir einbeziehen wollten (Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, Kinder, Lehrerinnen und Lehrer)

Erarbeitung eines Fragebogens

Nach diesen Überlegungen erarbeiteten wir einen Fragebogen mit Interview- und Beobachtungsfragen zur Lese- bzw. Literacyförderung in den Einrichtungen. Wir nahmen Kontakt zu zehn Kindertageseinrichtungen auf und vereinbarten Termine. Anhand der von uns gewählten Methoden untersuchten wir die ausgewählten Einrichtungen. Wichtig war, dass wir während der Besichtigung und im Anschluss die erhaltenen Informationen schriftlich festhielten. Zudem machten wir in allen besuchten Einrichtungen Fotos mit der Digitalkamera, um auch auf diese Weise unsere Eindrücke von den Leseecken festzuhalten. Das heißt, wir dokumentierten unsere Ergebnisse und Erkenntnisse und bereiteten dann deren Präsentation vor. Unser ursprünglicher Plan, auch Kinder und Eltern über die Leseförderung zu befragen scheiterte an verschiedenen Schwierigkeiten.

Im Verlauf unserer ersten Gespräche und Beobachtungen bemerkten wir, dass manche Fragen umformuliert werden mussten, um sie eindeutiger und präziser zu machen. So teilten wir z.B. die ursprüngliche Frage: "Wer steht in der Einrichtung zum Vorlesenden Erzieherin und Erzieher bzw. anderen Vorleserinnen und Vorleser" (siehe Frage 14. und 15. auf dem Fragebogen im Anhang).

Präsentation unserer Ergebnisse

Das Ergebnis der Arbeit fassten wir in einer Präsentation vor der Klasse zusammen.

Dazu gaben wir zunächst einen Überblick über unseren Arbeitsprozess. Wir erläuterten, was man unter Leseförderung bzw. Literacy-Förderung in der Fachliteratur versteht (siehe Arbeitsblatt zur Literacyförderung im Anhang). Dann stellten wir unsere Interview- und Beobachtungsfragen vor und gaben in einer Power-Point-Präsentation mit ausgewählten Fotos und dazu gehörigen Texten einen Einblick in die Leseecken der von uns besuchten Einrichtungen.

Um unsere Zuhörerinnen und Zuhörer zu beteiligen, regten wir eine Diskussion darüber an, wie die Klasse die gezeigten Leseecken beurteilt und fragten sie nach ihrer Wahl der "lesefreundlichsten Einrichtung".

Zum Abschluss erläuterten wir in unserer Power-Point-Präsentation anhand von Fotos, welcher der besuchten Kindergärten für uns die "lesefreundlichste Kindertageseinrichtung" war und stellten Kriterien für eine gelungene Leseecke vor.

Schlussbetrachtung

Nach Abschluss des Projektes sind wir uns jetzt der Bedeutung von Bilderbüchern für die Entwicklung von Kindern ganz anders bewusst als noch vor dem Projekt. Durch die Beschäftigung mit der Fachliteratur haben wir jetzt mehr Kenntnisse über Lese-bzw. Literacyförderung.

Es war sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Leseförderung und der Lesebereich in den Kindertageseinrichtungen gestaltet wird. Die Art und Weise, wie (Bilder-) Bücher den Kindern präsentiert und zugänglich gemacht werden, hat unserer Meinung nach große Wirkung auf die Lesemotivation der Kinder. Wir denken, dass wir nun in der Lage sind, die Qualität der Leseförderung in Kindertageseinrichtungen klarer zu beurteilen. Daraus haben wir eigene Ideen für unsere Arbeit mit Kindern in diesem Bereich gewonnen. So haben wir z.B. gelernt, dass man Kinder zum Benutzen der Bilderbücher besonders gut motivieren kann, indem man eine Auswahl von Bilderbüchern auf Fensterbrettern oder in Regalen mit abgeschrägten Regalböden gut sichtbar und für die Kinder erreichbar, auslegt. Eine weitere Möglichkeit, Kindern Zugang zu neuen Bilderbüchern zu eröffnen wäre, dass Erzieherin oder Erzieher gezielt Kinder auf ein Buch aufmerksam machen und dieses auf Wunsch vorlesen.

Da wir uns verschiedene Einrichtungen und somit verschiedene Möglichkeiten der Raumgestaltung angesehen haben, konnten wir uns eine Meinung über gut eingerichtete Lesebereiche bilden. Diese Erfahrungen können wir später an unserem Arbeitsplatz gut umsetzen.

Ein schöner Nebeneffekt des Projekts war, dass wir bei unseren Besuchen einen Einblick in verschiedene Kindertageseinrichtungen und pädagogische Arbeitsweisen bekommen haben.

Durch die Präsentationen der anderen Gruppen haben wir viel gelernt, z. B. über das Thema "Kunst mit Kindern" und wie ein Schattenspiel oder ein Puppenspiel nach einer Bilderbuchvorlage aussehen können.

Die Zusammenarbeit in der Gruppe war sehr gut, da wir die gleichen Ziele und Vorstellungen vom Thema hatten.

Da es keine Benotung der Ergebnisse gab, konnten wir ohne Leistungsdruck arbeiten. Wir empfanden diese Situation als sehr angenehm.

Im Anhang befinden sich:

  • ein Fragebogen an die Einrichtungen
  • ein Arbeitsblatt zur Literacyförderung

Projektleiterin
Susanne Fritz

Projektteilnehmerinnen
Nadine Lutz,
Eva Cibis und Sandra Kutschke

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