Sozialpädagogik

Bildfenster - Bilder und Bilderbücher betrachten, gestalten und verstehen

Das Interpretieren eines Bildes/ Gemäldes erfordert Übung.

Impressionen von der Ammer. Mohnbild - Übung: Texte und Bilder aussuchen und montieren. Schattenspiel:
Bericht und Kommentar der Projektgruppe

Schattenspiel

Wir entschieden uns für das Thema Schattenspiel, weil wir uns sehr gut vorstellen konnten, ein Bilderbuch als Schattenspiel umzuarbeiten und ein solches im Kindergarten aufzuführen.

Wir hatten bisher keinerlei praktische Erfahrung im Schattenspiel und waren deshalb offen und neugierig auf diese für uns neue Möglichkeit der Umgestaltung eines Bilderbuches. Das Thema Schattenspiel verbanden wir mit viel Spaß und Freude. Uns reizte es auch, die Unterschiede zwischen üblichen Theaterdarstellungen und dem Schattentheater herauszufinden.

Körperhaltung

Zuerst trafen wir uns mit unserer betreuenden Lehrerin Gisela Frey und machten Aufwärm- und Lockerungsübungen, die den ganzen Körper ansprachen. Anschließend führten wir Vorübungen zum Schattenspiel durch: "Gehen mit viel Körperspannung", welches den "geraden Blick" für die exakte Haltung im Profil schulte. Mit Leinwand und Lichtquelle sammelten wir danach wirkliche Schattenspielerfahrungen.

Die erste Übung hinter der Leinwand bestand darin, sich gegenseitig mit verschiedenen Gesten zu begrüßen. Schnell bemerkten wir, dass es gar nicht so einfach war, den Blick gerade zu halten und den Kopf nicht nach links oder rechts zu drehen, damit das volle Profil für die Zuschauer gut erkennbar ist. Dazu sollten alle Bewegungen im "Slow-motion-Tempo", also in Zeitlupe, durchgeführt und die "richtige" Entfernung zur Leinwand eingehalten werden, damit der Schatten sich auf der Leinwand deutlich abzeichnet. Hierbei halfen wir uns durch gegenseitiges Korrigieren.

Wir experimentierten mit bereitgestellten Requisiten und verwandelten uns in beliebige Personen: In einen Polizisten, eine schöne Dame, eine ältere Frau, einen Cowboy etc. Dabei stellten wir fest, dass die Kleider und Utensilien den Charakter der dargestellten Person deutlich hervorhoben.

Auswahl eines geeigneten Bilderbuchs

Der nächste Schritt unserer Vorbereitung bestand darin, ein geeignetes Bilderbuch auszuwählen. Das Angebot an Bilderbüchern war riesig. Wir entschlossen uns, ein fantastisches Bilderbuch zu bearbeiten da wir fanden, dass sich fantastische Bilderbücher mit den Mitteln des Schattenspiels leichter umzusetzen lassen als realistische. Wir entschieden uns für den Titel "Das Traumfresserchen", von Michael Ende.

Gemeinsam lasen wir das Buch und überlegten, wie man es in sinnvolle Szenen aufteilen kann.

Rollenverteilung und Proben

In einem weiteren Schritt teilten wir die Rollen zu. Bei dieser Entscheidung brachte jeder seine Vorlieben und Wünsche ein. Es war klar, dass jeder eine Rolle bekommen sollte. Die Proben zur ersten Szene (Königshof) konnten nun beginnen.

Während des Probens entwickelten sich sehr spontan Verbesserungsvorschläge. Die "Nichtschauspieler" korrigierten und gaben Anweisungen. Verbesserungsvorschläge wurden sofort aufgenommen und wieder neu gespielt. So entstand Szene um Szene.

Täglich fielen uns neue Ideen ein, die wir doch zumindest ausprobieren wollten. Die besten Ideen wurden dann direkt ins Theaterstück übernommen.

Schwierigkeiten ergaben sich oft durch die notwendige "Verdichtung" der Inhalte: (Wechsel der Jahreszeiten und Stimmungen, Weltreise...) Mit viel Fantasie setzten wir hier Requisiten, spannende Musik, Hell-Dunkel-Kontraste und zusätzliche Folien ein.

Da immer nur ein Teil der Gruppe spielte, konnten die anderen Mitglieder parallel dazu ergänzende Folien malen, Requisiten schneiden, etc.

Die Bedienung des OH-Projektors und CD-Players übernahmen die jeweils "freien Spieler".

Das Ergebnis unserer Arbeit war ein spannendes, zwanzig Minuten langes Schattentheaterstück, das die ganze Klasse in eine Fantasiewelt eintauchen ließ. Am Adventsbazar führten wir das Stück nochmals auf und ernteten dafür viel Zuspruch.

Schlussbetrachtung

Bisher kannten wir uns nur aus dem Klassenverband. Durch das intensive zweiwöchige Spielen und Experimentieren und gegenseitige Unterstützen entdeckten wir bei anderen und auch bei uns selbst neue spielerische Fähigkeiten und Talente. Dabei haben wir vor allem gelernt, uns in eine Rolle hinein zu versetzen und diese konsequent auszufüllen. Manche Rollen wurden sehr stark improvisiert und es entstanden dadurch echte Charakterrollen. Selten haben wir so viel gelacht!

Unser Projekt fand zur Hochsommerzeit statt. Wir hatten Temperaturen bis zu 38°C in einem Schulhaus mit vielen Glasfenstern. Diese Bedingungen waren für unser Schattenspiel "der schlimmste Feind", denn durch die ständig eingeschalteten Lichtquellen und das Verdunkeln heizte sich der Raum sehr stark auf! Diese Erfahrung hat uns gelehrt, für künftige Planungen eher die Herbst- und Winterzeit mit ihrem kühleren Wetter zu wählen.

Unser gutes Ergebnis haben wir wohl vor allem unserer guten Teamfähigkeit zu verdanken. Wir haben schnell gemerkt, dass ohne die oder den anderen nichts voran geht. Die Abhängigkeit voneinander war groß. Kam eine Person zu spät oder es wurde jemand krank, konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden, weil jeder für jede Szene wichtig war - egal ob als Spieler oder verantwortlich für Licht, Kulissen oder Geräusch. Für unsere Arbeit war es von Vorteil, keine Noten zu bekommen, da wir so wesentlich kreativer und lockerer experimentieren konnten.

Fazit

Unsere Entscheidung für das Schattenspiel hat sich gelohnt: Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen fühlt sich jetzt jedes Gruppenmitglied in der Lage, ein "Schattenspiel-Projekt" mit Kindern durchzuführen. Im Vergleich mit dem üblichen Theater hat es den großen Vorteil, durch den Schutz den die Leinwand bietet, auch gehemmte Kinder mit einzubeziehen, sie aus der Reserve zu locken und fürs darstellende Spiel zu begeistern.

Projektleitung

Gisela Frey

Projektteilnehmerinnen und Teilnehmer

Lea Nagel, Anna Frach, Ulrich Jakob, Kevin Schiller, Andrea Wenk, Maren Schäfer und Melanie Ade

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