Anfahrt mit dem Bus ab Ercolano, ca. 45 Minuten. Aufenthaltsdauer: ca. 2,5 bis 3 Stunden
Geokoordinaten: 40° 49' 43.27'' N, 14° 25' 38.62'' E

Vesuv

Geologie, Ausbrüche, Tourismus, Gefährdung, Wanderung


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Der heute 1281 m hohe Vesuv prägt das gesamte Landschaftsbild der Region. Er bietet einen grandiosen Ausblick auf den Verdichtungsraum, den Hafen und den Golf von Neapel.

Vesuv

Geologie

Der Vesuv ist, wie sein Nachbarberg der Monte Somma, Teil eines Vulkangürtels und liegt oberhalb einer aktiven Subduktionszone. Hier taucht der apulische Sporn unter die eurasische Kontinentalplatte. Die Decke der Magmakammer befindet sich in etwa 5,5 km Tiefe und sie weist ein Volumen von ca. 50 km³ auf.
Die Entwicklung der Vulkane in diesem Gebiet setzt mit einem Inital-Durchbruch vor etwa 12.000 Jahren ein. Danach kam es zu einer rund 2.000 Jahre andauernden Ruhepause, in der das Dach der teilweise geleerten Magmakammer langsam absank, wodurch der Druck wieder anstieg. Dies führte vor etwa 8.000 Jahren zu einem neuen Ausbruch, der rund zweieinhalb Jahrtausende anhielt und einen neuen Berg, den bis zu 1000 m hohen Schichtvulkan Alt-Somma entstehen ließ. Nach dem Einsturz des Schlotes setzte die vulkanische Aktivität für mehrere Jahrhunderte aus und begann erst vor rund 5.000 Jahren wieder. Zwei große Eruptionen ließen den Jung-Somma auf eine Höhe von etwa 2.000 m anwachsen. Nach einer weiteren Ruhephase von mehreren Jahrhunderten kam es dann zu den Aktivitäten, denen → Pompeji zum Opfer gefallen ist.

Neuere Ausbrüche

Während die Ausbruchsgeschichte des Vesuv in der Zeit von 79 bis 1631 nur bruchstückhaft bekannt ist, sind ab da die nahezu durchgängigen Aktivitäten des Vesuv lückenlos aufgezeichnet und detailliert dokumentiert (vgl. z. B. Diercke Weltatlas 2015, Karte 136.2). Diese Eruptionen wurden entgegen dem großen Ausbruch im Jahr 79 durch eine deutlich größere und tiefer gelegene Magmakammer gespeist. Sie breitet sich in 11-15 km Tiefe unter dem gesamten Vulkangebiet Kampaniens aus.
Seit 1944 lassen sich am Vesuv nur einige leichte Erdbeben und im 230 m tiefen und etwa 500 m weiten Krater einige Fumarolen beobachten. Der Vulkan ist allerdings nicht erloschen und kann jederzeit ausbrechen.

Aktuelle Ausbrüche lassen sich auf der Internetseite des Istituto  Nazionale di Geofisica e Vulcanologica anzeigen.

Tourismus

Mit dem Ausbruch von 1631 entwickelte sich langsam ein Vulkantourismus am Golf von Neapel. Diesem folgte auch Johann Wolfgang von Goethe, der auf seiner Italienischen Reise den Vesuv mehrfach bestiegen hat.
Ab 1880 wurde die touristische Infrastruktur weiter ausgebaut und eine Standseilbahn angelegt, die bis fast auf den Gipfel reichte. Beim letzten Ausbruch im Jahr 1944 wurde sie allerdings zerstört und später durch eine Sesselbahn ersetzt. Aber auch diese wurde 1984 stillgelegt, da sie den Andrang der Touristen nicht bewältigen konnte. Heute erreicht man den Vesuv über eine Straße, die letzten Höhenmeter über einen geschotterten Fußweg.

Gefährdung / Schutz

Auch wenn der Vesuv im Moment ruhig ist, gehen die Geowissenschaftler davon aus, dass er früher oder später wieder erwachen wird. Dann wären die rund 700.000 Menschen, die in der rund 200 km² großen roten Zone leben, akut bedroht. Neben einer kontinuierlichen Überwachung der vulkanischen Aktivität und der Ausarbeitung von Evakuationsplänen, versucht die Regionalregierung auch die Anzahl der Bewohner dieser Zone durch finanzielle Anreize bei einem Wegzug zu verringern. Von diesem Angebot haben bisher nur wenige Bürger Gebrauch gemacht. Gleichzeitig wurden aber, nach Angaben der Umweltorganisation Legambiente, rund 50.000 illegale Häuser neu gebaut.
Seit 2016 wurde die ehemalige rote Zone zur „new red zone“ erweitert. Zusätzlich zu den Gebieten, die direkt durch pyroklastische Ströme bedroht sind, wurden nun auch Gebiete ausgewiesen, in denen eine hohe Gefahr besteht, dass die Dächer der Gebäude durch das Gewicht pyroklastischer Ablagerungen wie Asche, Lapilli oder Bims einstürzen. Krater des Vesuvs


Organisatorische Hinweise:

Die einfachste Art, den Vesuv zu erreichen ist mit einem gecharterten Bus. Die Parkgebühren betragen 50 € und beinhalten den Busshuttle bis zum Vesuvio quota (1000 mNN). Von hier aus führt ein befestigter Schotterweg ca. 200 Höhenmeter bergauf zum Kraterrand. Ohne Bergführer darf der Krater nur zu etwa einem Drittel umrundet werden.
Der Eintritt in Höhe von 8 € pro Schüler wird rund 200 m unterhalb des Vesuvio quota bezahlt. Mit einer von der Schulleitung bestätigten Teilnehmerliste (Dichiarazione) im Original erhalten bis zu zwei Personen freien Eintritt. Eine Voranmeldung ist nicht erwünscht.
Achtung:
Seit Sommer 2017 dürfen nur noch Busse mit einer maximalen Länge von 10,5 m den Vesuv anfahren.



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