Interkulturelle Veranstaltungen

Kommt, hört, seht und ...!

Ein schulischer Veranstaltungskalender, der über das Jahr die kulturelle Vielfalt der am Schulleben Beteiligten aufgreift, signalisiert Offenheit und Erwünschtheit für einen breiteren Ausschnitt der Schulgemeinschaft. Interkulturelle Veranstaltungen sind direkt oder indirekt das Schaufenster in die interkulturelle Arbeit im Schuljahr (siehe auch interkulturelle Schulprojekte). Sie wirken integrativ in die Kommune hinein, wenn sie auf der Webseite der Schule und in der Presse öffentlich wahrgenommen werden. Sie können in einem großen Schulfest zusammengeführt werden. Wirksamer sind über das Jahr verteilte Veranstaltungen mit mehr Beachtung der Öffentlichkeit für das einzelne Thema und die beteiligten Personen.

Beispiele

  • Theater-/Musikaufführungen durch eigene AGs oder externe Ensembles
    • kulturell mehrperspektivische Themen,
    • ggf. mehrsprachig,
    • multikulturelles Ensemble, etc.
  • Ausstellungen von beendeten interkulturellen Projekten und ihrer Produkte
  • Mitmachveranstaltungen bzw. interaktive Veranstaltungen wie
    • interkulturelle Cafés (auch mit Themenschwerpunkten)
    • Kunsthappenings
  • Vorträge, Infoabende und öffentliche Gespräche
    • Planung und Beteiligung von z.B. mehrsprachiger Schüler- bzw. Elternvertretung bzw. außerschulische Fürsprecherinnen und Fürsprecher,
    • kulturell mehrperspektivisch aufbereitete Themen.
  • Veranstaltungen des interkulturellen/interreligiösen Dialogs

 

 

Niederschwelligen Zugang ermöglichen

Sprachbarrieren überwinden

Bibliographische Nachweise

 

 

Niederschwelligen Zugang ermöglichen

Schulen thematisieren oft, dass sie nicht immer Zugang gerade zu mehrsprachigen Erziehungsberechtigten und vor allem zu neu zugewanderten Eltern als Erziehungspartner finden. Unterschiedliche Faktoren können eine Distanz zwischen Eltern und Schule verursachen:

  • Hilflosigkeit auf beiden Seiten durch Sprachbarriere, wenn bei Bedarf keine Dolmetscher zur Verfügung gestellt werden (können);
  • Die Rollenerwartungen der Eltern und der Schule decken sich nicht, z.B. Schule als unhinterfragte Autorität und nicht als Erziehungspartnerin;
  • Eigene negative Erfahrungen mit dem Schulsystem des Herkunftslands oder mit dem deutschen Schulsystem führen zur Kontaktvermeidung, z.B. durch Defizitorientierung der Lehrkräfte.

Kulturelle Veranstaltungen, in denen diese Erziehungsberechtigten sich und ihre Kinder repräsentiert sehen und wertschätzend wahrgenommen fühlen, bieten die Chance eines positiv besetzten Kontakts. Sie können der Einstieg in eine Identifikation mit der Schule sein, die einer produktiven Zusammenarbeit den Weg bereitet (vgl. Arslan 2014, S. 71/72).

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Sprachbarrieren überwinden

Der Zugang zu den Veranstaltungen kann erleichtert werden, wenn auf sprachliche oder persönliche Barrieren Rücksicht genommen wird, z. B.

Einladungen, Veranstaltungskalender in einfacher bzw. Leichter Sprache (s. Exkurs: Mehrsprachigkeit vs einfache bzw. Leichte Sprache),

Unterstützung des Hörverstehens bei Vorträgen durch

  • klare Illustrationen,
  • kurze Zwischenzusammenfassungen in einfachen Worten,
  • Beschriftung von Ausstellungstafeln in einfacher bzw. Leichter Sprache,
  • direkte Ansprache der Zielgruppe durch dazu beauftragte Personen (z.B. Kulturbeauftragte), etc.

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Bibliographische Nachweise

Arslan, M. (2014); Interkulturelles Kinder- und Jugendtheater als Beitrag zur Elternarbeit. In: Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (Hrsg.)(2014): Divers – kontrovers? Ideen für den interkulturellen Schulalltag. München, S. 71-86
Online abrufbar hier

Bundesministerium für Arbeit und Soziales / Netzwerk Leichte Sprache (2018): Leichte Sprache. Ein Ratgeber. Bonn
Online abrufbar hier

Lopez, C.: Einfache Sprache


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