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Der Großkhan – „der mächtigste Mensch, den es je in der Welt gegeben hat“?

Seit Dschingis Khan bezeichneten sich die Herrscher der Mongolen als Großkhan, um ihre Hoheit über die anderen mongolischen Fürsten, aber auch über alle anderen Könige und Fürsten der Welt auszudrücken. Auch der italienische Kaufmann Marco Polo bezeichnet den Großkhan Kublai als "mächtigsten Menschen der Welt". Aber stimmt das überhaupt bzw. inwiefern trifft es zu?

M 1: Vergleich des Römischen Reiches mit dem Mongolischen Reich

Vergleich des Römischen Reiches mit dem Mongolischen Reich


M 2: In einer Yasa (Gesetzesverkündigung) Dschings Khans vor der Eroberung des Persischen Reiches Choresmien werden folgende Strafen für Soldaten festgelegt:

Yasa (Gesetzesverkündigung) Dschings Khans
Aus der persischsprachigen "Geschichte des Welteroberers" von Dschuwaini (verfasst um 1260), zusammengestellt nach Michael Weiers, Die Mongolen, Stuttgart 2004, S. 77.


M 3 Aus einer Yasa des Dschingis-Khan um 1225
"Die Mongolen müssen sich die ganze Erde unterwerfen und dürfen mit keinem Volk Frieden haben, bis es vernichtet ist, außer es unterstellt sich ihnen."
Zit. n. Michael Weiers, Die Mongolen, Stuttgart 2004, S. 85.

Dschingis Khan
Dschingis Khan
Zeichnung 14.Jh.
Bild: Unknown / (of the reproduction) National Palace Museum in Taipei via Wikimedia Commons
Quelle 793x1016 Pixel

M 4 Über zwei wichtige Gesetze der Mongolen schreibt Johannes de Plano Carpini
"Das eine besagt, dass, wer auch immer sich voller Hochmut aus eigener Machtvollkommenheit ohne Wahl der Fürsten zum Kaiser aufwerfen will, ohne Gnade getötet werden muss. Daher wurde vor der Wahl des Güyük Khan aus diesem Grunde einer der Fürsten, ein Verwandter des Dschingis Khan selbst, getötet, denn er wollte ohne Wahl herrschen. Ein anderes Gesetz besagt, dass sie sich alle Welt untertan machen sollen und mit keinem Volk Frieden schließen dürfen, außer wenn es ihnen unterworfen ist, bis die Zeit ihres Unterganges gekommen sein wird."
Johannes von Plano Carpini, Kunde von den Mongolen 1245-47, hrsg. von Felicitas Schmieder, (edition erdmann) Wiesbaden: Verlagshaus Römerweg 2015, S.62.

Feiern am Hofe des Großkhans
M 5 Feiern am Hofe des Großkhans
Bibilothèque Nationale de France
Bild: unknown / (of the reproduction) Staatsbibliothek Berlin/Schacht [Public domain], via Wikimedia Commons © wikipedia gemeinfrei
Quelle 1024x1373 Pixel

Dschingis Khan mit seinen Söhnen Dschochi und Ögödei
M 6 Dschingis Khan mit seinen Söhnen Dschochi und Ögödei
aus der Chronik von Rashid ad-Din, Jami al-Tawarikh, (um 1330) Bibliothèque Nationale de France, Paris
Bild: Rashid ad-Din [Public domain] via Wikimedia Commons
Quelle

M 7 Karte zum Mongolischen Reich ca. 1300

M 7 Karte zum Mongolischen Reich ca. 1300
M 7 Karte zum Mongolischen Reich ca. 1300
Die vier Khanate, in die Dschingis Khan sein Reich eingeteilt hatte, hatten sich zu Teilreichen entwickelt. Nur der Ilkhan in Persien (lila) erkannte die Oberhoheit des Großkhans (grün) noch an, die beiden anderen Khanate nicht mehr. Ihre Khane brachten eigene Münzen heraus, in denen sie sich als Alleinherrscher bezeichneten.
Karte: By Gabagool (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
Quelle 1644x959 Pixel


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