Hier finden Sie Informationen zu den Bildungsplänen im Fach Geschichte, außerdem Unterrichtsmaterialien, Linksammlungen, Werkzeuge zur Eigenrecherche und Hinweise auf außerunterrichtliche Lernorte.

Geschichte - Sprache - Theater: Förderung historischer und sprachlicher Kompetenzen mit dem dramapädagogischen Ansatz

Christiane Bertram (Universität Konstanz) & Doreen Bryant (Universität Tübingen)

Sprachförderung ist Aufgabe aller Fächer, nicht nur des Deutschunterrichts. Lehrkräfte aller Schulformen, auch die am Gymnasium, sind mit einer sprachlich heterogenen Schülerschaft konfrontiert. Vielen Lernenden fehlen die sprachlichen Voraussetzungen für die Erreichung der Unterrichtsziele in den Fächern. Die Lehreraus- und ‑fortbildung steht daher vor der Herausforderung, Lehramtsstudierende und Lehrkräfte für potenzielle sprachliche Schwierigkeiten zu sensibilisieren und ihnen didaktische Wege des Umgangs mit sprachlicher Heterogenität aufzuzeigen.

Dabei stellen die Fächer jeweils spezifische sprachliche Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Generell sind bildungssprachliche Kompetenzen gefordert, um dem Unterricht folgen zu können (z.B. Verständnis der Arbeitsaufträge oder Teilnahme am Unterrichtsgespräch). Darüber hinaus stellt das Fach Geschichte hohe Anforderungen an die sprachliche Kompetenz der Lernenden. Zum einen wird im Geschichtsunterricht mit sprachlich anspruchsvollen Texten (z.B. Quellen in altertümlicher Sprache, sprachlich verdichtete darstellende Texte) gearbeitet. Zum anderen fordert und fördert der kompetenzorientierte Geschichtsunterricht die „narrative Kompetenz“ (Barricelli, 2012), die Lernenden sollen auf der Grundlage der ihnen zur Verfügung stehenden Materialien eine (begründete) eigene „Geschichte“ über die Vergangenheit erzählen. Wie können nun diese sprachlichen Kompetenzen im Fachunterricht aufgebaut werden und wie können die (angehenden) Lehrkräfte hierauf vorbereitet werden?

In dem von der Baden-Württemberg-Stiftung geförderten interdisziplinären Tandem-Fellowship-Lehrprojekt „Theater Geschichte Sprache“, konzipiert als kombinierte Aus- und Fortbildung für Studierende und Geschichtslehrkräfte, wurden die Potenziale der dramapädagogischen Methode für die Förde­rung historischer und sprachlicher Ziele ausgelotet. Dabei gingen die didaktischen Überlegungen stets vom Fachinhalt aus. Im Fach Geschichte bildet typischerweise eine unterrichtsleitende „Problemfrage“ den Ausgangspunkt. Die Auswahl der dramapädagogischen Mittel und der bildungssprachlichen Strukturen ist dem untergeordnet und sollte so erfolgen, dass die Bearbeitung der zentralen Fragestellung ästhetisch und sprachlich unterstützt wird. Im Rahmen des Projekts wurden mit Hilfe von fachdidaktischer, sprachdidaktischer und theaterpädagogischer Beratung dramapädagogische Unter­richtseinheiten zu curricular verbindlichen Themen entwickelt, im Unterricht der beteilig­ten Lehrkraft ausprobiert und anschließend reflektiert. Auf dem Lan­desbildungsserver Baden-Württemberg werden die Unterrichtsentwürfe und Ma­terialien interessierten Lehrkräf­ten digital zur Verfügung gestellt.


Module:

Frauen in der Französischen Revolution (wird gerade ausgearbeitet)

Die Revolution von 1848/49


Nähere Informationen zu unserem Ansatz finden Sie unter:

Bertram, C. & Bryant, D. (2019, in Druck). Geschichte – Sprache – Theater: Sprachbildung und Förderung historischen Denkens mit dem dramapädagogischen Ansatz. In C. Bertram & A. Kolpatzik, A. (Hrsg.), Sprachsensibler Geschichtsunterricht. Von der Theorie über die Empirie zur Pragmatik. (S. 138-148). Frankfurt a.M.: Wochenschau-Verlag.


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