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25.04.2021 Immunbiologie
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Informationen und Materialien zum Fach Biologie in allen Schulformen und für alle Schulstufen

 

Bockkäfer Cerambycidae

Der Sägebock (Prionus coriarius), ein Bockkäfer
Der Sägebock (Prionus coriarius), ein Bockkäfer
Bockkäferlarve
Bockkäferlarve

Einführung

Die Familie der Bockkäfer ist in Mitteleuropa durch etwa 200 Arten vertreten. Ein auffälliges Kennzeichen sind die sehr langen Fühler, die häufig länger sind als der Rumpf der Tiere mit Kopf, Brust und Hinterleib: daher der Name "Bock". Die Männchen haben meistens längere Fühler als die Weibchen. Für die Bewegung dieser schweren Fühler ist Raum für große Muskeln im Kopf notwendig, der den Augen nicht mehr zur Verfügung steht. Der Fuß besteht aus 5 Gliedern, von denen das vierte sehr klein ist und deswegen nur bei genauer Betrachtung gesehen wird.

Die Augen sind nierenförmig, die Schienen haben zwei lange Enddorne.

Erwachsene Tiere leben 30 bis maximal 90 Tage. Man kann sie v.a. in den Monaten Juni bis August finden.

Die erwachsenen Käfer können häufig stridulieren, dabei bewegen sie die Vorder- gegen die Mittelbrust (bspw. der Heldbock Cerambyx cerdo).

Ernährung

Die Larven und die erwachsenen Käfer sind phytophag, d.h. sie ernähren sich von pflanzlichem Material. Erwachsene Bockkäfer ernähren sich von Pollen, Blütenteilen und Pflanzensäften, die Larven der meisten Bockkäferarten sind xylobiont, d.h. sie ernähren sich von Holz.

Fortpflanzung

Die Larven haben wie Fliegenmaden keine Beine aber sehr stark sklerotisierte Mandibeln. Die Larven benötigen mindestens ein halbes Jahr zur Verpuppung, einige Arten aber auch mehrere Jahre.

Evolutive Anpassungen

Viele Bockkäfer sind gute Flieger.

Die Bockkäferlarven haben in taschenartigen Ausstülpungen des Mitteldarms symbiontische Hefen, die bei der Verdauung von Holz durch die Bereitstellung von Cellulase helfen. Die Weibchen nehmen diese Hefen in den Legeapparat auf, bei der Eiablage werden die Eier von außen mit diesen Hefen beschmiert. Die Larven fressen die Eihülle und nehmen so wieder diese Symbionten in ihren Darmtrakt auf.