25.04.2021 index
25.04.2021 Immunbiologie
25.04.2021 Immunbiologie

Informationen und Materialien zum Fach Biologie in allen Schulformen und für alle Schulstufen


Blattkäfer Chrysomelidae

Blattkäfer bei der Paarung
Blattkäfer bei der Paarung

Einführung

In Deutschland gibt es ca. 470 Blattkäferarten.

Blattkäfer sind kleine Käfer (max. 18 mm lang). Blattkäfer können fliegen, tun das aber selten und nur kurze Strecken. Blattkäfer haben eine ovale bis eiförmige Gestalt. Ausnahme sind die Schilfkäfer Donacia, die eher wie Bockkäfer aussehen. Die Fühler haben 11 Glieder, wobei nur das erste meist etwas größer ist. Die Fühler sind maximal halb so lang wie der Käfer ohne Fühler. Die Augen sind meistens rund. Die fünfgliedrigen Füße sind scheinbar viergliedrig (pseudotetramer), da das vierte Glied sehr klein ist und vom dritten Glied eingehüllt wird.

Blattkäfer sind tagaktiv. Von Mai bis September kann man sie von ihren Wirtspflanzen absammeln: erwachsene Käfer, Eier, Larven und manchmal auch Puppen. Dabei bietet sich für die Schule besonders der September an, da in diesem Monat weniger Arten als in den Monaten Mai bis Juli vorkommen, dafür diese aber in größerer Individuenzahl.

Der bekannteste Blattkäfer ist der Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata),

Larven von Blattkäfern auf junger Pappel
Larven von Blattkäfern auf junger Pappel

Fortpflanzung

Die Eier werden meist an die Unterseite von Blättern gelegt. Der Käfer lebt durch alle Stadien hindurch auf seiner Wirtspflanze, meist kommt er nur auf wenigen, nahe verwandten Arten vor, so Pyrrhalta viburni auf den beiden Schneeballarten Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) und Wolliger Schneeball (Viburnum.lantana).

Der Schilfkäfer (Donacia) bildet eine Ausnahme: er legt seine Eier unter Wasser an Wasserpflanzen. Die Larven leben untergetaucht und stechen mit zwei langen Dornen am letzten Hinterleibssegment die Luftgefäße von Wasserpflanzen an um so mit den dort gelegenen offenen Stigmen die Luft aus den Gefäßen aufzunehmen.

Scheinbar viergliedriger Fuß eines Blattkäfers
Scheinbar viergliedriger Fuß eines Blattkäfers

Ernährung

Die Larven und die erwachsenen Käfer sind phytophag, d.h. sie ernähren sich von pflanzlichem Material. Die Larven und die erwachsenen Käfer ernähren sich von Blättern und fressen diese häufig in einem charakteristischen Fraßbild an.

Manche Arten haben symbiontische Mikroorganismen z.B. in den Blattkäfergattungen Cassida, Bromius, Donacia; Plateumaris. Diese Symbionten leben in Anhängen des Mitteldarms und werden von den Weibchen auf die Eier gestrichen. Die Larven fressen die Eihüllen und verschlucken so wieder die Symbionten.

Durch ihre phytophage Ernährung gelten sie als schädlich für den Menschen.

Es gibt wenige Blattkäferarten, die sich unspezifisch von vielen Wirtspflanzen ernähren, dafür viele Arten die sich nur von einigen wenigen oder auch obligat nur von einer einzigen Wirtspflanzenart ernähren. Deswegen sollte man bei der Bestimmung von Blattkäfern immer die Pflanzenart einbeziehen, auf der der Käfer gefunden wurde.

Eier eines Blattkäfers (Gastrophysa viridula)
Eier eines Blattkäfers (Gastrophysa viridula)
Larve eines Blattkäfers (Chrysomela populi)
Larve eines Blattkäfers (Chrysomela populi)