Mathematik in der Grundschule

Mathematischer Spaziergang



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Hinter dem Begriff 'Mathematischer Spaziergang' verbirgt sich ein Lerngang mit der digitalen Kamera, bei dem die Kinder Zahlen, Muster und Strukturen, kurz Mathematik in der Umwelt entdecken sollen. Die Bilder werden später individuell am Computer ausgewertet und je nach Können bearbeitet.

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In den Leitgedanken des Bildungsplanes wird es als eine zentrale Aufgabe des Mathematikunterrichts gesehen, dass man an die Vorkenntnisse des Kindes anknüpft. Die meisten Schulanfänger verfügen über eine hohe Grundkompetenz im Bereich der Zahlen. Diesem Umstand muss Rechnung getragen werden. Bei der Auswertung und Bearbeitung der Fotos lassen sich große Unterschiede feststellen. Mathematik ist mehr als nur Erwerb der Kulturtechnik „Rechnen“. Mathematik soll vor allem eine Denk- und Problemlösehaltung entwickeln, in der die Kinder sensibel gemacht werden für den mathematischen Gehalt alltäglicher Phänomene und Fragestellungen. Sie sollen angeregt werden, Fragen und Probleme zu erforschen und Lösungen und Antworten zu finden.

 

Aufgabenstellungen

 

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Eine weitere zentrale Aufgabe des Mathematikunterrichts „Befähigung zum Mathematisieren von Situationen aus der Lebenswelt“ kann mit Hilfe des „Mathematischen Spaziergangs“ hervorragend bewältigt werden.
Die Kinder werden befähigt auf unterschiedlichem Niveau Lösungswege individuell darzustellen und sich über Lösungswege auszutauschen („mathematische Konferenz“). Überfachliche Kompetenzen (Schlüsselqualifikationen) wie Kommunikationsfähigkeit, Denkstrukturen entwickeln, Kooperationsfähigkeit und Problemlösefähigkeit können bei dieser Art des Arbeitens ausgebildet und gefördert werden.

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Zur Kompetenz in Geometrie gehört neben der bewussten Wahrnehmung der Lebensumwelt das Entdecken und Analysieren von Strukturen und Phänomenen. Hierfür bietet der natürliche Lebensraum genügend Beispiele, die dabei helfen ein geometrisches Vorstellungsvermögen zu entwickeln.

 

Fragestellungen

 

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Die Auswertung der Bilder impliziert alle Leitideen des Bildungsplanes. Man bewegt sich im Raum der Zahlen, der Größen, in Raum und Ebene, in Muster und Strukturen und man setzt sich mit Daten und Sachsituationen auseinander. Die Natur und die Lebenswelt der Kinder bietet eine Fülle von Fragen und Problemen, die Mathematik liefert die Antworten dazu. In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen entwickeln die Kinder Problemlösestrategien, entdecken Gesetzmäßigkeiten und ihre natürliche Neugier und ihr Drang nach Verstehen ist der mathematische Türöffner für eigene Lösungswege und direkte Einsicht in mathematische Zusammenhänge. Anwendungs- und problemorientiert, handlungsbezogen, emotional ansprechend, aktiv-entdeckend und kreativ, differenzierend und individualisierend sind Merkmale eines guten Mathematikunterrichts. Diese lassen sich mit der Idee des Mathematischen Spaziergangs problemlos ab Klasse 1 umsetzen.

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Mit zunehmenden Kenntnissen können in Klasse 2 und 3 Fragestellungen, die sich aus Fahrplänen ( Bild 30) oder Preisangeboten in Geschäften ( Bild 44-46) ergeben, bearbeitet werden (je nach individuellen Fähigkeiten der Kinder). Themenfelder und sich daraus ergebende Fragstellungen aus dem Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur lassen sich wunderbar mit Hilfe der Mathematik erklären.

Yvonne Schupp, Breitwiesenschule Hochdorf