Das Limesmuseum in Aalen und das Limestor bei Dalkingen

 

Das Limesmuseum öffnet seine Tore am 24. Mai 2019 nach einer Umbauphase wieder. Einzelheiten für den Besuch entnimmt man der Internetseite des Limesmuseums: www.limesmuseum.de.

Das Limesmuseum in Aalen stellt sicher eines der interessantesten Ziele für Exkursionen dar. Beim Portal Landeskunde des Landesbildungsservers gibt es einen umfangreichen Entwurf für die Vorbereitung eines Besuchs in Aalen.

Das Kastell in Aalen wurde um 160 n. Chr. erbaut und um 260 n. Chr. wieder aufgegeben. Ab dem Jahr 120 n. Chr. verlegten die Kaiser die Grenze des römischen Reiches von der zuvor gültigen Grenze entlang Rhein und Donau nach Osten und Norden, auf eine Linie, die sich von Mainz aus in den Odenwald zog und von dort über die Schwäbische Alb, wo diese Linie bei Aalen einen Knick machte und weiter nach Osten bis Regensburg verlief.

Übersichtskarte über den Verlauf des Limes bei Aalen

Limes bei Aalen
Diese Karte ist ein überarbeiteter Ausschnitt aus der Karte des Obergermanisch-Rätischen Limes bei Wikimedia Commons. Autor: Ziegelbrenner.
Die Karte steht unter der Creative-Commons-Lizenz Attribution- Share Alike Unportet 3.0.

Der Limes war zuerst eine Schneise im Wald, die mit Wachtürmen abgesichert war; in späteren Bauphasen kamen Palisaden hinzu. In Aalen war die 1000 Mann starke Reitereinheit ala II Flavia pia fidelis millaria stationiert. Diese Soldaten schlossen vielfache Verbindungen zu ihrem Umfeld, so dass eine gewisse Romanisierung des Umlandes stattfand. Der Limes diente nicht als reine Grenzbefestigung, sondern als Kontaktbereich. Den Soldaten winkte nach einer 25-jährigen Dienstzeit das römische Bürgerrecht. Die mobile Reitertruppe zog zur Unterstützung militärischer Unternehmungen ins weite Umfeld; je nach Sichtweise sorgte sie damit für die Sicherheit der Region oder stellte den Herrschaftsanspruch des römischen Imperiums sicher. Ab ca. 260 n. Chr. konnte das Grenzregime gegen die Überfälle von Gruppen aus den nördlichen Teilen Germaniens nicht mehr verteidigt werden, so dass die Reichsgrenze wieder, wie zu den Zeiten des Augustus, entlang der Rhein-Donau-Linie verlief.

Quelle: Martin Kemkes/Markus Scholz: Das Römerkastell Aalen. UNESCO-Welterbe (Limesreihe − Schriften des Limesmuseums Aalen), Stuttgart 2012

Auf dem Gelände des Limesmuseums kann man die ausgegrabenen Fundamente der Kastellanlagen sehen; im Museum werden Rekonstruktionen der Grenzanlagen und Fundstücke gezeigt, die einen plastischen Eindruck des römischen Lebens und der militärischen Ausrüstung vermitteln.

Weitere Informationen:

 

Landkarte mit dem Limesmuseum Aalen bei OpenStreetmap


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Wenn man mit dem Bus oder dem Fahrrad unterwegs ist, sollte man auch das Limestor bei Dalkingen besuchen, das heute mit einem Glasdach gegen die Verwitterung geschützt wird.

  • Informationen zum Besuch: www.limestor-dalkingen.de (Ostalbkreis).
  • Historischer Vergleich Limestor/Jadetor (Große Mauer) beim Geschichtsportal des Landesbildungsservers: Übersicht.


Das Limestor bei Dalkingen, in der Nähe von Aalen


Das Limestor bei Dalkingen

Karte des Limestors bei Dalkingen bei OpenStreetmap


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Wenige Kilometer vom Limestor entfernt stand das Kastell Rainau-Buch. Heute sind hier nur wenige Fundamente und einige Rekonstruktionen zu sehen. Weitere Informationen:

In der Nähe: Das Alamannenmuseum in Ellwangen zeigt Funde aus der Völkerwanderungszeit, die bei Grabungen in Lauchheim zutage traten.

Auf der Übersichtskarte findet man Aalen im Planquadrat 4C.