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Slaving - Grundlage für Kubas Modernisierung?

"Mittels des illegalen Handels mit menschlichen Körpern und der illegalen Gewinne der Menschenhändler wurde die Modernisierung der Zuckerproduktion auf den großen Plantagen im Westen Kuba finanziert, wo der effizienteste und profitabelste Plantagen-Zucker-Sklavereikomplex der gesamten Weltgeschichte entstand."

(zitiert nach: Michael Zeuske: Die Geschichte der Amistad. Sklavenhandel und Menschenschmuggel auf dem Atlantik im 19. Jahrhundert. Stuttgart: Reclam 2012, S. 9)


"Kuba hatte in zweierlei Hinsicht eine zentrale Rolle für die Makrostruktur des Hidden Atlantic. Die Insel (und spanische Kolonie) Kuba war zwischen 1830 und 1880 Weltzentrum der Zuckerproduktion mit Massensklaverei sowie zugleich, auch im Vergleich mit dem Süden der USA und Brasilien sowie sogar England, die dynamischste und nach den Maßgaben der Zeit "modernste" Agrarwirtschaft der Welt. Zweitens hatten Kuba und der Menschenschmuggel nach Kuba eine zentrale Rolle für die Karibik, die Verbindungen Karibik-Afrika, die Verbindungen zwischen allen Amerikas und den Sklavenschmuggel in den Süden der USA."


"Die Realität des hidden Atlantic war eine historische Etappe der Grundlegung und der Globalisierung des Kapitalismus, die noch nicht vorüber ist. Eine Etappe, in der viele Anfänge und viele lose Enden noch erkennbar sind, die gerade heute komplizierte Knäuel bilden."


"Heute spricht man für das 19. Jahrhundert von Modernität – vielleicht muss man bald auch von atlantischer Sklavereimodernität sprechen?"


"Ein neuer großer Makroraum mit drei Zentralitäten zeichnete sich ab: der verborgene Atlantik zwischen den atlantischen Afrikas und den Amerikas, die hässliche Seite der in Europa meist emphatisch gepredigten „Freiheit der Meere“, zugleich die hässliche Seite der „Freiheit des Handels“ und der "Freiheit des Konsums" (im 18. und 19. Jahrhundert verbreiten sich vor allem in Europa, aber auch in Nordamerika die Produkte der "Luxus-Inseln" [Tabak, Kaffee, Zucker, Rum], die in Realität von Sklaven produziert wurden), oft verdeckt durch Diskurse von der „Freiheit des Marktes“ und Abolitionsdiskurse, die sich vor allem britische Wirtschaftsliberale seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben hatten (vor allem Schotten)."


Alle Zitate sind, wenn nicht anders angegeben, aus: Michael Zeuske: Out of the Americas: Sklavenhändler und Hidden Atlantic im 19. Jahrhundert. Ein Forschungsprojekt am Historischen Seminar der Universität zu Köln „Mann heißt mongo“.


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