26.01.2020 Selektionstheorie
13.12.2019 Evolution

Informationen und Materialien zum Fach Biologie in allen Schulformen und für alle Schulstufen


Strategien des Nahrungserwerbs

Vorderende der Larve der Wiesenschnake Tipula, ein Zerkleinerer
Hinterende der Larve der Wiesenschnake Tipula, ein Zerkleinerer

Der Bau der Mundwerkzeuge spiegelt die evolutive Anpassung an die bevorzugte Nahrung wieder.

1. Zerkleinerer

Hier sind es v.a. die Flohkrebse (Gammarus), die v.a. im Wald das Falllaub zerkleinern und verdauen. Dabei helfen bestimmte Pilze bei dem Abbau des organischen Materials. Flohkrebse bevorzugen dabei die Blätter von Weichholzarten (Erle, Esche, Weide). Außerdem fressen auch die Larven von Wiesenschnaken (Tipula) größere Stücke von organischem Material, indem sie es zuerst zerkleinern.

2. Weidegänger

Die Larven von einigen Arten der Köcherfliegen bspw. die Gattung Glossosoma und der Eintagsfliegen bspw. der Gattung Heptagenia weiden Algenbewuchs von Steinen ab. Auch die Larven der Hakenkäfer (Dryopidae) fressen Algen.

3. Sammler

Würmer aus der Ordnung der Wenigborster, Oligochaeta, bspw. die Gattung Tubifex, und Larven der Zuckmücken Chironomus verfolgen die Strategie der Sammler. Auch Larven der Eintagsfliegengattung Ephemera sammeln locker liegenden Detritus auf. Dazu bilden die Mundwerkzeuge feine Besen zum Sammeln locker liegenden Materials. Ihre kräftigen Mandibeln dienen nicht zum Fressen, sondern zum Graben. Deswegen sind sie dolchartig nach vorne gestreckt und überragen den Vorderrand des Kopfes deutlich. Schließlich dienen ebenfalls die besen- und kammartigen Strukturen der Mundwerkzeuge der Larven der Sumpfkäfer (kleine Schwimmkäfer der Gattung Helodes) dazu, feinkörnigen Detritus in das Maul befördern.

Die Larven der köcherlosen Köcherfliege Hydropsyche fangen in einem Netz Plankton.
Die Larven der köcherlosen Köcherfliege Hydropsyche fangen in einem Netz Plankton.

4. Filtrierer

Die köcherlose Larve der Köcherfliege Hydropsyche webt ein Netz an Steinen, mit dem es das Wasser filtriert und frisst, was in dem Netz hängen bleibt. Kriebelmückenlarven (Simuliidae) leben festgeheftet mit ihrem Saugnapf am letzten Hinterleibssegment frei in der Strömung. Aus ihrer Oberlippe haben sich große Filterfächer gebildet, mit denen sie das strömende Wasser filtrieren. Zusätzlich sind die Borsten der Fächer zur Vergrößerung der effektiven Filterfläche häufig noch mit kleinen Härchen besetzt oder Leimstoffe auf den Borsten sorgen für ein Anhaften von Partikeln.

5. Räuber

Larven von Prachtlibellen Calopteryx, Larven der Schlammfliege Sialis und die Schneckenegel Glossiphonia schließlich sind Räuber (Carnivore). Auch Steinfliegenlarven der Gattungen Perlodidae und Perlidae sind Räuber.

6. Keine Spezialisierung

Manche Insektenlarven sind omnivor: so fressen die Larven der köcherlosen Köcherfliegengattung Hydropsyche Algen und Detritus, bei günstigem Nahrungsangebot aber bauen sie Netze und fressen die Organismen, die sich in diesen fangen. Folgerichtig sind ihre Mundwerkzeuge auch wenig spezialisiert.