Rexingen - Geschichte der Landjuden am Neckarknie bei Horb

Autor: Joachim Lipp

Arbeitskreis für Landeskunde/Landesgeschichte RP Karlsruhe

Ein einzigartiges Zeitdokument in Buchenrinde geschnitzt:

Ein einzigartiges Zeitdokument in Buchenrinde geschnitzt:
SL
XIV.III.38
ALLIAH
t

Wenige Tage vor seiner Ausreise nach Palästina schnitzte der Rexinger Viehhändler und Landwirt Sally Lemberger (1901 – 1952) am 14. März 1938 bei einem seiner letzten Besuche des Judenfriedhofs, auf dem 3 Jahre zuvor sein Vater Max Lemberger begraben worden war, seine Initialen, das hebräische Wort ALLIAH (korrekt Alijah = Aufstieg, im übertragenen Sinn Rückkehr von Juden als Einzelne oder in Gruppen in das Gelobte Land) und einen nach oben gerichteten Pfeil als symbolische Darstellung seiner Alijah nach Erez Israel.

© Joachim Lipp

Kurzbeschreibung des Moduls:
Unter den rund um Horb a. N. gelegenen ehemaligen Judendörfern nimmt Rexingen eine besondere Stellung ein. Der heutige Horber Teilort erweist sich als eine Gedenkstätte, in dem Juden einst gelebt und gelitten haben. Ein Gang durch das Dorf, der vom Schandturm über die ehemaligen Synagoge, vorbei an einstig jüdischen Wohnhäusern und der Schule zum Judenfriedhof führt, stellt das Schicksal der Rexinger Juden in einen größeren Zusammenhang. Das einstige Judendorf Rexingen ist keine Gedenkstätte des Grauens, sondern vermittelt einen Einblick in die Geschichte des Landjudentums, dessen Symbiose mit der christlichen Bevölkerung in Rexingen während des nationalsozialistischen Regimes nur unter massivem Druck zu zerstören war. An keinem anderen Ort in Deutschland ist einer ganzen Gruppe wie den Rexinger Juden die Flucht vor der Vernichtung geglückt.
  1 Hintergrundinformationen
    Bedeutung
    Geschichte
    Anlage
  2 Methodenvorschlag
    Lernorterkundung
    Das Thema in der Schule
  3 Materialien und Medien
  4 Service
    Praktische Tipps
    Tipps zur Weiterarbeit