Schaffhausen im Mittelalter

Hintergrund

Zeittafel

Schwabentor

B 2 Schwabentor

Entwicklung Schaffhausens als typisch mittelalterliche Stadt

1045
Schaffhausen erhält das Münzrecht

1049
Graf Eberhard von Nellenburg stiftet das BenedektinerklosterAllerheiligen

1080
Graf von Nellenburg tritt das Herrschaftsrecht über die Stadt an das Kloster ab

1272
Gründung des Rats

14. Jahrhundert
Vorgängerbau der Burg Munot entsteht

14. Jahrhundert
Judenverfolgungen

1411 Einführung
Zunftverfassung)

Bedeutung

Wie viele mittelalterliche Städte entstand Schaffhausen in einer günstigen Lage an einem Fluss, die schon jahrhundertelange Siedlungsspuren aufweist. So konnte Schaffhausen zu Reichtum kommen: Die Schiffe mussten wegen des Rheinfalls entladen, die Güter mussten verzollt, auf dem Fronwagplatz gewogen und auf dem Markt angeboten werden. Die Stadt wurde bekannt für seinen Handel.

1045 bekam Schaffhausen von König Heinrich III. das Münzrecht, kurz darauf das Marktrecht und erlangte somit die Bedeutung einer Stadt. Stadtherr war zunächst Graf Eberhard von Nellenburg, der dieses Recht aber schon bald (1080) an das 1049 von ihm gestiftete Benediktiner-Kloster Allerheiligen abtrat. Dieser papsttreue Akt ist im Zusammenhang des Investiturstreits, dem Machstreit zwischen Kirche und Staat, zu sehen.

Wie in anderen Städten auch emanzipierten sich die Stadtbewohner mit der Zeit von der klösterlichen Herrschaft und begründeten 1272 einen Rat. Typisch waren auch die Konflikte innerhalb der Bürgerschaft und die Einführung einer Zunftverfassung im Jahre 1411, die der immer größer werdenden politischen und wirtschaftlichen Macht der Zünfte Rechnung trug.

Die Kirche blieb jedoch wie in anderen Städten auch weiterhin entscheidend für die Bürger; das Volk antwortete auf Herausforderungen wie Krankheiten und die niedrige Lebenserwartungen mit tiefer Frömmigkeit. Die Bedeutung der Kirche wird in Schaffhausen in der 900 Jahre alten, romanischen Klosterkirche greifbar.

Eine Stadtbefestigung war für jede mittelalterliche Stadt und somit auch Schaffhausen unverzichtbar. Einige Türme und ein Stück Stadtmauer sind noch erhalten ( B 2) die Burg Munot gründet auf einem mittelalterlichen Vorgängerbau (14. Jahrhundert) – die heute zu besichtigende Burg wurde jedoch erst ab 1563 gebaut ( B 3 und B 8) Auf Abbildungen ( B 4 und B 4b ) kann das Wachstum der Stadt und die Erweiterung der Stadtbefestigung nachvollzogen werden.

In den Vorstädten wohnten die Randgruppen wie die Juden und die Prostituierten. Die Juden waren seit Mitte des 13. Jahrhunderts in Schaffhausen in der Straße „Neustadt“ ansässig, wie in anderen Städten auch gab es jedoch 1349 und 1401 Judenverfolgungen, bei denen alle ansässigen Juden getötet oder vertrieben wurden. Die Prostituierten wohnten und arbeiteten in Schaffhausen im städtischen Frauenhaus in der Frauengasse und standen unter dem Schutz der Stadt.

 

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Freiburg (Gebiet: Hochrhein) -

letzte Änderung: 2015-12-01