11.04.2021 transkription
05.03.2021 Ökologie

Informationen und Materialien zum Fach Biologie in allen Schulformen und für alle Schulstufen


Flohkrebse (Gammarus sp.) im Miniaquarium

Flohkrebse ernähren sich von Falllaub.
Flohkrebse ernähren sich von Falllaub.
Auch andere Gliedertiere beteiligen sich am Abbau des Falllaubs im Wasser.
Auch andere Gliedertiere beteiligen sich am Abbau des Falllaubs im Wasser.

Fang

Flohkrebse können das ganze Jahr hindurch in sauberen Bächen gefangen werden. Am besten Steine wenden und dann an der Unterseite die Tiere ablesen. Oder nachts mit einer Taschenlampe auf Falllaub im Wasser leuchten, da sind die Tiere aktiv und auf Nahrungssuche. Wenn man Falllaub aus einem Bach mitnimmt, sind in der Regel schon genügend Flohkrebse darin enthalten.

Haltung

Flohkrebse kann man in einem temporären Miniaquarium von 10 bis 40 l ohne Filterung und Beleuchtung ohne weiteres 3 Monate lang halten. Das Aquarium ist dann ein Modell für einen stark beschatteten Waldbach, in dem sich fast alle Organismen von Detritus ernähren. Der Wasserstand sollte ca. 10cm betragen, mit einer kleinen Strömungspumpe sollte das Wasser umgewälzt werden. Die Temperatur darf zwischen 0 und 18°C schwanken. Am besten man stellt das Aquarium in einen kühlen Gang ohne Sonneneinstrahlung oder man lässt es draußen stehen. Wenn das Aquarium relativ dunkel steht, sind die Flohkrebse häufig auch auf der Oberfläche der Blätter zu sehen, ansonsten dreht man ein paar Blätter um, um sie zu Gesicht zu bekommen.

Als Nahrung wird Falllaub aus Bächen gegeben, am besten Erlenblätter, die ein geringes C/N-Verhältnis aufweisen. Wenn dieses nicht vorhanden ist, bietet sich Falllaub von Weide und Esche an, das auch noch ein relativ geringes C/N-Verhältnis hat. Falllaub in einem Bach ist schon besiedelt von Pilzen (Deuteromyceten, Fungi imperfecti) und Bakterien und kann so besser abgebaut werden.

Beim Einbringen von Falllaub aus Bächen werden immer noch andere Wirbellose mit "eingeschleppt".

Biologie

Ein Destruent wie der Flohkrebs besitzt in seinem Darm Cellulasen und Chitinasen und kann so die Zellwände von Blättern (Cellulose) und Pilzen (Chitin) aufschließen. In der Natur benötigt der Abbau des Falllaubs in Bächen etwa 6 Monate.

Laubabbau innerhalb von 9 Tagen: Vorher
Laubabbau innerhalb von 9 Tagen: Vorher
Laubabbau innerhalb von 9 Tagen: ... und nachher
.... und nachher