25.04.2021 index
25.04.2021 Immunbiologie
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Informationen und Materialien zum Fach Biologie in allen Schulformen und für alle Schulstufen


Gemeiner Wasserschlauch Utricularia vulgaris

Blüte des Wasserschlauchs
Blüte des Wasserschlauchs

Steckbrief

Wurzellose, vollständig untergetauchte Wasserpflanze. Wasserblätter mehrere cm lang, in feine Zipfel zerteilt, mit zahlreichen blasenförmigen Anhängseln.
Blütenschaft senkrecht aus dem Wasser ragend, gelbe Blüten in 4 - 8 blütigen Trauben, Blütezeit April bis August

Natürliches Vorkommen

In stehenden oder langsam fließenden Gewässern, in Teichen, Sümpfen, Gräben, Altwassern von Flüssen

Fangblasen des Wasserschlauchs
Fangblasen des Wasserschlauchs

Besonderheiten

Fleischfressende Pflanze, die mit den Fangbläschen kleine Wassertiere fängt und verdaut. Fangbläschen mit federndem Deckel, der sich gegen den Eingang legt. Im Inneren der Blase herrscht Unterdruck, die Blasenwände sind einwärts gewölbt.. Vom Deckel wird ein Zuckerschleim abgesondert, der kleine Tiere anlockt. Stößt ein Tier gegen die Klappe, so geht der Deckel auf, die Blasenwände wölben sich nach außen und der einschießende Wasserstrom reißt das Opfer mit. Dabei ist die Strömung so stark, dass schlanke Mückenlarven eingerollt werden und auf diese Weise Tiere gefangen werden, die länger als die Blase sind. Der Deckel springt sofort in die Ausgangsstellung zurück.

Die Verdauung erfolgt durch eiweißspaltende Enzyme (=Proteasen), die von Haaren der Innenwand der Fangbläschen gebildet werden. Eine Blase kann an einem Tag bis zu 100 mal Beute machen.

Die Fruchtkapsel enthält viele rundliche Samen. Häufiger vermehrt sich der Wasserschlauch jedoch ungeschlechtlich mit Hilfe von Winterknospen. Diese sind eiförmig, ca. 10mm lang, dunkelgrün und fühlen sich schleimig an. Im Herbst werden die Winterknospen nach dem Verfaulen der Mutterpflanze völlig frei, überwintern im Schlamm und treiben im Frühjahr zu neuen Pflanzen aus.