Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.


Buch des Monats Dezember 2008

In diesem Monat empfehlen wir folgende Bücher:

Rainer M. Schröder: Die Judas Papiere (ab 16 Jahre)

Isabel Abedi: Merope, das Sternenkind. 24 Adventskalendergeschichten (ab 5 Jahre)

Ursel Scheffler: Rufus hilft den Weihnachtsmännern. Ein Weihnachtsabenteuer in 24 Geschichten (ab 4 Jahre)

Rainer M. Schröder: Die Judas Papiere

Arena Verlag, 2008
ISBN 978-3-401-6185-6
673 Seiten, gebunden

Altersempfehlung: ab 16 Jahre

Die Titel des Bestsellerautors Rainer M. Schröder, bekannt durch seine vielen mitreißenden Jugendromane wie die Trilogie "Die Bruderschaft vom Heiligen Gral" oder "Das geheime Wissen der Alchimisten", zeichnen sich allesamt durch sorgfältige Recherchen gepaart mit spannender Fiktion aus. Für den interessierten Leser ist besonders Schröders Nachwort von Interesse, in dem er Fiktion von historischen Tatsachen trennt. Das sich anschließende umfangreiche Quellenverzeichnis ist aufgegliedert in die Bereiche Theologie, Religion, Städte, Landeskunde, Geschichte, Orientexpress und Vermischtes.

Wenn sich Schröders Roman "Die Judas Papiere" auch ohne das Studium dieser Quellen gut lesen und verstehen lässt, so bietet dieses Werk doch viele Anreize, sich in eines der im Roman aufgeworfenen Themen wie zum Beispiel mit den Apokryphen Texten des Alten und Neuen Testamentes oder mit der Kryptologie vertiefend zu beschäftigen. Im oben genannten Quellenverzeichnis findet der Leser detaillierte Hinweise auf weiterführende Literatur. Der Umfang des Werkes, 673 Seiten, wird den ungeübten jungen Leser vielleicht zunächst abschrecken. Schröder gehört jedoch zu den Autoren, die mit ihren Werken den Leser so zu fesseln vermögen, dass Langeweile bei der Lektüre nicht aufkommt und der Umfang des Titels schon nach der Lektüre der ersten Kapitel keine Rolle mehr spielt.

Schröder wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem "Buxtehuder Bullen".

Der Roman beginnt im Prolog mit einem Rätsel, das sich dem Leser erst bei weiterer Lektüre erschließt. Während die Handlung in England im Oktober 1899 auf Prembroke Manor beginnt, wo die vier Hauptakteure sich kennen lernen und ihren Auftrag, die Judas Papiere wieder zu beschaffen, erhalten, führt die Suche der Helden des Romans über Wien, Rumänien, die Türkei und Griechenland nach Ägypten. Brouke, McLean, Slade und die Artistin Harriet Chamberlain werden als schillernde Charaktere gezeichnet, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Alistair McLean, ein verschuldeter Spieler, Horatio Slade, ein talentierter Maler, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Gemälde zu fälschen, um diese dann in Herrenhäusern gegen die Originale "auszutauschen", Byron Brouke, ein Ehrenmann, der sich durch die Spekulationen seines Anwalts vor dem Ruin sieht, und Harriet Chamberlain, eine Seil- und Messerwerfartistin, die von Albträumen aus der Vergangenheit heimgesucht wird, müssen lebensgefährliche Abenteuer während der Stationen ihrer Reise bestehen und werden dabei – trotz ihrer Gegensätzlichkeit – schnell Freunde, die sich gegenseitig schätzen.

Das Abenteuer, das die Protagonisten in Wien, ihrer ersten Station, zu bestehen haben, erinnert an die Kanalszene aus dem Film: "Der dritte Mann" und den gleichnamigen Roman von Graham Greene. Auch die Szenen im Orient-Express erinnern an den verfilmten Titel "Mord im Orient-Express" von Agatha Christie und die Abenteuer bei Graf Kovat alias Dracula auf Burg Negoi erinnern an den gleichnamigen Titel von Bram Stoker.

Während das Schema der Handlung nach dem Prinzip einer einfachen Schnitzeljagd aufgebaut ist, an dessen Ende der Preis, die Kiste mit den Judas Papieren, wartet, machen die historischen und theologischen Details den Titel so reizvoll und interessant. Nicht zu vergessen sind auch die Widersacher, die den Helden bei ihrer Suche immer wieder in die Quere kommen: die Gruppe um den Perfectus Graham Baynard, die geheimnisvollen Wächter. Am Ende stellt sich für unsere Helden heraus, dass sie einen weiteren gefährlichen Feind haben.

(Kim, Arbeitskreis Leseerziehung)


Isabel Abedi: Merope, das Sternenkind. 24 Adventskalendergeschichten

Arena/ Edition Bücherbär 2007
ISBN 978-3-401-09259-1
103 Seiten (gebunden)

Altersempfehlung: ab 5 Jahre

Mit farbigen Illustrationen von Petra Probst

Merope ist das kleinste Sternenkind im Siebengestirn. Eines Abends ist es ganz still im Himmel, weil alle Sternenkinder schon schlafen. Doch weil Merope einfach nicht einschlafen kann, schüttelt sie ihre dunkelhimmelblaue Sternendecke aus und da passiert das Unglaubliche: All die winzigen Sterne fallen herunter und regnen auf die Erde hinab. Merope zögert nicht lange und fliegt ihren funkelnden, munkelnden Sternen hinterher, um sie wieder einzusammeln und beginnt so eine wundersame, zauberhafte Reise.

Während sie ihre Sterne wieder einsammelt, erlebt Merope viele weihnachtliche Abenteuer auf der Erde und vollbringt mit den wiedergefundenen Sternen kleine Wunder. Das kleine Sternenkind begegnet u. a. der italienischen Weihnachtshexe La Befana, trifft den Nikolaus, ein geflügeltes Pferd und den fröhlichsten Schneemann der Welt. Auf ihrer langen Reise hilft Merope auf ihre Weise einer verloren geglaubten Piratenmannschaft, der singenden Seiltänzerin Silvana Simsala und einem traurigen Tannenbaumverkäufer.

Das stimmungsvolle, warmherzig geschriebene und liebevoll illustrierte Buch ist sehr zu empfehlen! In 24 Adventsgeschichten werden Meropes kleine Abenteuer auf der Erde einfühlsam beschrieben. Jede Geschichte umfasst eine Doppelseite und wird von einem zur Erzählung passenden Bild und einer kurzen, neugierig machenden Einleitung begleitet. In Anlehnung an einen Adventskalender sind die doppelseitigen Geschichten zusammengeheftet und müssen zunächst mit einem Brieföffner geöffnet werden. Ein wunderschönes, zauberhaftes Buch, das zum Vorlesen oder Selberlesen (nicht nur) in der Adventszeit sehr geeignet ist!

(wm, Arbeitskreis Leseerziehung)


Ursel Scheffler: Rufus hilft den Weihnachtsmännern. Ein Weihnachtsabenteuer in 24 Geschichten

Heinrich Ellermann 2007
ISBN 978-3-7707-4012-3
117 Seiten (gebunden)

Altersempfehlung: ab 4 Jahre

Mit farbigen Illustrationen von Jutta Timm

An einem klaren Dezembernachmittag fliegt der Polarforscher Rufus Luft mit seinem Heißluftballon von Grönland aus nach Norden. Als plötzlich Wolken auftauchen und ihm die Sicht versperren und der Ballon wenig später auch noch gegen eine Wolkenwand prallt, stürzt Rufus mit seinem Heißluftballon ab – genau über dem Weihnachtsdorf.

Rufus kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: In dem verschneiten Städtchen Tomten werden Weihnachtsmänner ausgebildet, denn sie müssen eine Menge wissen und können. Im Moment laufen die Vorbereitungen für das bevorstehende Weihnachtsfest auf Hochtouren. Die Bäckerei in der Backpulverstraße verströmt einen köstlichen Plätzchenduft, in der Schneiderei im Nadelstreifenweg summt und surrt es wie in einem Bienenstock und Schuster Scholte auf dem Schusterberg arbeitet eifrig an den zahlreichen Vorbestellungen. Sogar in manche Geheimnisse der Weihnachtsmänner wie z. B. das weltweite Wunschnetz und die Gedankenautobahn wird Rufus eingeweiht!

Natürlich möchte Rufus am Weihnachtsfest wieder bei seiner Familie sein, aber leider kommt immer etwas dazwischen und sein Ballon muss schließlich auch noch repariert werden. Dann wird auch noch einer der Weihnachtsmänner krank… Doch Rufus hat eine Idee, wie er das Weihnachtsfest retten kann!

Eine unterhaltsam und spannend geschriebene Geschichte zum Schmunzeln mit vielen farbigen, liebevoll gestalteten Illustrationen. Die Erzählung ist in 24 Kapitel aufgeteilt und eignet sich gut als Vorlesebuch für die Adventszeit! Das Rezept der köstlichen Tomtener Butterplätzchen ist enthalten ebenso wie eine Bastelanleitung für Apfelmännchen.

(wm, Arbeitskreis Leseerziehung)