Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.


Bücher des Monats August 2009

In diesem Monat empfehlen wir folgende Bücher:

Gabrielle Walker & David King: Ganz heiß - Die Herausforderungen des Klimawandels (ab 16 Jahre)

Eveline Hasler: Schultüten-Geschichten (ab 7 Jahre)

Gabrielle Walker & David King: Ganz heiß - Die Herausforderungen des Klimawandels

Berlin Verlag, 2008
ISBN 978-3-8270-0766-7
304 Seiten (gebunden)

Altersempfehlung: ab 16 Jahre
Zuordnung zu den Bildungsstandards: BS 10

Gabrielle Walker und David King haben in ihrem Buch das schier Unmögliche geschafft: "Ganz heiß. Die Herausforderungen des Klimawandels" bietet einen kompletten Überblick über die aktuelle wie über die historische Klima-Diskussion, in all ihren politischen, wissenschaftlichen und technischen Facetten. Dabei ist das Werk enorm übersichtlich aufgebaut. Nach dem Vorwort wird das Problem in Teil 1 von allen Seiten betrachtet, bevor in Teil 2 technische Lösungen und in Teil 3 politische Lösungen beschrieben werden. Besonders interessant ist der Anhang: Klimarhythmen, Halbwahrheiten und Missverständnisse. Die umfangreichen Anmerkungen und die Verweise auf nützliche Websites runden das Buch ab, das 2008 zum Sachbuch des Jahres ausgewählt wurde.

Walker und King erklären in ihrem Buch einleuchtend, dass noch Hoffnung besteht: Wenn schnell gehandelt und auf die Regierungen Druck ausgeübt wird, könnte es zu schaffen sein, die große Klimakatastrophe abzuwenden. "Ganz heiß" ist ein Überzeugungsbuch und macht den Jugendlichen deutlich, wie schwer der Kampf um ein erträgliches Klima in der Zukunft werden wird und wie weit die politischen Positionen noch auseinandergehen. Die gute Nachricht: das Klimaproblem kann gelöst werden, wenn alle es gemeinsam angehen. Schon das Handeln Einzelner kann Regierungen tatsächlich zu Reaktionen zwingen, wie das im Buch beschriebene Beispiel der Vereinigten Staaten eindeutig zeigt. Mit den Verweisen, wie sich die jungen Leserinnen und Leser auf dem Laufenden halten können, binden die Autoren die Jugendlichen als verantwortlich Handelnde in die aktuelle Klimadiskussion ein.

Sachbücher werden traditionell eher von männlichen Lesern bevorzugt. Dieses Buch wird – wegen der Brisanz des Themas – auch Leserinnen ansprechen. Die Bedeutung des Einzelnen für das Abwenden der Katastrophe, die die Autoren immer wieder betonen, ist für den jugendlichen Leser besonders wichtig, der hier nicht nur passiv über ein Thema informiert sondern aktiv in Lösungsstrategien eingebunden wird.

(kim, Arbeitskreis Leseerziehung)


Eveline Hasler: Schultüten-Geschichten

dtv junior
ISBN 978-3-423-71352-8
72 Seiten

Altersempfehlung: ab 7 Jahre
Zuordnung zu den Bildungsstandards: BS 2

In diesem Sammelband treffen sich drei berühmte Erstlesegeschichten rund ums Lesenlernen. Zuerst pickt ein Rabe den Schulkindern Lücken in ihre Aufgabenhefte, dann lernt Popkorn, ein kleiner Clown, der das ABC wild durcheinander wirbelt, mit den Kindern in der Schule das Schreiben und zaubert immer wieder neue Wörter, bis dann schließlich der Buchstabenräuber Knotter, der alle Buchstaben in einen löcherigen Sack packt, zum Lesefreund wird. Kurze Buchstabenrätsel sorgen für Abwechslung und lustige Bilder helfen den Erstlesern bei der Sinnentnahme.

Der Buchstabenvogel in der ersten Geschichte ist ein kleiner Rabe, der die weiße Eule als Baumnachbarin hat, die ihm berichtet, dass die Kinder vom Lesen klug werden. Prompt beschließt er, dass er auch das Lesen erlernen will. Da trifft es sich gut, dass sein Baum direkt neben einer Schule steht und er in den Pausen immer wieder ins Klassenzimmer flattern kann – aber nicht etwa um zu lesen. Nein, er pickt die Buchstaben auf. Unersättlich wie er ist, pickt er eines Tages zu viele Buchstaben aus den Heften. Er kann nicht mehr fliegen und muss alle Buchstaben zur Freude der Schulkinder wieder ausspucken. Das Klugwerden überlässt er fortan der Eule.

Der Buchstabenclown, Popkorn, wird von Julia, einem Mädchen, das Popkorn in der Zirkusvorstellung bewundert hat, auf die Idee gebracht, das Lesen und Schreiben in deren Schule zu erlernen. Popkorn lernt schnell, und die Klasse hat jede Menge Spaß mit ihm, bis der Zirkus eines Tages weiterzieht.

Der Buchstabenräuber Knotter ist immer unterwegs und raubt alles – sogar Buchstaben. Während seiner Raubzüge ist seine Tochter Lenchen daheim und wünscht sich, zur Schule zu gehen. Knotter meint aber, dass sich das für eine Räubertochter nicht gehört und will alle Buchstaben für Lenchen rauben, damit sie nicht zur Schule gehen muss und doch lesen und schreiben lernen kann. In Knotters Sack ist aber ein Loch und er kommt mit nur sieben Buchstaben daheim an. Für Lenchen ist nun klar: Wenn sie wirklich lesen und schreiben lernen will, muss sie zur Schule gehen. Sie bietet Knotter an, mit ihm lesen zu üben und nach einiger Zeit kann er schon die Zeitung lesen. Knotter gibt die Räuberei auf und wird Straßenkehrer, der in seiner Freizeit genüsslich die Zeitung liest.

Die drei Geschichten sind für Erstleser in angenehm großen Lettern gedruckt und reich bebildert. Ohne erhobenen Zeigefinger wird den Kindern die Bedeutung des Lesens verdeutlicht und Lust aufs Lesenlernen gemacht. Ganz wichtig, vor allem auch für die Jungen unter den Erstlesern ist, dass sie selbst aktiv werden können und sollen, wenn sie die Lückentexte ergänzen, die Rabe, Clown und Räuber hinterlassen haben.

Für jede der drei Geschichten hält der Verlag Unterrichtsmodelle für Lehrkräfte bereit, die Ideen für einen Einsatz des Buches im Erstleseunterricht liefern (kostenloser Download unter: www.dtv.de/lehrer).

Sehr motivierend für die jungen Leserinnen und Leser wird neben den Buchstabenrätseln das Spielstück "Der Buchstabenclown" sein, das am Ende der gleichnamigen Unterrichtseinheit steht.

(kim, Arbeitskreis Leseerziehung)



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