Interkulturelle Schulentwicklung

Interkulturelle Öffnung initiieren und durchführen

Die Interkulturelle Öffnung in der Schulentwicklung beschreibt als Ziel die Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz in der von Migration und Globalisierung geprägten Gesellschaft. Schule ist als Ort der kulturellen Begegnung und bewusster Vermittlungsinstanz mit all ihren Prozessen und Personen daran beteiligt. Somit handelt es sich um eine Entwicklungsaufgabe, die sich auf allen Ebenen der Institution zeigt.

Die Interkulturelle Öffnung als Thema in der Schulentwicklung ist jedoch nicht als isoliertes Vorhaben zu betrachten. Es wird mit bereits bestehenden Schulentwicklungsthemen in verschiedenen Qualitätsbereichen verknüpft wie z.B. Prävention, Feedback-Kultur, Kommunikation, fächerübergreifendes Arbeiten, Binnendifferenzierung, etc.

Die Handlungsfelder werden auf interkulturelle Kriterien (z. B. Vermeidung von Ungleichbehandlung, Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit, etc.) überprüft, Bedarfe festgestellt und Zielvereinbarungen entsprechend formuliert.

Auch auf der Ebene des Unterrichts geht es nicht um eine Erweiterung der Unterrichtsinhalte, sondern um eine "Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven bei der Erarbeitung der Unterrichtsinhalte der Fächer" (s. KMK-Empfehlung, S. 8).

Schulentwicklung

 

Schulentwicklung


Verankerung und Verstetigung von interkulturell ausgerichteten Maßnahmen
Das bereits bestehende Engagement einzelner, das in den Schulentwicklungsprozess mit aufgenommen und evaluiert wird, hat so die Chance auf Verstetigung, wenn es Teil des Qualitätskonzeptes der Schule wird. So können erfolgreiche Einzelmaßnahmen (z.B. die mehrsprachigen Elterninformationen einer Lehrkraft oder die kooperativen Lernarrangements einer anderen Lehrkraft) in den Blickpunkt rücken, als qualitätsbildende Maßnahmen der Schule anerkannt, im Schulcurriculum verankert und in der Breite umgesetzt werden.Professionalisierung
  
 

Professionalisierung 
Dazu ist es bei bestimmten Handlungsfeldern notwendig durch Fortbildungs- und Beratungsmaßnahmen Wissen, Haltung und Handlungskompetenz aufzubauen, zu stärken und Handlungsroutinen zu entwickeln.

 

 

Links und Literatur zur Vertiefung

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Hrsg.) (2018): Diskriminierung an Schulen erkennen und vermeiden. Praxisleitfaden zum Abbau von Diskriminierung an Schulen. Berlin
Online abrufbar hier

Arslan, N. et al. (2013): Interkulturelle Schulentwicklung. Ein Leitfaden für Schulleitungen. Cornelsen. Berlin
Online abrufbar hier

Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V. (2015): Woher komme ich? Reflexive und methodische Anregungen für eine rassismuskritische Bildungsarbeit. Stuttgart. S. 132 ff.

Gomolla, M. (2005): Schulentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft. Strategien gegen institutionelle Diskriminierung in England, Deutschland und in der Schweiz. Waxmann. Münster

Karasoglu, Y. et al. (2011): Interkulturelle Schulentwicklung unter der Lupe. (Inter-)Nationale Impulse und Herausforderungen für Steuerungsstrategien am Beispiel Bremen. Waxmann. Münster

Kölsch-Bunzen et al. (2015): Kulturelle Vielfalt annehmen und gestalten. Eine Handreichung zur Umsetzung des Orientierungsplans für Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg. Herder. Freiburg
Die hier formulierten Qualitätsmerkmale sind eine Reflexionsgrundlage und in der Mehrzahl auch auf allgemein bildende Schulen übertragbar.

Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB): Bausteine interkultureller Kompetenz
Online abrufbar hier

 

Bibliografische Nachweise

Kultusministerkonferenz (1996/2013): Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 25.10.1996 i.d.F. vom 05.12.2013
Online abrufbar hier

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schulentwicklung (2005) (Hrsg.): Leitfaden zur Selbstevaluation an Schulen. Materialien für allgemein bildende Schulen in Baden-Württemberg. Stuttgart
Online abrufbar hier