Hier finden Sie Informationen zu den Bildungsplänen im Fach Geschichte, außerdem Unterrichtsmaterialien, Linksammlungen, Werkzeuge zur Eigenrecherche und Hinweise auf außerunterrichtliche Lernorte.

Das Europäische Kulturerbe – Wo wird europäische Geschichte lebendig?

Was ist das europäische kulturelle Erbe?

Worauf können sich die Staaten Europas gemeinsam besinnen in ihrer Geschichte – sowohl Geschichte, die große Leistungen hervorgebracht hat, als auch Geschichte, die als Warnung steht?

Auf diese Fragen kann man eine Antwort finden, wenn man sich mit dem European Heritage Label, auf Deutsch: dem europäischen Kulturerbe-Siegel, befasst. Im Unterschied zum UNESCO-Welturkulturerbe-Ansatz versucht dieses europäisch geprägte Projekt „die europäische und die Geschichte dahinter lebendig werden“ zu lassen, indem „ein wirkliches Gefühl für die Vielfalt und den Umfang dessen entwickeln, was Europa zu bieten und was es erreicht hat“, erzeugt wird.

Ursprünglich von einer Initiative einzelner EU-Staaten getragen, wird das Siegel seit 2011 von der EU-Kommission vergeben. Jeder der 27 EU-Mitgliedstaaten soll künftig alle zwei Jahre bis zu zwei Stätten für das Kulturerbe-Siegel vorschlagen dürfen. Eine europäische Jury aus 13 unabhängigen Experten wird die Vorschläge prüfen und jeweils maximal eine Stätte pro Mitgliedstaat auswählen. Bisher haben folgende 38 Stätten dieses Siegel erhalten.

Das Logo des Europäischen Kuturerbesiegels

Im digital gestützten Unterricht wie auch im herkömmlichen Unterricht kann man mit dieser bestehenden Auswahl arbeiten, um sich dem Thema „Europäisches kulturelles Erbe“ anzunähern und an Beispielen zu untersuchen, was die EU-Kommission selbst als solches verstanden wissen möchte. Dies ist als Ausgangs- oder Endpunkt im Rahmen des Unterrichts in Klasse 10 möglich, auch angesichts der Inhalte des neuen Bildungsplanes 2016.

In diesem Modul lernen die Schülerinnen und Schüler zunächst mit einem kleinen Trailer das Konzept des „European Heritage Labels“ kennen, untersuchen dann zunächst 10-12 Kulturerbestätten, indem sie einen Gallery Walk mit einem leitenden Arbeitsblatt beschreiten und sich 10 der 38 Stätten genauer anschauen.

  • Wo befindet sich das Erbe?
  • Was stellt es dar?
  • Worauf verweist das in der Vergangenheit?
  • Worauf verweist das in der Gegenwart?

In einer ersten Auswertung sollen die gemeinsamen europäischen Wurzeln, wie die EU sie versteht, erarbeitet und gesammelt werden (TA 1). In einer ersten Vertiefung sollen die Schülerinnen und Schüler nun individuell für jedes Land der EU eine Kulturerbestätte finden. Dazu dient die Wiederaufnahme des Gallery Walks. Die Ergebnisse sollen dann in einer Abschlussdiskussion über die europäischen Werte münden, die die Kulturerbestätten verkörpern.

Eine weitere Vertiefung kann überdies digital stattfinden, d.h. die Klassen brauchen einen digitalen Zugang (Tablets, WLAN, Computerraum); andernfalls lässt sich diese Aktivität auch im Sinne des „flipped classroom“ in eine Hausaufgabe auslagern. Die Schülerinnen und Schüler sammeln nun paarweise mithilfe der Filmtrailer zu den einzelnen Kulturerbestätten noch mehr Informationen sammeln, um am Ende für die Klasse eine Stätte oder mehrere, die in einer gewissen Beziehung stehen, vorzustellen. Eine besondere Herausforderung bei dieser Vertiefung stellt der Umstand dar, dass die Filme in englischer Sprache sind.


Unterrichtsdesign

1. Einstieg: Worin besteht das „Europäische kulturelle Erbe“?

Besprecht mit einem Partner, was für das europäische kulturelle Erbe darstellt.

 

2. Information: Trailer des „Europäischen Kulturerbesiegels“ bzw. Lehrervortrag auf der Basis von Grundlageninformationen

Bild aus dem Trailer zum European Hertiage Label

 

Leitfrage: Was ist das kulturelle europäische Erbe? Überprüfung an der Auswahl der EU-Kommission

 

3. Erarbeitung: Gallery Walk zur den Kulturerbestätten

Die Schülerinnen und Schüler lernen 10 (von insgesamt 38) Kulturerbeorten kennen. Die Datei sollte ausgedruckt und evtl. foliert werden. Es müssen nicht alle Stätten ausgehängt werden.

AB Das Europäische Kulturerbe“

 

4. Auswertung: Bestandteile des Europäischen Kulturerbes

Vorschlag als TA 1 (ungeordnet/geordnet)

 

5. Vertiefung : Weitere Stätten des EHL (European Heritage Label)

Mögliche Erweiterungen:

  • Findet für jedes EU-Land einen Ort.
  • Findet Orte, die thematisch zusammengehören.
  • Findet Orte, deren Botschaften schwer integrierbar ist.

 

6. Schlussdiskussion: Europäisches Kulturerbe

  • Gibt es europäische Werte, die durch die Kulturerbestätten vertreten werden?
  • Warum ist es wichtig, auch Konzentrationslager in das europäische Kulturerbe miteinzubeziehen?
  • Ist das Konzept des „Europäischen Kulturerbesiegels“ geeignet, um diese Werte zu sichern?
  • Welche Orte würden sich für die Zukunft eignen, um mit dem Siegel geehrt zu werden?
  • Inwiefern stimmt die Auswahl mit euren Erwartungen vom Anfang überein?
  • ...

Erweiterung

A. Individualisierung: Erforschung einzelner Stätten (individuell).

Ausgangspunkt: Die Übersicht über die Stätten des europäischen Kulturerbes

 

B. Integration/Präsentation: Vorstellung einer Kulturerbestätte bzw. mehrerer Stätten, die inhaltlich verbunden sind.


DENKMAL EUROPA, der Beitrag der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger zum Europäischen Kulturerbejahr