Hintergrundinformationen

1. Bedeutung

Dinosaurier, Ammoniten und andere Tiere der "Urzeit" haben wohl schon immer Kinder und Jugendliche fasziniert.
Darauf aufbauend, sollte es nicht allzu schwer sein, Jugendliche für die Erforschung der Erdgeschichte der näheren Umgebung zu begeistern. Gerade Baden-Württemberg mit seinen vielen Zeugen der vergangenen Jahrmillionen bietet hier auf engstem Raum ein großes Betätigungsfeld für den kompetenzorientierten und fächerübergreifenden Unterricht in den Unterrichtsfeldern zwischen Geschichte, Geowissenschaften, Archäologie und Biologie.

Der Geopfad Schwäbisch Hall erlaubt auch dem weniger mit der Materie vertrauten Pädagogen durch die ausführlichen und mit Bildmaterial versehenen Erklärungen, sich mit seiner Klasse auf Erkundungstour durch die Erdgeschichte zu begeben. Bleiben dann noch Fragen offen, bleibt ja noch immer die Nachfrage beim Fachkollegen oder die Recherche im Internet. Darüber hinaus sollte allen Beteiligten immer klar sein, dass es hier wie in allen Wissenschaften keine endgültigen Erkenntnisse gibt, wie das Beispiel von Alfred Wegener zeigt, der mit seiner Theorie von der Bewegung der Erdplatten von den damaligen Koryphäen der Geologie verspottet wurde. 40 Jahre später wurde er eindrucksvoll rehabilitiert, während die Namen der hochdekorierten Spötter von damals heute kaum noch jemand kennt.


Ceratit aus dem Muschelkalk
Ceratit aus dem Muschelkalk
© Foto: Hagdorn, Alle Rechte bei edition Lattner Heilbronn und Dr. H. Hagdorn, Muschelkalkmuseum Ingelfingen


2. Erdgeschichte

Der Geopfad ermöglicht einen unmittelbaren Einblick in die Erdgeschichte des nördlichen Teils unseres Bundeslandes. Die gut 200 Millionen Jahre alten versteinerten Ablagerungen an den verschiedenen Stationen des 7 km langen Lehrpfades werden durch 14 Schautafeln erklärt und geben wie in einem geologischen Tagebuch im Zeitraffer Zeugnis von den wechselhaften Bedingungen, unter denen Sedimente, Fauna und Flora teils im Flachmeer, teils an Land entstanden sind.

Wie auf einem Zeitstrahl lassen sich so die verschiedenen Phasen zur Zeit des Muschelkalkmeeres und des anschließendes Keupers anhand von Gesteinen und Fossilien nachvollziehen. Die Tafeln erklären dabei dem interessierten Laien die Entstehung der heutigen Landschaft, unter anderem auch die Entstehung des Umlaufberges, auf dem die Comburg erbaut wurde.

Die beigefügten Arbeitsblätter ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, beim Abschreiten der Stationen selbständig in diesem Zeitfenster der Erdgeschichte zu arbeiten und durch Beantworten der Fragen tiefer gehende Zusammenhänge zu erkennen und zu reflektieren.



3. Anlage

Der Geologe Dr. Hans Hagdorn konzipierte in den 1980er Jahren diesen Pfad. Die Stadt Schwäbisch Hall setzte dieses Projekt mit erheblichen finanziellen Mitteln um.

Genaue Wegbeschreibung

Genaue Wegbeschreibung
© Stadt Schwäbisch Hall

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Zunächst fand der Geopfad reges Interesse. Mutwillige Zerstörungen und Umwelteinflüsse führten dazu, dass die Informationstafeln nicht mehr gelesen werden konnten. Er geriet zunehmend in Vergessenheit. Die Stadtverwaltung nahm 2007 eine Anregung zur Reaktivierung auf, ersetzte beschädigte Informationstafeln und reinigte die noch erhalten gebliebenen.
Seit 2010 ist der Geopfad wieder voll zugänglich und nutzbar.

Vorsätzliche Beschädigung - Wiederherstellung: Der Geopfad befindet sich jetzt wieder in gutem Zustand.

Vorsätzliche Beschädigung - Wiederherstellung: Der Geopfad befindet sich jetzt wieder in gutem Zustand.
© Otto Windmüller

Der Geopfad umfasst eine Einführungsstation und weitere 13 Stationen.

Man beginnt in der Stadt Schwäbisch Hall auf ca. 290 Metern über NN und endet auf dem Einkorn bei 510 Metern. Dabei gelangt man durch die Sedimentschichten vom Mittleren Muschelkalk bis zum Keuper.

Verlauf des Geopfads

Verlauf des Geopfads
© Otto Windmüller


Die Stationen:

  • Station 0: Ausgangspunkt und Übersicht.
  • Station 1: Salzablagerungen im mittleren Muschelkalk
  • Station 2: Muschelkalk - Seelilie
  • Station 3: Kalksinter
  • Station 4: Baustein der Comburg: Lettenkeupersandstein
  • Station 5: Oberer Muschelkalk
  • Station 6: Der Lettenkeuper
  • Station 7: Der Umlaufberg der Comburg
  • Station 8: Der Lettenkeuperhauptsandstein
  • Station 9: Grundgipsschichten des Gipskeupers
  • Station 10: Gipskeuper
  • Station 11: Schilfsandstein
  • Station 12: Rote Wand und Kieselsandstein
  • Station 13: Die Landschaft der Kocherbucht

Die Stationstafeln mit Vergrößerungsoption sind auf den Seiten von Projekte Regional zu finden.

Kulturlandschaft zwischen Muschelkalk und Keuper

Kulturlandschaft zwischen Muschelkalk und Keuper
© Otto Windmüller


Die Kulturlandschaft

Bei der Wanderung von Schwäbisch Hall bis auf den Einkorn gelangt man durch eine herrliche Kulturlandschaft mit einer Fülle von Eindrücken.

  • Schöner Blick auf Großcomburg und Kleincomburg
  • Im ehemaligen Steinbruch
  • Ausblick vom Einkorn


Sehenswürdigkeiten am Rande des Geopfades

Sehenswürdigkeiten am Rande des Geopfades
© Otto Windmüller

Die Sehenswürdigkeiten

An der Strecke befinden sich eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten:

  • Zwischen Station 1 und 2 liegt die Urbanskirche. Wenige Meter weiter befindet sich der Ort, an dem bis 1938 die Synagoge stand. Eine Gedenktafel erinnert an das Pogrom.
  • Bei Station 3 die romanische Kirche St. Johannes
  • Bei Station 4 die erhabene Comburg
  • Bei Station 13 der Einkorn mit der Ruine der Wallfahrtskirche. Das barocke Gotteshaus zu den 14 Nothelfern geriet 1814 durch einen Blitzschlag in Brand. Vom Plateau des Einkorns und vom Aussichtsturm aus hat man einen weiten Blick über die Haller und die Hohenloher Ebene.
  • Auf dem Rückweg liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Hessental das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers (Modul " KZ-Hessental ").

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -


letzte Änderung: 2013-08-09