Hornberg - Die Burg des Ritters Götz von Berlichingen

Die Geschichte der Burg Hornberg:

Blick vom Bergfried auf den ältesten Teil der Anlage, die Untere Burg
Blick vom Bergfried auf den ältesten Teil der Anlage, die Untere Burg
©Ulrich Maier

1184
Erste gesicherte Erwähnung der Burg, die sich im Besitz des Grafen Boppo von Lauffen befindet. Ein Lehensmann des Grafen nennt sich nach der Burg, einem Vorgängerbau der heutigen Unteren Burg. Damals wurde die Burg "Horemberg" und später "Duo Castra Horimberch" (die zwei Burgen Hornberg) genannt. Man muss aber davon ausgehen, dass sie deutlich älter ist. Auf ihrem Terrain ist bereits eine Besiedlung aus der Keltenzeit um 400 v. Chr. nachgewiesen.
Die zahlreichen römischen Funde auf dem Hornberg lassen darauf schließen, dass die Römer Natursteinmauern in die steilen Terrassen der Weinberge gebaut haben. Der Sage nach lebte im sechsten Jahrhundert der Frankenkönig Dagobert mit seiner Tochter, der heiligen Notburga, auf der Burg Hornberg.

Um 1215
Burg Hornberg geht über Graf Boppos Tochter Mechthild an deren Ehemann Graf Konrad von Dürn.

Burgkapelle
Burgkapelle
©Ulrich Maier

1259
Bischof Heinrich von Speyer erwirbt die Burg und baut die Obere Burg mit einer sechs Meter starken Schildmauer.

Mitte des 14. Jahrhunderts
Der Speyrer Bischof Gerhard von Ehrenberg baut die Burg weiter aus.
Die obere Burg erhält eine neue Ringmauer, einen neuen Palas, einen weiteren Turm und ein gotisches Tor.

Mitte des 15. Jahrhunderts
Bischof Raban von Speyer erweitert den Zwinger. Obere und Untere Burg gelten jetzt als Einheit. Die Burg gehört weiter zum Bistum Speyer, wird aber an wechselnde Pfandherren verpfändet.

1467
Bischof Mathias von Speyer verkauft die Burg als Erblehen an Lutz Schott, Amtmann zu Weinsberg,für 2600 Gulden. Die Burg verbleibt aber weiter unter Speyerischer Lehenshoheit. Schott renoviert und erweitert die Anlage.

Treppenturm, links Bergfried, rechts Berlichingen-Palas
Treppenturm, links Bergfried, rechts Berlichingen-Palas
©Ulrich Maier

1474
Der Kurfürst von der Pfalz vertreibt Lutz Schott, nimmt die Burg ein und verpfändet sie nacheinander an verschiedene Gefolgsleute.

1504
Ein kaiserliches Gericht spricht Lutz Schott die Burg zu. Der Pfälzer Kurfürst ist nach der Niederlage im Bayerisch-Pfälzischen Erbfolgekrieg nicht in der Lage, die Burg zu halten.

1517
Lutz Schott verkauft Hornberg für 6 500 Gulden an Götz von Berlichingen, der die Burg vom Bistum Speyer zum Mannlehen erhält. Das heißt, lehensrechtlich gehörte die Burg weiterhin zum Bistum Speyer.

1525
Eine Abordnung des Bauernheeres setzt Götz unter Druck, die Hauptmannschaft zu übernehmen. Götz stimmt schließlich zu. Götz wird deshalb nach der Niederschlagung des Bauernkrieges verurteilt und bekam ab 1530 Hausarrest auf der Burg, die er über 10 Jahre nicht verlassen durfte.

Kamin im Berlichingischen Palas
Kamin im Berlichingischen Palas
©Ulrich Maier

1562
Götz stirbt auf der Burg im hohen Alter von 82 Jahren, nachdem er kurz zuvor dem Neckarzimmerner Pfarrer seine Lebensbeschreibung diktiert hatte, die Goethe zu seinem Drama inspirierte.

1602
Die Burg geht von den Nachfahren des Götz von Berlichingen an den kurfürstlich mainzischen Rat Hans Heinrich von Heußenstamm über.

1612
Reinhard von Gemmingen erwirbt Burg Hornberg samt den Dörfern Neckarzimmern und Steinbach und dem Stockbronner Hof, die zur Herrschaft Hornberg gehören.

Seither ist die Burg im Besitz der Herren von Gemmingen-Hornberg, die in Neckarzimmern ein neues Schloss bauen und dort ihren Sitz nehmen. Die Burg verfällt nach und nach.

 

- Arbeitskreis Landesgeschichte/Landeskunde RP Stuttgart -