Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.


In diesem Monat empfehlen wir folgende zwei Bücher:

Bücher des Monats April 2005


Gerhard Staguhn: Warum ? fallen Katzen immer auf die Füße ... und andere Rätsel des Alltags

dtv München 2004
ISBN 3423621907

Bild"   Der Wissenschaftsjournalist Gerhard Staguhn, Mitarbeiter von FAZ und Süddeutscher Zeitung, ist seit Jahren als spannend schreibender Sachbuchautor bekannt. Bücher wie "Das Lachen Gottes" (1990), "Tierliebe" (1996), "Das Herz" (1998), "Das Rätsel des Universums" (1998) und "Gott und die Götter" (2003) haben einen großen, interessierten Leserkreis, z. T. auch im Ausland, gefunden.

Sein neuestes Buch versucht viele interessante Fragen unseres Lebens zu beantworten. Angefangen von den Fragen warum es die Welt gibt, warum die Dinge nach unten und nicht nach oben fallen und warum die Erde sich dreht bis hin zu Fragen wie warum Glühwürmchen glühen, warum elektrischer Strom Wärme erzeugt, warum Schiffe aus Eisen schwimmen können und warum der Bierschaum so schnell zerfällt. Aber auch ganz banale Fragen wie, warum der Pudding weich ist, warum wir so gern Süßes essen und warum die Banane krumm ist. Aber auch wirklich existentielle Fragen werden erörtert: Warum gibt es Mädchen und Jungen, warum verlieben sich Menschen ineinander, warum müssen wir sterben oder warum wissen wir nicht wirklich, wie die Welt aussieht.

Auf alle diese Fragen gibt Staguhn Antworten und zwar zum Teil sehr verblüffende. Das Buch ist gut, aber nicht immer einfach verständlich geschrieben und es lässt überall durchscheinen, dass viele unserer Fragen von uns offenbar nicht beantwortet werden können. Gerade dadurch regt es zum Nachdenken und zum Weiterdenken an.

Altersempfehlung: Jugendliche

(Dr. Klaus Füller, AK Leseerziehung)



Xavier-Laurent Petit: Kriegskind

Verlag Sauerländer, Aarau und Frankfurt am Main, 2001
ISBN 3-7941-4785-5

Aus dem Französischen von Agnes Kloocke

Bild"   Jozef, den jungen Protagonisten dieses Romans, gibt es in Wirklichkeit nicht, aber es gibt Hunderttausende von Jozefs. Sie leben irgendwo dort draußen, auf dieser Welt, wenige Flugstunden von hier, sie sind die viel zu jungen Geiseln der Krieg führenden Länder.

Jozefs Bergdorf wird vom Balkankrieg erfasst. Niemand weiß etwas über die Hintergründe, über die Gegner, denn viel wichtiger für das Dorfleben sind die anhaltende Dürre und der virulente Aberglaube, der Jozefs neugeborene Schwester wegen ihres Muttermals zur Außenseiterin werden lässt – sie hat angeblich Unglück über das Dorf gebracht. Jozefs Vater ist Lehrer und wird zusammen mit vielen anderen als vermeintlicher Verräter hingerichtet. Fast nichts bleibt mehr. Versteckt in einer Waldhütte kümmert sich Jozef um die Mutter und die kleine Schwester. Am Ende muss auch noch Jozef an die Front – um Minenfelder abzuräumen. Jozef verliert dabei beide Beine, findet aber im Flüchtlingslager schließlich seine Schwester wieder.

Dass Kinder und Jugendliche immer in besonderem Maße von den Kriegsereignissen betroffen sind, wird in dieser Antikriegs-Erzählung auf sehr eindringliche Art und Weise deutlich.

160 Seiten, geeignet ab Klasse 6

Altersempfehlung: ab 12 Jahre

(Renate Donig, AK Leseerziehung)