Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.


Buch des Monats April 2011

In diesem Monat empfehlen wir folgendes Buch:

Carol Thompson: Friede, Freunde, Hasenpfote
(ab 3 -6 Jahren)
Malte Oberschelp:Der Fußball-Lehrer.
Wie Konrad Koch im Kaiserreich den Ball ins Spiel brachte.

(ab 14 Jahren / ab Klasse 8)

Carol Thompson: Friede, Freunde, Hasenpfote

Gerstenberg 2011
ISBN: 978-3836953719
32 Seiten

Altersempfehlung: ab 3 - 6 Jahre

Paul Hase ist Luzies bester Freund. Zusammen flitzen die beiden durch die Gegend, spielen wild oder lachen sich schief. Manchmal sind sie auch ganz still, legen sich an ihren Lieblingsplatz unter den großen Baum und sehen den Wolken nach. Aber eines Tages kommt es zum Streit. Paul ist wütend und Luzie ist traurig. Doch dicke Freunde kann nichts auseinanderbringen. Und manchmal hilft es ja, tief durchzuatmen, langsam bis zehn zu zählen oder ein warmes Bad zu nehmen - und sich anschließend wieder zu versöhnen. Denn zu zweit ist es einfach am schönsten! Eine warmherzige Freundschaftsgeschichte über Streit und Versöhnung, nicht nur für Kinder!

(Kim - Arbeitskreis Lesen)


 

Malte Oberschelp: Der Fußball-Lehrer.
Wie Konrad Koch im Kaiserreich den Ball ins Spiel brachte.

Verlag Die Werkstatt 2010, Göttingen
ISBN 978-3-89533-723-9
142 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahre / Klasse 8

Der Ball ist rund, und ein Spiel dauert 90 Minuten. (Sepp Herberger)

Es gab in den vergangenen Jahren einige große deutsche Fußballfilme, am berühmtesten sind vermutlich die Dokumentation „Deutschland Ein Sommermärchen“ und der Spielfilm „Das Wunder von Bern“, beide von Sönke Wortmann. Seit März 2011 reiht sich nun der Film „Der ganz große Traum“ mit Daniel Brühl in der Hauptrolle des Gymnasiallehrers Konrad Koch in das Genre des Fußballfilms ein: Am Schluss kommt es zum großen Spiel, das auf jeden Fall gewonnen werden muss. Daniel Brühl spielt hier einen jungen und pazifistischen Reformpädagogen, der sich bemüht um neue Lehrmethoden, Fairplay statt Drill und Mannschaftsgeist. Das rückt Daniel Brühl bewusst in die Nähe so erfolgreicher Kinopädagogen wie "Monsieur Mathieu" oder Robin Williams in "Der Club der toten Dichter".

Kleiner Schönheitsfehler: Das alles ist so nie wirklich passiert. Wie der Berliner Autor und Sportjournalist Malte Oberschelp in seinem Buch „Der Fußball-Lehrer“ schreibt, hat Konrad Koch zwar Fußball auf den Lehrplan gebracht, war aber vorher weder in England noch hat er Englisch unterrichtet. Der Ball war oval, die Spieler durften ihn in die Hand nehmen und die Tore waren Querstangen, über die das Leder befördert werden musste. Das Spiel selbst sollte noch 1880 in Deutschland auf 60 Minuten reduziert werden. Nach dem Film ist also vor dem Buch: Wer wirklich mehr über die Geburtsphase des deutschen Fußballs, den Menschen Konrad Koch und die geschichtlichen Umstände wissen will, muss hier weiterlesen.

Im Überblick
In zehn Kapiteln beschreibt Malte Oberschelp leicht lesbar wie sachlich genau die Gründungsphase des deutschen Fußballs. Originaldokumente sowie ansprechende Bilder und Illustrationen veranschaulichen und vertiefen die flott formulierten Informationen. Das Buch erweist sich als eine Fundgrube für die Entwicklung des Sports und die Kultur der Kaiserzeit. Es vermittelt einen Eindruck von pädagogischen Entwicklungen dieser Zeit und gibt einen amüsanten Einblick in die Sprachgeschichte der Fußballsprache zwischen Begeisterung für das englische Original und gelungenen wie vergeblichen Versuchen, deutsche Begriffe für die englischen zu finden.

Einige Fakten, die Leserinnen und Leser hier erfahren

  • Der Kapitän einer Mannschaft hieß ursprünglich von Koch so benannt Spielkaiser.
  • Der 29. September 1874 ist der Beginn des organisierten Fußballspiels in Deutschland.
  • Erster Deutscher Meister war 1891 die Mannschaft von Victoria Berlin.
  • Kochs bevorzugtes Spiel war eigentlich Rugby, das „gemischte Spiel mit Aufnehmen“.

Das Buch in der Schule
Das Buch eignet sich zum Einsatz in Klasse 8 und 9. Im Rahmenthema Fußball oder auch Sport können so im verbundenen Deutschunterricht regulierende Texte (Fußballregeln), Sportberichte oder Fußballreportagen mit dem Arbeitsbereich Sprachreflexion verbunden werden (Metaphern der Fußballsprache, Sprachgeschichte, Anglizismen). Denkbar wäre auch eine Erweiterung im Hinblick auf das Argumentieren und Erörtern in Bezug auf Sport, Sportarten und ihre Funktion allgemein.

(Matthias Wasel, Arbeitskreis Lesen)