Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.

Buchempfehlung des Monats März 2026

Katja Frixe: Das Tal der Wünsche
(ab 6 Jahren) Verlag: Fischer & Sauerländer 2025

Mia Cassany: Das große Buch des Schreckens
(ab 12 Jahren) Verlag: Knesebeck Verlag 2025

Buch des Monats März 
Cover: © Fischer & Sauerländer, Knesebeck Verlag

Katja Frixe: Das Tal der Wünsche

Verlag: Fischer & Sauerländer Verlag, 2025

Illustratorin: Anna Galitskaya

ISBN-13: 978-3737373708

Gebunden: 144 Seiten 

Altersempfehlung: ab 6 Jahren 

Kinderbuch, Vorlesebuch

Die junge Füchsin Roxa sitzt jeden Abend am Rand einer kleinen Lichtung, schaut in den Sternenhimmel und wartet darauf, dass sie eine Sternschnuppe sieht, um sich etwas zu wünschen. Dabei hat sie nur einen Herzenswunsch und wundert sich, warum sich dieser nicht erfüllt, obwohl sie schon einige Sternschnuppenwünsche losgeschickt hat. Sie fragt sich, wo die Sternschnuppen hinfliegen und wer die Wünsche erfüllt. Gemeinsam mit ihrem besten Freund, dem Waschbärenjungen Kasi, forscht sie bei den Tieren des Waldes nach. Kasis Großmutter gibt ihnen einen entscheidenden Hinweis und eine Landkarte, auf der das Sternschnuppental eingezeichnet ist. Roxa und Kasi nehmen all ihren Mut zusammen und begeben sich auf die Suche nach diesem geheimnisvollen Tal. Unterwegs stoßen sie auf verschiedene Gefahren. Die beiden müssen durch das dunkle Gebirge, in dem es so finster ist, dass selbst sie als nachtaktive Tiere nichts sehen können. Auf ihrem Weg schließen Roxa und Kasi aber auch neue – meist positive - Bekanntschaften: mit Feen, einer Maus, zwei kleinen Bibern und einer Wolfsfamilie. Werden sie es mit Hilfe der neuen Freunde schaffen, ihr Ziel zu erreichen und wird sich Roxas Wunsch erfüllen? Roxa und Kasi müssen immer wieder ihre Ängste überwinden und zeigen dabei eine große Portion Mut. Sie haben Vertrauen zueinander und lassen sich auch durch Rückschläge nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Die Kapitel sind kurz, sodass das Buch für den unterrichtlichen Einsatz als Vorlesebuch geeignet ist. Ungefähr ab Klasse 3 kann „Das Tal der Wünsche“ auch selbst erlesen werden. Die Sprache ist kindgerecht und dennoch poetisch. Katja Frixe gelingt es durch den Text, in die Gefühlswelt der Protagonisten zu entführen. Hier bieten zudem die Bilder von Anna Galitskaya Unterstützung. Die Illustratorin zeichnete die Tiere mit einer ausdrucksstarken Mimik, die es möglich macht, die Gefühlslage zu erkennen. Da alle Illustrationen in Blautönen gehalten sind, entsteht eine geheimnisvolle Stimmung. Die Farbwahl passt besonders gut, da die Tiere immer in der Nacht unterwegs sind.

Die Figuren bieten Kindern Identifikationsmöglichkeiten; Tierkinder sprechen die Zielgruppe in der Regel an. Das Thema ist für Grundschulkinder aktuell: Sie werden immer selbstständiger und lösen sich zunehmend von den Eltern – genauso wie Roxa und Kasi im Buch. Kinder haben Träume und Wünsche, welche durch das Buch thematisiert werden können. Es schwingt jedoch auch der Tenor mit, dass sich nicht alle Wünsche gleich erfüllen, es manchmal Zeit und Geduld braucht, bis es soweit ist und manche Wünsche nie erfüllt werden. Ein zentrales Thema ist darüber hinaus die Freundschaft der Protagonisten. Diese erlebt auf der Suche auch Unstimmigkeiten, z.B. als Kasi die beiden Biberkinder mit zum Abenteuer einlädt. Roxa fühlt sich genötigt dem Vorschlag zuzustimmen, obwohl sie eigentlich eine ganz andere Meinung hat. Wie hätten die Kinder sich verhalten? Darf/muss/kann man in einer Freundschaft seine Meinung immer offen sagen? Aus diesen Gesprächsanlässen können weiterführende Aufgaben im Unterricht entstehen. Z.B. können Kinder eigene Wünsche aufschreiben.

„Das Tal der Wünsche“ ist ein Kinderbuch mit einer Portion Magie, das eine vertiefte Auseinandersetzung mit Freundschaft, Mut und dem Überwinden von Ängsten ermöglicht.

Antolin Quiz [antolin.westermann.de] ab Klasse 4.

C.S. Ideenpool Lesen  

Mia Cassany: Das große Buch des Schreckens

Verlag: Knesebeck Verlag, 2025

Illustrator: Pep Boatella

Übersetzerin: Antje Riley

ISBN-13: 978-3-95728-956-8

Gebunden : 52 Seiten 

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Sachbilderbuch  

Das Sachbilderbuch „Das große Buch des Schreckens“ von Mia Cassany und mit Illustrationen von Pep Boatella, erschienen im Knesebeck Verlag, ist ein schaurig-schönes Buch, das die Grenzen zwischen Mythologie, Literaturgeschichte und Folklore gekonnt verwischt.

Cassany verzichtet darauf, einfache Gruselgeschichten zu erzählen. Stattdessen liefert sie eine Art Enzyklopädie der Finsternis. Das Buch versammelt die „Superstars“ des Schreckens: von literarischen Ikonen wie Dracula und Frankensteins Monster über mythologische Gestalten wie die Medusa bis hin zu klassischen Sagengestalten wie Hexen, Ogern und Werwölfen. Das Buch behauptet augenzwinkernd, dass jede dieser Geschichten wahr sei – denn warum sollte man über etwas schreiben, das es gar nicht gibt? Dieser erzählerische Kniff zieht junge LeserInnen ab etwa 12 Jahren schnell in seinen Bann.

Das wahre Highlight sind die großformatigen Illustrationen Pep Boatellas. Sein Stil ist kantig und kraftvoll. Er stellt keine kleinen, lieblichen Monster dar, sondern moderne, grafisch ansprechende Kunstwerke, die atmosphärisch wirken. Die Farbpalette spielt dabei gekonnt mit Schatten und düsteren Akzenten, ohne dabei in puren Splatter abzudriften. Trotz des Gruselfaktors blitzt immer wieder ein trockenes Augenzwinkern durch, das die Lektüre auch für Erwachsene zu einem Vergnügen macht, da sie im Detail humorvoll ist.

Hinter allem Grusel steckt fundiertes Wissen, das Cassany interessant aufbereitet hat. Der Leser / die Leserin erfährt zum Beispiel, welche Merkmale den klassischen Vampir ausmachen und wie man ihn (theoretisch) bekämpft. Woher der Vampirglaube kommt und wie Filme das Dracula-Thema aufgreifen. Auch wie die 18-jährige Mary Shelley 1816 die Idee zu Frankenstein hatte, wird erklärt.

Es ist ein Sachbuch im Gewand eines Horror-Wälzers, das Allgemeinbildung über Weltliteratur, Film und Folklore vermittelt. „Das große Buch des Schreckens“ ist kein Buch für zwischendurch, sondern ein Erlebnis. Es eignet sich hervorragend für ein gemeinsames Lesen (oder Gruseln) unter der Decke und für Leseabende in der Schule. Es ist nicht nur für Fans von Grusellegenden geeignet, sondern auch für junge (und ältere) Horror-Einsteiger und Liebhaber besonderer Illustrationen. Eine kleine augenzwinkernde Warnung: Nichts für ganz zartbesaitete Gemüter, da es den „Schrecken“ im Titel durchaus ernst nimmt.

Blick ins Buch [knesebeck-verlag.de]  ©️: Mia Cassany, Pep Boatella/Knesebeck Verlag. Mit freundlicher Genehmigung von Mia Cassany, Pep Boatella/Knesebeck Verlag. Das Copyright und alle Rechte liegen beim Verlag.  

M.S. Ideenpool Lesen

 

 
 
 

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