Texte gliedern und Strukturen erkennen

Das Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler enthält Vorschläge, wie man die Gliederung von Texten erkennen kann.

Um die Aussage eines Textes zu verstehen, muss man seinen Aufbau verstehen. Gliederungsaufgaben gehören zu den meisten Aufgabenstellungen der Interpretation, auch im Abitur. Dabei geht es darum, folgende Aspekte zu erkennen:

  • die Gedankenführung oder die Abfolge der geschilderten Ereignisse
  • die verschiedenen Themen und die thematischen Abschnitte des Textes
  • bei Sachtexten und argumentierenden Texten: die Abwechslung von Thesen, Argumenten und Beispielen
  • bei erzählenden Texten: der Wechsel von Zeit und Ort sowie das Auftreten neuer Figuren
  • das Verhältnis von Anfang und Ende des Textes
  • Zum Aufbau im weiteren Sinne gehört auch die Verwendung von direkter Rede (Figurenrede), indirekter Rede und Erzählerbericht. Insbesondere die Verwendung von direkter Rede kann einen Text lebendiger und authentischer machen; der Autor lässt die Figuren selbst zu Wort kommen.

Die vorgegebene Gliederung des Textes in Abschnitte oder Kapitel kann eine Hilfe sein, aber das gilt nicht immer.

Die Methoden der Gliederung hängen auch von der Textsorte ab.

Bei Sachtexten kannst du dich von diesen Anregungen leiten lassen:

  1. Finde eine Überschrift für jeden Abschnitt!
  2. Finde die Frage, auf die in einem Abschnitt die Antwort gegeben wird!
  3. Unterscheide die zentralen Thesen (meist nur ein oder zwei) von den Argumenten, die diese Thesen unterstützen, und den Beispielen, mit denen die Thesen und Argumente illustriert werden.
  4. Prüfe, ob am Ende des Textes das Thema oder bestimmte Gedanken oder Wörter des Anfangs wieder aufgegriffen werden.

Erzählende Texte und Gedichte haben oft diese Formen der Gliederung:

  1. Einschnitte sind dort zu beobachten, wo der Ort wechselt oder neue Figuren oder Personen eingeführt werden.
  2. Zeitsprünge markieren einen neuen Abschnitt. Ausdrücke wie „multis annis post“ (viele Jahre später) zeigen eine Zeitraffung an. 
    Bei erzählenden Texten fragt man nach dem Verhältnis von Erzählzeit zu erzählter Zeit:
    • Wie lange dauert die erzählte Handlung ? (erzählte Zeit)
    • Wie viel Zeit oder wie viele Verse braucht der Erzähler, um die Geschichte zu erzählen? (Erzählzeit)
  3. Bestimmte Wörter zeigen einen Einschnitt oder einen neuen Schritt in der Erzählung an: tum (da, dann, darauf), deinde (dann), postremo (schließlich). Solche Wörter findest du auch im Grundwortschatz, Kapitel Adverbien.

Download

Das Arbeitsblatt in diesen Formaten:

Weitere Arbeitsblätter zur Interpretation

Siehe auch: Didaktische Hinweise für Lateinlehrkräfte

 


Der Text dieser Seite ist verfügbar unter der Lizenz CC BY 4.0 International
Herausgeber: Landesbildungsserver Baden-Württemberg
Quelle: https://www.schule-bw.de

Bitte beachten Sie eventuell abweichende Lizenzangaben bei den eingebundenen Bildern und anderen Dateien.