Wallfahrtskirche Birnau (Einführung Bodensee)

Geokoordinaten: 47°44'45.25"N; 9°13'7.82"E

1. Einführung Bodensee
2. Wallfahrtskirche Birnau

1. Einführung Bodensee

Blick von der Birnau

Blick von der Wallfahrtskirche Birnau über den Bodensee

Die heutige Erscheinung des Bodensees

Der Bodensee – der zweitgrößte Alpensee nach dem Genfer See – hat heute eine Fläche von 540 km² und eine Uferlänge von 230 km (durchschnittlich, je nach Wasserpegel). Er ist etwa 64 km lang, an der breitesten Stelle 14 km breit und an seiner tiefsten Stelle 252 m tief. Er fasst 50 Mrd. m³ Wasser und liegt ca. 400 m über NN. 236 Bäche und Flüsse münden in ihn, wovon der Alpen-Rhein der größte Zufluss ist und als einziger wieder abfließt. Die mittlere Jahrestemperatur für das Bodenseegebiet liegt bei 8,6°C und es fallen 420 Mio m³ Niederschlag pro Jahr direkt auf den See, wovon 300 Mio m³ wieder verdunsten.
Im Bodenseeraum leben heute ca. 1,3 Millionen Menschen, das entspricht einer Dichte von 275 Einwohner/km². Von 1950 bis 1990 stieg die Einwohnerdichte um 53%. Diese Zahlen und der jährlich hohe Zustrom von Touristen sprechen für die Attraktivität des Bodenseeraumes. Er bietet, neben unzähligen Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Surfen usw. eine abwechslungsreiche und interessante Kultur- und - vor allem - Naturlandschaft, die wegen ihrer Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten unbedingt geschützt und erhalten werden sollte. Hier zeigt sich ein Konflikt zwischen der Erhaltung des Naturraumes und dem großen Zustrom von Touristen, der sich in jüngster Zeit immer mehr zuspitzt und große Beachtung fordert, um die ursprüngliche Schönheit der Bodenseelandschaft zu bewahren.



Kurze Zusammenfassung der Entstehungsgeschichte des Bodensees

Der Hauptgrund für die Existenz des Sees liegt neben den Eiszeiten in den gebirgsbildenden Kräften. Im jüngeren Miozän und älteren Pliozän (beides Tertiär) entstanden bruchartige Verstellungen und Grabenzonen im Gebiet des Bodenseebeckens aufgrund der durch die Alpenhebung hervorgerufene Hebung des Molassevorlandes. (Die Molasse ist durch Flüsse ins Vorland transportierter alpiner Gebirgsschutt, der das Bild des Alpenvorlandes lange Zeit prägte.) Als im Pleistozän die Alpengletscher in mehreren mächtigen Vorstößen ihr Eis durch die Täler und ins Vorland schoben, folgten sie diesen geologischen Gegebenheiten. Der Rheingletscher ist für das Bodenseegebiet von besonderer Bedeutung. Er schob seinen größten Arm durch das Rheintal in dieses Gebiet. In jeder der vier Eiszeiten schleifte, formte, grub und transportierte er das Geröll an seine äußeren Enden, wo es in Form von Moränen abgelagert wurde. In den Zwischeneiszeiten bildeten sich in den sogenannten ausgeschürften Zungenbecken jeweils als Vorläufer des heutigen Bodensees Süßwasserseen. Nach dem letzten Rückzug des Rheingletschers bildete sich schließlich der unmittelbare Vorgänger des heutigen Bodensees, der damals ungefähr doppelt so groß war.

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2. Wallfahrtskirche Birnau


Die Wallfahrtskirche Birnau ist eine Maria geweihte Barockkirche am Nordufer des Bodensees zwischen den Orten Nußdorf und Uhldingen-Mühlhofen (Baden-Württemberg). Die Birnau liegt direkt an der B31.

Der Bau einer neuen Wallfahrtskirche und die Verlegung der wundertätigen Marienstatue musste zunächst von Papst Benedikt XIV. genehmigt werden. In aller Heimlichkeit wurden die erforderlichen Genehmigungen eingeholt, denn man fürchtete den Zorn der Bevölkerung. Eine päpstliche Bulle vom 12. März 1746 erlaubte dem Salemer Kloster, die Kirche zu errichten und die Marienstatue dorthin zu verlegen. Kurze Zeit später, am 2. Mai 1746, starb Abt Stephan mit nur 45 Jahren. Die Bevölkerung sah darin eine Strafe für die „Entführung“ des Gnadenbildes, doch die Klosterleitung ließ sich nicht irritieren: Unter dem neuen Abt Anselm Schwab wurde die begonnene Arbeit mit großer Energie weitergeführt.

Der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb wurde in die Planungskommission des Klosters berufen. Thumb war zu dem Zeitpunkt, als er die Birnau entwarf, der führende süddeutsche Architekt und auf der Höhe seiner Schaffenskraft. Nach mehreren Entwürfen fand man einen auf beiden Seiten akzeptierten Kompromiss. Binnen eines Jahres wurde mit dem Ausheben der Fundamente begonnen. Am 11. Juni 1747 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt.

Der ausgewählte Ort lag auf einem Hügelvorsprung am Bodenseeufer, oberhalb der klostereigenen Weinberge und der bereits existierenden Wirtschaftsgebäude (Schloss Maurach). Die vordere Fassade sollte parallel zum Seeufer stehen und dadurch weithin sichtbar über dem See thronen wie ein Bindeglied zwischen Gottes Schöpfung und dem Himmel. Die Umgebung der Kirche war (und ist bis heute) nahezu unbebaut, so dass keine anderen Gebäude die Sichtbarkeit beeinträchtigen. Man nahm zugunsten der Fernwirkung sogar in Kauf, dass der Altar nicht wie bei Kirchen üblich nach Osten ausgerichtet werden konnte.

Der Bau verschlang innerhalb von wenigen Jahren 150.000 Gulden. Die finanziellen Mittel konnten ohne Probleme aufgebracht werden, so dass sich der Bau nicht wie bei vielen anderen Kirchenprojekten aus Geldmangel verzögerte. In nicht einmal vier Jahren wurde die Kirche errichtet und ausgestaltet. Die feierliche Kirchweihe fand vom 19. bis 24. September 1750 statt. Die Einweihungspredigt, die Abt Anselm hielt, beschäftigte sich vor allem mit der aufwendigen Ikonografie der Fresken, die das Kloster und die Mönche in Bezug zu Maria und der göttlichen Gnade setzten. Als zweiter Prediger war der „schwäbische Cicero“ eingeladen, der bekannte Prämonstratenser Sebastian Sailer. Auch seine Predigt legte die malerischen Motive der Birnau aus.

Der Neubau war nicht zuletzt eine Machtdemonstration gegenüber der Reichsstadt Überlingen, die beständig versuchte, die Reichsabtei in ihre Schranken zu weisen. Die Demonstration gelang, doch das Verhältnis zwischen Stadt und Kloster war auf Jahrzehnte hinaus gestört. Erst 1790 kam es zur offiziellen Versöhnung.

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