„Streit um des Herzogs Wagen“ – ein historisches Rollenspiel zum Verhältnis von Herrschaft und Untertanen im Absolutismus

Hintergrund - Bedeutung

Carl Eugen (1728 -1793) ist der für die Zeit des Absolutismus über Landesgrenzen hinweg wohl bekannte Herzog Württembergs, der besonders wegen seiner Konflikte mit den Dichtern Christian Friedrich Daniel Schubart und Friedrich Schiller auch heute noch Berühmtheit erlangt. Sein teils höfischer, teils aufgeklärter Regierungsstil, der zuweilen despotische Züge trug, eignet sich als Beispiel für den Kampf gegen die Macht der Stände und für einen staatlichen Zentralismus.

Der Konflikt zwischen Johann Caspar Schiller und den Asperger Bürgern findet sich in den Akten des Oberamtmanns Kerner. Ihm zufolge ließ die Ludwigsburger Bauverwaltung von 14 Asperger Bürgern unter Leitung eines Bauknechts im Dezember 1774 Eis aus dem See Monrepos herausbrechen. Diese benötigte der Herzog für seine Eisgrube im Ludwigsburger Residenzschloss

Bei der Arbeit bemerkten die Asperger, dass das Eis nur mit großem Aufwand verbunden ans Land gebracht werden konnte, und beschlossen, die sich in der Nähe befindlichen Wagen zu bedienen. Der Aufseher wusste, dass es sich um militärische Wagen handelte, die er eigentlich nicht nutzen sollte, beschloss sich aber darüber hinwegzusetzen, da er das Arbeitskommando unter dem Befehl des Hauptmanns Schiller nicht sah und ebenfalls im Dienst des Herzogs tätig war. Dieses Vorgehen war zwei Tage lang erfolgreich, führte aber dann am dritten Tag zu Auseinandersetzungen: Als Johann Caspar Schiller den Bauknecht auf die Wagen ansprach, erklärte sich dieser sofort. Schiller ging dennoch mit dem Stock des Unteroffiziers auf ihn los und der Bauknecht entzog sich dem durch Flucht. Schiller befahl seinen Unteroffizieren, ihm nachzusetzen. Als ihnen dies nicht gelang, wandten sie sich gegen die Asperger Bürger.

Die Zeit des Konflikts zwischen Schillers Vater und den Asperger Bürgern ist geprägt von hohen Staatsausgaben im kleinen Land Württemberg, einhergehend mit Arbeitslosigkeit, die zur Auswanderung nach Russland oder in die habsburgischen Gebiete führte. Dies bekommt auch die Familie Schiller zu spüren, der der Landesherr, als sie in Ludwigsburg ankamen, Diätengelder von drei Jahren schuldig war. Nachdem Carl Eugen ungesetzliche Steuerausschreibungen durchführte und die Landstände ihn deswegen vor dem kaiserlichen Hofrat in Wien anklagten, wurden 1770 mit dem sogenannten Erbvergleich Carl Eugens Machtbefugnisse eingeschränkt.

Folglich findet der Konflikt zwischen Caspar Friedrich Schiller und den Asperger Bürgern um den Wagen des Militärs in einer Zeit des Umbruchs statt. Dennoch waren die Mätressenwirtschaft des Herzogs sowie der Soldatenhandel noch im Gedächtnis.

Bei dem Herausbrechen des Eises von Arbeitern aus dem See in Monrepos für die herzogliche Eisgrube handelt es sich um eine Aufgabe, die das Luxusleben des Herzogs vor Augen führt, aber auch ein Mittel zur Sichtbarmachung von Macht darstellt.

Zwar handelt der Bauknecht im Dienst des Herzogs Carl Eugen, er darf trotzdem nicht die Wagen für das höherrangige Militär nutzen. Obwohl die Lösung des Konflikts nicht überliefert ist, ist davon auszugehen, dass die misshandelten Bürger von Asperg keine Kompensation erhalten haben. Dafür ist auch die Beförderung Johann Friedrich Schillers zum Leiter der herzoglichen Hofgärten nur kurze Zeit nach dem Vorfall ein Indiz.

Zitate aus Friedrich Schillers Werken gelten als Kontrast zum repräsentierten absolutistischen System Carl Eugens und dienen der Kritik des Ausgangs des Konflikts. Schiller wendet sich in seinen Hauptwerken gegen die Verschwendungssucht der Adeligen, die Machtdemonstrationen durch Residenzen, das Mätressenwesen, den Soldatenhandel und die sinnlose Einhaltung von Befehlsketten. Beeinflusst wurde er zu dieser Auffassung vermutlich in seiner Zeit in der Lateinschule in Ludwigsburg. Nicht nur die erfahrene Herzogsnähe erst in Ludwigsburg und dann in Stuttgart, sondern auch die im 18. Jahrhundert verbreitete rationale, auf Verbesserung der Lebensbedingungen ausgerichtete Naturerkenntnis mit ihren Freiheitsideen des Rene Decartes und Francis Bacon und ihrer Aufklärungsphilosophie prägten den württembergischen Dichter.

Methodisch gesehen wird die Arbeit mit künstlicher Intelligenz immer relevanter – gerade für das Leben der Schülerinnen und Schüler. Um Stärken und Schwächen der Arbeit mit der KI für den Geschichtsunterricht aufzuzeigen, sollen die Lernenden sich in jeder Doppelstunde mit einem Ergebnis der KI auseinandersetzen: Einem künstlich erschaffenen Bild, einem kreativen Monolog und Antworten auf Wissensfragen.

 

Zitate aus Friedrich Schillers Werken gelten als Kontrast zum repräsentierten absolutistischen System Carl Eugens und dienen der Kritik des Ausgangs des Konflikts. Schiler wendet sich in seinen Hauptwerken gegen die Verschwendungssucht der Adeligen, die Machtdemonstrationen durch Residenzen, das Mätressenwesen, den Soldatenhandel und die sinnlose Einhaltung von Befehlsketten. Beeinflusst wurde er zu dieser Auffassung vermutlich in seiner Zeit in der Lateinschule in Ludwigsburg. Nicht nur die erfahrene Herzogsnähe erst in Ludwigsburg und dann in Stuttgart, sondern auch die im 18. Jahrhundert verbreitete rationale, auf Verbesserung der Lebensbedingungen ausgerichtete Naturerkenntnis mit ihren Freiheitsideen des Rene Decartes und Francis Bacon und ihrer Aufklärungsphilosophie prägten den württembergischen Dichter.

Methodisch gesehen wird die Arbeit mit künstlicher Intelligenz immer relevanter – gerade für das Leben der Schülerinnen und Schüler. Um Stärken und Schwächen der Arbeit mit der KI für den Geschichtsunterricht aufzuzeigen, sollen die Lernenden sich in jeder Doppelstunde mit einem Ergebnis der KI auseinandersetzen: einem künstlich erschaffenen Bild, einem kreativen Monolog und Antworten auf Wissensfragen.


Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte an der ZSL-Regionalstelle Stuttgart


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Herausgeber: Landesbildungsserver Baden-Württemberg
Quelle: https://www.schule-bw.de

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