Theodor Heuss - Das Theodor Heuss Museum der Stadt Brackenheim

Hintergrundinformationen

1.3 Anlage

Innenansicht des Museums
Innenansicht des Museums
© Theodor Heuss Museum Brackenheim

Das Museum befindet sich im Obertorhaus, dem ehemaligen Gefängnis der Oberamtsstadt Brackenheim. Wenige Meter davon entfernt stand das Geburtshaus von Theodor Heuss. Warum heute nur noch eine Tafel daran erinnert, hat auch mit Heuss’ innerer Verbundenheit zu seiner Heimatstadt und dem Württemberger Wein zu tun, den er zeitlebens schätzte. Das Haus stand nämlich dem Bau der Weingärtnergenossenschaft im Wege. Nun fragte die Stadt bei Heuss höflich an, ob er sich damit abfinden könne, wenn sein Geburtshaus abgerissen würde. Der Bundespräsident, der als 21-Jähriger über den Weinbau in Heilbronn promoviert hatte, antwortete dem Bürgermeister, wenn sein Geburtshaus einer Pflegestätte des Württemberger Weins weichen müsste, wäre das durchaus in seinem Sinne.

Wenngleich das Museum sich also nicht im Geburtshaus von Theodor Heuss befindet, so vermittelt seine Lage im historischen Stadtkern Brackenheims ein konkretes Bild der Umgebung, in der Heuss seine Kinderzeit verbracht hat.

Im Gewölbekeller werden Heuss' Wurzeln in Brackenheim, dem württembergischen Unterland und der nahen ehemaligen Reichsstadt Heilbronn, sein regionaler und geistiger Boden, vermittelt. Die Filmprojektion direkt auf die gemauerten Steinquader wirkt ästhetisch reizvoll. Die folgenden beiden Ebenen stellen Heuss' politischen Werdegang dar.

Im Erdgeschoss dominiert die autobiographische Sicht. Heuss kommentiert im Originalton, einer Toncollage von Lesungen aus seinen Erinnerungen und Rundfunkinterviews, wesentliche Lebensstationen. So entsteht ein authentisches Bild seiner facettenreichen Persönlichkeit, geprägt von Bezügen zu Geschichte, Literatur, Journalismus und Philosophie, Kunst und Staatslehre, Gesellschaft und Familie.

Innenansicht des Museums
Theodor Heuss im Profil
© Theodor Heuss Museum Brackenheim

Im Obergeschoss wird dieser Eindruck ergänzt durch biographische Würdigungen seiner Amtsnachfolger Walter Scheel, Richard von Weizsäcker und Roman Herzog.

Im Dachgeschoss befindet sich ein Seminarraum, der bei Besuchen von Schulklassen als Versammlungs- und Arbeitsraum genutzt wird und über eine Handbibliothek verfügt, die auch Schülern zugänglich gemacht werden kann. Hier befinden sich vor allem Bücher des Publizisten Heuss, z. B. der 1932 erschienene Band "Hitlers Weg" sowie biographische Literatur zu Theodor Heuss.

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -