Sklavenarbeit im Salzbergwerk - Gedenkstätte für die Opfer des KZ Kochendorf (Bad Friedrichshall-Kochendorf)

Methodenvorschlag

2.1 Lernorterkundung

Häftlingskleidung in einer der Ausstellungsvitrinen der Gedenkstätte
Häftlingskleidung in einer der Ausstellungsvitrinen der Gedenkstätte
©Ulrich Maier

Es empfiehlt sich, die Ausstellung in Kleingruppen erkunden zu lassen.
Dabei können die Schülerinnen und Schüler ihre Erkenntnisse in einem Fragebogen ( AB 1 ) notieren, der Grundlage für die Nachbesprechung im Unterricht ist.

Eine sinnvolle Alternative besonders für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I wäre, dabei Schwerpunkte zu setzen. So kann den Schülerinnen und Schülern zunächst Zeit gegeben werden, die gesamte Ausstellung auf sich wirken zu lassen und in einem anschließenden Rundgespräch Fragen zu stellen. Ein zweiter Durchgang kann dann mit unterschiedlichen Untersuchungsaufträgen erfolgen:

Gruppe 1: Das KZ Kochendorf in seinem Funktionszusammenhang
Erkundet auf der Karte, zu welchem Großlager das KZ Kochendorf gehörte und welche weiteren Nebenlager es gab.
Wo lagen die Vernichtungslager? Notiere ihre Namen.

Gruppe 2: Die Herkunft der Häftlinge
Betrachtet die Porträts der Häftlinge, lest die biografische Notiz dazu und notiert, aus welchen Ländern sie kamen und weshalb sie in das KZ verschleppt wurden.
Betrachtet die Zeichnungen des ehemaligen Häftlings Mieczyslaw Wisniewski und formuliert dazu Bildunterschriften, die den Alltag der Häftlinge verdeutlichen.

Gruppe 3: Erlebnisberichte der ehemaligen Häftlinge
Hört euch die Erlebnisberichte an und notiert, was ihr von den Arbeitsbedingungen erfahren habt.

Gruppe 4: Für welche Arbeiten wurden die Häftlinge herangezogen?
Informiert euch an den Tafeln, welche Rolle das Salzbergwerk 1944/45 für die deutsche Rüstungsindustrie spielte.
Notiert die Namen der Firmen, die im Salzbergwerk produzierten und gebt an, was hier produziert wurde.

Gruppe 5: Der Todesmarsch nach Dachau
Informiert euch darüber, wie und weshalb die Häftlinge Ende 1945 nach Dachau verbracht wurden.
Notiert die Stationen des "Todesmarsches".

Gruppe 6: Die Erinnerung an das Geschehen
Informiert euch an den Tafeln über die Entschädigung der Zwangsarbeiter und diskutiert darüber.
Beschreibt, wie heute an das Geschehen erinnert wird.

Gruppe 7: Die Arbeiten des Schweizer Künstlers Renato Oggier "Stumme Zeugen"
Beschreibt, wie der Künstler auf das Geschehen aufmerksam machen will und wie seine Arbeiten in die Ausstellung eingefügt sind.

Anschließend können die Gruppen vor den entsprechenden Ausstellungseinheiten ihre Ergebnisse präsentieren, so dass ein selbst geführter letzter Rundgang den Besuch abrundet.

Diese Phase könnte bei Zeitmangel auch in die Schule verlagert werden, allerdings fehlen dann die Anschauungsobjekte.
 
- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -