Geschichte der römischen Literatur und Gesellschaft

Eine tabellarische Übersicht zur römischen Geschichte und Literaturgeschichte von den Anfängen bis Marc Aurel

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Persönlichkeiten

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AristotelesAugustusCatullCaesar (C. Iulius Caesar) • Cicero (M. Tullius Cicero) • Caligula (Kaiser) • Claudius (Kaiser) • EpikurHannibalHorazJesus von NazarethLivia Drusilla, Frau des Augustus • LiviusLukrezMarc AurelMartial Nero (Kaiser) • OvidPlatonPlautusPlinius d. J.Pompeius (Cn. Pompeius Magnus) • ProperzSallustSeneca d. J.Sextus PompeiusSokratesSpartacusSuetonSulpicia (Dichterin) • TerenzThales von MiletTiberiusTibullTrajanVergil

 

Politische Entwicklung

Rom wird Stadt

700 — 490 v. Chr.

Die frühe Geschichte Roms ist schwer zu erfassen, da es aus dieser Zeit keine schriftlichen Zeugnisse gibt. Die Vorstellung von einem Königreich, das von 749 v. Chr. bis ca. 500 v. Chr. von 7 etruskischen Königen regiert wurde, wird von der Forschung in weiten Teilen als Legende eingeschätzt.

Artikel zum Ende der Königszeit im Lateinportal

 

Ende der Königszeit

ca. 530 — 480 v. Chr.

Die traditionelle Geschichte, von vielen Historikern heute als Legende angesehen, lautet so: Die etruskischen Könige, die Rom beherrschen, machen sich mehr und mehr unbeliebt. Der Legende nach war es v. a. ein König, Tarquinius Superbus, der die Bürger gegen sich aufbrachte und der schließlich verjagt wird.

Es ist umstritten, wie die Herrschaft der Könige abgelöst wird; dass die Forschung keine einheitliche Meinung erreicht, liegt auch daran, dass es aus dieser Zeit kaum schriftlichen Quellen gibt.

Philosophie und Literatur

Vorsokratische Philosophie: Thales, Anaximander und Parmenides

Während sich in Rom erste städtische Strukturen langsam entwickelen und erste schriftliche Zeugnisse in Form von Inschriften nachweisbar sind, entstehen in Griechenland die ersten philosophischen Systeme.

Thales von Milet

624 v. Chr. — 546 v. Chr.

Thales von Milet wird zu den Vorsokratikern gerechnet. Er befasst sich wie andere Philosophen dieser Epoche mit den Grundkräften der Natur. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die wichtigste Kraft der Natur das Wasser ist.

Auch in der Mathematik leistet Thales Grundlagenarbeit. Mit ihm als frühestem Vorsokratiker verbindet sich der Wechsel von der mythischen zur empirischen Welterklärung und damit zur Naturwissenschaft.

Linkvorschläge:

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Anaximander

610 v. Chr. bis 546 v. Chr.

Anaximander von Milet (610 v. Chr. bis 546 v. Chr.) verfasst das erste philosophische Buch Europas. Er kann daher als der eigentliche Gründer der Philosophie bezeichnet werden. Vermutlich trug es den Titel „Über die Natur“ (Περὶ φύσεως). Von ihm stammt auch der erste überlieferte Satz eines Philosophen. Anaximander nahm an, dass die Welt aus dem Ungeformten (apeiron [άπειρον]) entstanden ist. Auch Anaximanders Thema ist die Naturerklärung.

Parmenides

Die Lebensdaten des Parmenides von Elea (520 v. Chr. bis 450 v. Chr.) sind nicht genau bekannt; die hier eingesetzten Daten sind eine Schätzung. Er verfasst ein Lehrepos, in dem er sich mit dem Verhältnis von Wahrheit und Sein auseinandersetzt.

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Der Naturphilosoph Demokrit

Demokrit aus Abdera, griechischer Naturphilosoph, der die von seinem Lehrer Leukipp erdachte Lehre von den Atomen weiterentwickelt. Er nimmt an, dass die Materie aus kleinsten, unteilbaren Teilen besteht. Wie groß der Anteil Leukipps an dem Atommodell ist, lässt sich nicht mehr sicher bestimmen, weil man über Leukipp zu wenig weiß.

Fortwirkung: Das Atommodell von Demokrit wird von dem griechischen Philosophen ↓ Epikur ↓ und von dem römischen Dichter ↓ Lukrez ↓ aufgenommen.

Linkvorschläge:

 

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500 v. Chr. - 300 v. Chr.: Das Regierungssystem der Republik festigt sich; Rom gewinnt in Italien die Oberhand

Politische Entwicklung

Errichtung eines obersten Amtes, Ständekämpfe

500 - 450 v. Chr.

Anfang oder Mitte des 5. Jh. v. Chr., nach der Vertreibung der etruskischen Könige, richten die Adligen ein oberstes Amt ein. Die Forschung ist sich uneinig, ob am Anfang schon zwei Konsuln an der Spitze des Gemeinwesens standen, die jedes Jahr neu gewählt wurden, oder ob ein einzelner praetor maximus wie zuvor der König alleine die Oberherrschaft hatte.

Artikel über die römische Republik im Lateinportal

 

Das einfache Volk erkämpft sich die Volkstribune

500 v. Chr. - 450 v. Chr.

Zwischen 500 und 450 v. Chr. erreicht das einfache Volk (plebs), dass es von den Volkstribunen (tribuni plebis) vertreten wird. Diese waren sakrosankt (unangreifbar) und sie konnten gegen Beschlüsse und Aktionen der Magistrate (der Konsuln, Prätoren etc.) einschreiten (ius intercessionis).

 

Plebejer können Konsuln werden

367 v. Chr.

Mit den licinisch-sextischen Gesetzen wurde festgelegt, dass auch Plebejer Konsuln werden konnten. Damit war für die Ständekämpfe, die Auseinandersetzung zwischen den Patriziern und den Plebejern, eine vorläufige Lösung gefunden.

Siehe den Artikel in der Wikipedia.

 

Zensorenstellen für Plebejer

339 v. Chr.

Auch das Amt des Zensors wird für Plebejer geöffnet. Dies kann als weiterer Schritt hin zur Gleichberechtigung der Plebejer gewertet werden.

 

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Latinerkriege

498 - 388 v. Chr.

In einer Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen erringen die Römer die Vorherrschaft in Latium. Zu den unterworfenen latinischen Städten gehören Lavinium und Tusculum.

Linkvorschlag: Wikipedia

 

Veji wird erobert.

396 v. Chr.

Rom erobert die Nachbarstadt Veji und vergrößert damit seinen Machtbereich. Dieses Ereignis wird hier als ein Beispiel für die Auseinandersetzungen Roms mit seinen Nachbarn genannt.

 

Galliersturm; Niederlage der Römer

18. Juli 387 v. Chr.

Der keltische Stamm der Senonen besiegt am Fluss Allia das römische Heer und nimmt Rom ein. Nach siebenmonatiger Belagerung ziehen die Gallier ab, aber nur gegen Zahlung eines Lösegeldes.

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Dieses Ereignis stellt für Rom eine traumatische Erinnerung dar. Ein fremdes Volk war bis nach Rom vorgedrungen und hatte es in seiner Existenz bedroht. Daher stellt der Galliersturm für römisches Denken auch einen Wendepunkt oder einen Neuanfang der Geschichte dar.

 

Philosophie und Literatur

Klassische griechische Philosophie

Sokrates

470 - 399 v. Chr.

Sokrates leitet eine fundamentale Wende in der griechischen Philosophie ein. Er selbst hinterlässt keine Schriften; sein Schüler Platon stellt Sokrates' Gedanken und Argumentationsweise in seinen Dialogen dar, wobei es in manchen Fällen nicht einfach zu entscheiden ist, welche Gedanken von Platon und welche von Sokrates stammen.

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Das Besondere an Sokrates' Philosophie besteht darin, dass er den Dialog als wichtigste Methode der Erkenntnis ansieht. Im Gespräch versucht er durch kritische Prüfung aller Aussagen, eine gut begründbare Definition des untersuchten Gegenstandes zu erarbeiten. Diese Methode bezeichnet man auch als Maieutik (Hebammenkunst).

Sokrates vollzieht in der Philosophie eine grundsätzliche Wende, indem er die Forderung aufstellt, dass alle Behauptungen und Lebensorientierungen geprüft und vernünftig begründet werden müssen. Er regt seine Gesprächspartner dazu an, die Bedeutung der Wörter, die sie für die Beschreibung ihres Lebens verwenden, genau zu definieren und zu hinterfragen. So führt er die Gespräche bisweilen in eine Aporie, d. h. in eine Situation, in der es keine Lösung gibt.

Dieses grundsätzliche Hinterfragen aller Begründungen wurde von seiner Umwelt als Angriff auf alle Werte und Normen interpretiert. Zusätzlich verwirrte es seine Zeitgenossen, dass er von einem Daimonion sprach, einer inneren Stimme, die ihm von falschen Handlungen abriet.

In einem Strafprozess wird ihm Verführung der Jugend und Gottlosigkeit vorgeworfen. Er wird zum Tode verurteilt, hat aber die Möglichkeit der Flucht. Gegenüber seinen Anhängern begründet er, dass er diese Möglichkeit ausschlagen müsse, weil es gegen seine Prinzipien gewesen wäre, sich der Geltung der Gesetze zu entziehen. So stirbe er durch einen Giftbecher im Kreise seiner Anhänger.

Lesenswert:

 

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300 v. Chr. — 200 v. Chr.: Die Republik festigt sich; Punische Kriege

Politische Entwicklung

Die lex Hortensia gibt den plebiscita bindende Wirkung

287 v. Chr.

Als Ende der Ständekämpfe wird die lex Hortensia angesehen, das Gesetz des Hortensius, durch das die Beschlüsse der concilia plebis, der Versammlungen des einfachen Volkes, bindende Wirkung bekommen. Vorher galten sie nur für die plebs selbst, mit der lex Hortensia auch für die anderen Stände; sie sind erst mit der lex Hortensia also echte Gesetze. Das Volk bekommt so die Möglichkeit, für den ganzen Staat bindende Gesetze zu erlassen.

Weiterlesen: Abschnitt 5 - Zweierlei Adel – die Herausbildung eines neuen Amtsadels und das Ende der Ständekämpfe - im Artikel Die Entstehung der römischen Republik und die Frage der Demokratie.

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

3. (und letzter) Samnitenkrieg

298 — 291 v. Chr.

Mit dem Nachbarvolk der Samniten führen die Römer drei erbitterte Kriege. Der 3. und letzte endet mit einem Friedensschluss. Die Samniten gehören fortan wie auch die Latiner zum Herrschaftsbereich der Römer. Die Vorherrschaft der Römer über Italien festigt sich immer mehr.

 

Erster punischer Krieg

264 v. Chr. — 241 v. Chr.

Im Zentrum der drei Punischen Kriege zwischen Rom und Karthago stand die Vorherrschaft im südlichen Mittelmeerraum. Im Ersten Punischen Krieg ging es um die Herrschaft über Sizilien. In diesem Krieg konnte Rom sich durchsetzen.

Der Name Punische Kriege kommt daher, dass die Karthager auch als Punier bezeichnet wurden.

 

Zweiter Punischer Krieg

218 — 202 v. Chr.

Der Zweite Punische Krieg entzündet sich an einem Konflikt über die Vorherrschaft in Spanien, genauer um die Herrschaft über die Stadt Sagunt. Nach Niederlagen der römischen Truppen unter P. Cornelius Scipio Africanus (253 v. Chr — 183 v. Chr.; Wikipedia) zieht Hannibal mit angeblich 90.000 Fußsoldaten, 12.000 Reitern und vielen Kriegselefanten durch Gallien zu den Alpen, die er im Jahr 218 v. Chr. überquert.

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Die Römer erleiden empfindliche Niederlagen (217 v. Chr. am Trasimenischen See und 216 v. Chr. bei Cannae), aber Hannibal gelingt es nicht, diese Erfolge zu einer Eroberung Roms auszuweiten. In den Jahren 210 – 206 v. Chr. erobert Scipio Spanien zurück; die Entscheidung findet im Jahr 202 v. Chr. in Afrika statt, bei Zama Regia in der Nähe von Karthago (beim heutigen Tunis). Rom kann Karthago die Bedingungen eines Friedensvertrages weitgehend diktieren.

Linkvorschläge:

  • Der 2. Punische Krieg: Konfliktanalyse und Quelleninterpretation: Unterrichtsentwurf im Geschichtsportal
  • Ein Artikel auf WELT Online über die Schlacht bei Cannae
  • Artikel bei der Wikipedia

Philosophie und Literatur

Klassische griechische Philosophie

Platon

427 — 347 v. Chr.

Der griechische Philosoph Platon entwickelt aus den mündlich vorgetragenen und im Gespräch entwickelten Lehren seines Lehrers Sokrates eine eigenständige Philosophie, die aber das Vorbild Sokrates nie verleugnet.

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Orientiert sich Platons Philosophie anfangs an den Gedanken, die man ziemlich sicher (aufgrund anderer Zeugnisse) auf Sokrates zurückführen kann, so erarbeitet Platon später eine Ideenlehre, die er z. B. in seinem Werk Politeia (Über den Staat) darstellt.

Über diese Ideenlehre kann man sich hier informieren:

 

Aristoteles

384 v. Chr. — 322 v. Chr.

Aristoteles beginnt seine philosophische Biographie als Schüler Platons, wendet sich dann aber von dessen Ideenlehre ab. Er entwickelt eine umfassende Logik, die bis weit über das Mittelalter hinaus maßgeblich bleiben sollte. Seine Ethik ist auch heute noch Gegenstand des Ethikunterrichts in der Schule. Sie wird von heute lehrenden Philosophinnen und Philosophen weiterentwickelt, und zwar unter dem Titel der Tugendethik.

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Eine bekannte Vertreterin dieser Richtung ist die amerikanische Philosophin Martha Nussbaum (Wikipedia und "Profil" bei der Süddeutschen Zeitung, 2018)

Aristoteles war auch Lehrer des makedonischen Königs Alexander des Großen.

Linkvorschläge:

Werke, in Auszügen und in Übersetzung:

 

Epikur

341 v. Chr. — 270 v. Chr.

Griechischer Philosoph; Epikur wird der Epoche des Hellenismus zugeordnet. Epikur orientiert sich an der atomistischen Naturlehre. Mit seiner Philosophie will er eine Anleitung zu einem angstfreien Leben geben. Diesem Ziel dient auch seine hedonistische Ethik (von gr. hedone: Freude). Epikur fordert, in der Nachfolge von Sokrates, schädliche Emotionen zu überwinden, die durch Schmerz oder Mangel entstehen.

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Nicht eine Erfüllung, sondern gerade eine Verminderung der Bedürfnisse führt daher nach Epikur zu einem glücklichen Leben. Die Beschäftigung mit der Naturwissenschaft hilft den Menschen, ihre Angst vor Unglück zu vermindern. Insofern führt er die Naturwissenschaft wieder ins Zentrum der Philosophie. Sein Hauptwerk, „Über die Natur“, ist verloren gegangen.

Epikur favorisiert wie vor ihm ↑ Demokrit ↑ und Leukipp ein atomistisches Modell der Natur, d. h. er nimmt an, die Welt sei aus Atomen aufgebaut.

Spätere Philosophen, z. B. Cicero in seiner Schrift De finibus bonorum et malorum (siehe unten), warfen ihm eine Orientierung an reinem Luststreben vor. Diese einseitige Sichtweise prägt die Ansichten über Epikurs Lehre für viele Jahrhunderte.

Fortwirken: Epikur ist das große Vorbild des römischen Dichters ↓ Lukrez ↓.

Linkvorschläge:

 

Philosophie der Stoa

ca. 300 – 200 v. Chr.: Die Philosophie der Stoa entsteht.

Wichtige Philosophen: Zenon von Kithion, Kleantes und Chrysipp.

Die Stoa nimmt an, dass die Welt durch eine göttliche Vernunft gelenkt wird. Sie stellt eine strenge Pflichtenlehre auf und hatte durch die ganze Zeit der Antike hindurch viele Anhänger. Unter den römischen Philosophen vertritt L. Annaeus Seneca (1 n. Chr. - 65 n. Chr.) eine, wenngleich abgemilderte, Version der stoischen Philosophie. ↓ Der Philosoph Seneca ↓

Die Philosophie der Stoa war auch in Rom sehr einflussreich. Sie lässt sich nicht auf einen einzelnen Gründer zurückführen, sondern auf mehrere Philosophen, die nach und nach das Gedankengebäude entwickelten.

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Zenon von Kition

Lebensdaten: 336 v. Chr. — 246 v. Chr.

Zenon von Kition war einer der Gründer der Philosophenschule der Stoa, die sich in der Nachfolge der klassischen Philosophie entwickelt. Er beginnt seine eigenständige Lehre um das Jahr 300 v. Chr. Obwohl von ihm keine Schriften erhalten sind, kann man aus den Zeugnissen erschließen, dass auch er lehrte, man müsse sich von Affekten freihalten und sein Leben an der Vernunft orientieren. Siehe auch den Artikel in der Wikipedia.

Kleanthes

Lebensdaten: 331 v. Chr. — 232 v. Chr.

Der griechische Philosoph Kleanthes war einer der Gründer der stoischen Philosophie. Von ihm ist der so genannte Zeus-Hymnos erhalten.

Die Lebensdaten des Kleantes sind geschätzt.

Chrysipp

Lebensdaten: 280 v. Chr. — 206 v. Chr.

Chrysippos aus Soloi, griechischer Philosoph. Er war Nachfolger von Kleantes und Zenon von Kition.

 

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200 v. Chr. bis 100 v. Chr.: Rom ist führende Macht im Mittelmeerraum; Beginn der inneren Unruhen

Politische Entwicklung

Abschaffung der Steuern (tributa)

167 v. Chr.

Aufgrund der Kriegsbeute aus dem Dritten Makedonischen Krieg werden die Steuern aufgehoben.

 

Volkstribunat des Ti. Sempronius Gracchus und innere Unruhen

133 v. Chr.

Der Volkstribun Ti. Sempronius Gracchus wirbt für ein neues Ackergesetz, das die ärmeren Schichten (plebs) besserstellen würde. In einem Konflikt zwischen den Volkstribunen versucht Gracchus seinen Kollegen mit einem Plebiszit zu entmachten.

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Es kommt zu Unruhen. Gracchus wird zusammen mit 300 seiner Anhänger von Senatoren ermordet. Dies kann als Beginn des Zeitalters der Bürgerkriege angesehen werden, da in diesem Fall politische Konflikte nicht mehr durch Wahlen, Abstimmungen und durch Konsens gelöst werden, sondern durch Gewalt. Diese Bürgerkriege enden erst mit dem Sieg des Octavian, des späteren Kaisers Augustus, in der Seeschlacht von Actium im Jahr 31 v. Chr.

Linkempfehlung: Wikipedia über Ti. Sempronius Gracchus

 

C. Marius ist Konsul

104 – 100 v. Chr.

C. Marius, ein Konsul aus dem Ritterstand, wird fünfmal hintereinander zum Konsul gewählt, um den Krieg gegen die Germanen (siehe Spalte rechts) führen zu können. Das widerspricht dem Prinzip der Iteration, d. h. der ununterbrochenen Konsulherrschaft eines einzelnen Politikers.

Innere Unruhen um einen Putschversuch der Volkstribunen

100 v. Chr.

Erneut werden politische Konflikte mit Gewalt gelöst, als der Volkstribun Saturninus versucht, durch den gewalttätigen Einsatz der Veteranen des Marius diese ehemaligen Soldaten mit Land zu versorgen und seinen Parteigänger Glaucia zum Konsul wählen zu lassen. Die Unruhen enden mit der Ermordung des Saturninus und seiner Anhänger durch eine aufgebrachte Volksmenge. Die Autorität des Marius ist damit schwer beeinträchtigt.

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Dritter Makedonischer Krieg

172 v. Chr. – 168 v. Chr.

Die Römer siegen engültig gegen König Perseus von Makedonien und sichern damit ihre Vorherrschaft in Makedonien. Im Folgejahr (167 v. Chr.) können die Steuern (tributa) aufgrund der großen Kriegsbeute für alle römischen Bürger ausgesetzt werden.

Dritter Punischer Krieg

149 — 146 v. Chr.

Aus einem Konflikt der Karthager mit dem Numiderkönig Massinissa, der ein langjähriger treuer Verbündeter Roms war, entwickelte sich der Dritte Punische Krieg, der mit der vollständigen Zerstörung Karthagos endet. Der römische Feldherr ist Publius Scipio Aemilianus Africanus (185 v. Chr. — 129 v. Chr.; Wikipedia); er ist die Hauptfigur in Ciceros Dialog ↓ De re publica ↓.

 

Krieg gegen Iugurtha von Numidien

111 – 105 v. Chr.

C. Marius bekommt in einer Volksversammlung (concilium plebis) den Auftrag (imperium), den Krieg gegen der Numiderkönig Iugurtha zu führen. Er besiegt Iugurtha im Jahr 105 v. Chr.
C. Marius baut damit seine Machtstellung immer weiter aus.

Niederlage der Römer gegen die Germanen (Kimbern, Teutonen und Ambronen

6. und 5. Oktober 105 v. Chr.

Die von Jütland (heute Dänemark) in den Süden ziehenden germanischen Kimbern, Teutonen und Ambronen besiegten in einer Doppelschlacht beide römische Konsuln bei Aurausio (heute Orange) in der römischen Provinz Gallia transalpina. Die Römer verlieren 80.000 Soldaten.

C. Marius besiegt die Germanen

105 - 102 v. Chr.

Nach der Niederlage im Oktober des Jahres 105 v. Chr. wählen die Römer C. Marius fünfmal in Folge zum Konsul. Er besiegt die Kimbern, Teutonen und Ambronen in einer Reihe von Schlachten.

Philosophie und Literatur

Der Komödiendichter Plautus tritt als Bühnenautor hervor.

200 — 184 v. Chr.

T. Macc(i)us Plautus aus Umbrien war (neben Terenz) der erste der beiden großen Komödiendichter der römischen Literatur. Ca. 20 Komödien sind erhalten und gelten als echt.

Lebensdaten: 250 v. Chr. —184 v. Chr.

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Plautus entnimmt die Stoffe und Themen seiner Komödien griechischen Vorbildern; viele der Stücke sind eng an diese Vorbilder angelehnt. In Plautus' Stücken treten immer wieder bestimmte Charaktertypen auf, z. B. der freche Sklave, der einfältige alte Vater, der Sohn, der über die Stränge schlägt.

Plautus regt die europäische Literatur zu vielfachen Nachdichtungen an.

Linkempfehlung: Interaktive Lektüreeinheit zu den Menaechmi des Plautus, auf latein-unterrichten.de (Ulf Jesper).

 

Terenz wirkt als Komödiendichter auf den Bühnen Roms

166 — 159 v. Chr.

Publius Terentius Afer (Lebensdaten: um 195 v. Chr. — um 159 v. Chr.) ist nach Plautus der zweite große Komödiendichter der römischen Literatur. Terenz ist ein Freigelassener afrikanischen Ursprungs.

Wie Plautus lehnt sich auch Terenz an griechische Vorbilder an. Von ihm sind sechs Komödien erhalten.

Das Geburtsjahr des Terenz ist unsicher; möglicherweise ist er auch im Jahr 185 v. Chr. geboren.

Wikipedia über Terenz

 

Philosophengesandtschaft aus Griechenland in Rom

155 v. Chr.

Um die Verminderung einer Geldstrafe zu erreichen, schicken die Athener im Jahr 155 v. Chr. eine Gesandtschaft aus mehreren angesehenen Philosophen nach Rom.

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Diese Philosophen halten auch Vorträge. Diejenigen des Karneades von Kyrene (ca. 214 – 129 v. Chr.) erregte besonderes Aufsehen, aber auch einigen Ärger bei tradionell eingestellten Römern, plädierte Karneades doch an einem Tag für die Gerechtigkeit, an einem anderen dagegen.

Die Philosophengesandtschaft wird in der Wikipedia im Artikel über Karneades dargestellt.

 

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Sullas Diktatur: Die Republik beginnt zu zerbrechen.

 

Politische Entwicklung

Diktatur Sullas

82 v. Chr. – 79 v. Chr.

Im Jahr 82 v. Chr. lässt sich L. Cornelius Sulla zum dictator auf unbestimmte Zeit einsetzen. Das Amt des dictator war aber nur als vorübergehende Lösung für Notfälle vorgesehen. Im Jahr 79 v. Chr. dankt Sulla wieder ab. Seine Diktatur ist der Endpunkt der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzung zwischen ihm und Marius. Während Sulla die Position des Senats stärkt, steht Marius auf der Seite der Popularen bzw. der plebs (des einfachen Volkes).
Sulla verfolgt seine Gegner mit den Proskriptionen. Dabei wurden die Namen von Bürgern auf Listen geschrieben (proscribere: eintragen), und die dort Eingetragenen sind vogelfrei und können straffrei ermordet werden; ihr Vermögen wird eingezogen. 2.600 Ritter (equites) verlieren so ihr Leben.

Zu Proskriptionen kommt es wieder im Jahr 43 v. Chr., als Octavian (der spätere Kaiser Augustus) und M. Antonius gegen ihre Gegner, die Caesarmörder und Anhänger des Senats, vorgehen. In Zuge dieser Proskriptionen wird auch M. Tullius Cicero ermordet.

Siehe den Eintrag ↓ Proskriptionen unter Octavian und M. Antonius ↓.

Cicero betritt die politische Bühne Roms als junger Anwalt.

80 v. Chr. - 43 v. Chr.

Lebensdaten: 110 v. Chr. — 43 v. Chr.

Unter der Diktatur Sullas verteidigte Cicero als junger Anwalt den Sextus Roscius, einen Angeklagten, der — nach Ciceros Darstellung — einem Komplott der Anhänger Sullas zum Opfer gefallen war.

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Im Jahr 63 v. Chr. war Cicero Konsul. In sein Konsulat fällt die catilinarische Verschwörung.

Gegen C. Iulius Caesar kann Cicero sich nicht durchsetzen.
Über sein Leben verteilt verfasst er immer wieder philosophische Schriften, in denen er teils stoische Gedanken, teils eine skeptische Position vertritt. Viele Textauszüge sind in der Lateinischen Bibliothek beim Landesbildungsserver enthalten; vgl. die folgenden Linkvorschläge.

Angebote beim Landesbildungsserver:

 

Cn. Pompeius (Magnus) betritt die politische Bühne Roms

81 v. Chr. — 48 v. Chr.

Cn. (=Gnaeus) Pompeius (Lebensdaten: 106 v. Chr. — 48 v. Chr.), der den Beinamen Magnus

Cn. Pompeius
erhielt, ist ein einflussreicher Politiker und ein erfolgreicher Feldherr der späten Republik. Die politische Bühne betritt er, indem er mit einer aus privaten Mitteln ausgehobenen Streitmacht Sulla und damit dessen Einsatz für die Senatspartei unterstützt.

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Mit Caesar und M. Licinius Crassus schloss Pompeius das Erste Triumvirat (Dreimännerbündnis) im Jahr 59 v. Chr., wird aber später Caesars Gegenspieler. Im Jahr 49 v. Chr. beginnt ein Bürgerkrieg zwischen den Parteien des Pompeius und Caesars, der mit Pompeius' Niederlage in der Schlacht von Pharsalos und seinem Tod im Jahr 48 v. Chr. endete. ↓ Schlacht von Pharsalos ↓.

Linkempfehlung:

Ernst Baltrusch: Pompeius Magnus - Caesars großer Rivale, Damals 2012

 

Sklavenaufstand unter Führung des Spartacus

73 v. Chr. — 71 v. Chr.

Zu keiner anderen Zeit kam die Führung des Imperiums derart unter Bedrängnis durch ein Sklavenheer wie während des Sklavenaufstands unter Spartacus.

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Dieser flieht im Jahr 73 v. Chr. mit 70 Genossen aus einer Gladiatorenschule und sammelt nach und nach ein wachsendes Heer an Sklaven um sich. Im Jahr 72 v. Chr. besiegt er die Konsuln Lentulus und Gellius, kann sich aber mit seinem Plan, Italien in Richtung Norden zu verlassen, innerhalb seiner Gefolgschaft nicht durchsetzen. Im Jahr 71 v. Chr. wird sein Heer von Licinius Crassus besiegt.

Linkempfehlung: Darstellung bei Lernhelfer

 

Prozess gegen C. Verres

70 v. Chr.

Cicero tritt im Prozess gegen C. Verres, der wegen Amtsmissbrauchs als Statthalter von Sizilien angeklagt wurde, als Ankläger auf. Mit seinem Erfolg in diesem Prozess erringt Cicero den Rang als erster Anwalt Roms.

Linkempfehlungen (Lateinportal):

 

Konsulat Ciceros und Verschwörung Catilinas

63 v. Chr.

Sergius Catilina ist ein Adliger, der vergeblich versucht, die Wahlen zum Konsulat zu gewinnen. Im Jahr 63 v. Chr. zettelt er eine Verschwörung an, die u. a. das Ziel verfolgt, den amtierenden Konsul M. Tullius Cicero zu ermorden.

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Dieser deckt die Verschwörung auf und stellt sie in den berühmten Catinarischen Reden dar, teils vor dem Volk, teils vor dem Senat. Da er aber einen Senatsbeschluss ausführt, nach dem die Verschwörer hinzurichten seien, wurde ihm dies als gesetzeswidrig vorgeworfen. Seine Gegner erreichten, dass er deswegen ins Exil gehen muss (58 v. Chr./57 v. Chr.).

Linkempfehlung: Wikipedia: Catilinarische Verschwörung.

 

Caesars erstes Konsulat als erster Schritt auf dem Weg in die Diktatur

59 v. Chr.

C. Iulius Caesar

 

C. Iulius Caesar (Lebensdaten: 100 v. Chr. — 44 v. Chr.) stammt aus einer adligen Familie, der gens Iulia. Im Jahr 81 v. Chr., während der Diktatur Sullas, macht er seine ersten militärischen Erfahrungen als Offizier in der Provinz Asia.

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Da er die Tochter Cornelius Cinnas, eines Gegners Sullas, geheiratet hatte, verlangt Sulla, dass Caesar sich scheiden lässt. Caesar verweigert dies aber. Schon früh ist also seine Eigenständigkeit und auch seine feste Bindung an die Partei der populares sichtbar.

Im Jahr 59 v. Chr. wird er zum Konsul gewählt, nachdem er ein Triumvirat, ein strategisches Dreimännerbündnis, mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus geschlossen hat. 58 v. Chr. — 51 v. Chr. führt er in Gallien Krieg, der mit der vollständigen Eroberung Galliens endet (↓ Gallische Kriege ↓).

Aus dieser Machtbasis heraus ist Caesar nicht bereit, sich an die Regeln der senatorischen Oberschicht zu halten. Ein Bürgerkrieg zwischen ihm und der senatorischen Partei beginnt mit der Überquerung des Flusses Rubicon in Norditalien, der Grenze zwischen der Provinz und Italien. In diesem Bürgerkrieg besiegt Caesar seinen Hauptgegner Pompeius im Jahr 48 v. Chr. in der Schlacht von Pharsalos. Caesar lässt sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen. In Ägypten beginnt er eine Beziehung mit der Königin Kleopatra. An den Iden des März (15. März) 44 v. Chr. wird er von Senatoren ermordet, die ihn verdächtigen, eine Königsherrschaft anzustreben.

Linkempfehlungen:

Andere Einträge auf dieser Seite (Auswahl):

 

Erstes Triumvirat

60 v. Chr.

Caesar wird zum Konsul gewählt; Caesar, Pompeius und Crassus schließen das so genannte Erste Triumvirat, ein Dreimännerbündnis mit dem Ziel, die politischen Verhältnisse der Republik zu prägen. Eine formelle, gesetzliche Grundlage hat dieses Bündnis nicht (im Gegensatz zum ↓ Zweiten Triumvirat ↓). Dennoch wird der Begriff „Erstes Triumvirat“ heute allgemein verwendet.

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Mithridatische Kriege

89 v. Chr. – 63 v. Chr.

In drei Kriegen gegen den König von Pontos, Mithradates VI. Eupator, sichert Rom seine Herrschaft über den östlichen Mittelmeerraum. Zuerst L. Cornelius Sulla, dann Cn. Pompeius schränken mit ihren militärischen Erfolgen den Machtbereich des Königs immer mehr ein.

Linkvorschläge:

 

Pompeius erobert Jerusalem und Palästina

63 v. Chr.

Cn. Pompeius erobert im Jahr 63 v. Chr. Jerusalem und Palästina. Damit beginnt eine jahrhundertelange Herrschaft der Römer über Judäa. Pompeius greift in einen Streit verschiedener Fraktionen der jüdischen Gesellschaft ein.

Er lässt formal die Herrscherfamilie der Hasmonäer an der Macht; Judäa wird Teil der römischen Provinz Syria (Wikipedia).

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Viele Juden lehnen die Herrschaft der Römer ab. Im Jahr 66 n. Chr. beginnt ein Aufstand, der 70 n. Chr. mit der Zerstörung Jerusalems unter Titus und auch der Zerstörung des Tempels beendet wird.

Linkvorschläge:

  • Leonhard Burckhardt (2013): Rom und die Juden nach der Eroberung Palästinas durch Pompeius, in: Dialogues d'histoire ancienne, online bei Pensee.fr.
    Ein umfangreicher wissenschaftlicher Artikel, der den aktuellen Forschungsstand und die antiken Quellen berücksichtigt.
  • Harald Schwillus: Das Auftreten des Pompejus in Jerusalem in Texten jüdischer Autoren. Für das Thema Ausdehnung des römischen Herrschaftsanspruchs im Lateinunterricht. Pegasus Onlinezeitschrift 5.1. (2005)
  • Die Zeit des Zweiten Tempels. Kurzer Abriss der jüdischen Geschichte auf der Website des israelischen Außenministeriums.

 

Gallische Kriege

58 v. Chr. – 52 v. Chr.

Caesar wird im Jahr 58 v. Chr. Statthalter in zwei gallischen Provinzen (Gallia narbonensis und Gallia cisalpina) sowie in Illyricum. Mit dem Helvetierkrieg im Jahr 58 v. Chr. und den Kämpfen gegen den germanischen Kriegsherrn Ariovist beginnt der Krieg in Gallien, mit der Niederlage des Vercingetorix bei Alesia im Jahr 52 v. Chr. sind die Gallier besiegt. Caesar beschreibt den von ihm geführten Krieg in seiner Schrift De bello Gallico.

→ Caesars Schrift Commentarii de bello Gallico → (rechte Spalte)

 

Partherkrieg unter Crassus und Niederlage der Römer bei Carrhae

55 v. Chr. – 53 v. Chr.

M. Licinius Crassus, im Triumvirat ("Dreimännerbündnis") mit Caesar und Pompeius verbunden, brach im Jahr 53 v. Chr. zu einem Feldzug gegen die Parther auf, gegen die schon Sulla gekämpft hatte. Das Partherreich lag auf den heutigen Staatsgebieten der Türkei, des Iran und des Irak. Bei Carrhae (im Norden von Mesopotamien, heute Türkei) erlitten die Römer unter Crassus im Juni 53 v. Chr. eine der größten Niederlagen ihrer Geschichte; Crassus selbst wurde auch getötet, wie Tausende römische Legionäre. Auch spätere Herrscher wie Augustus eroberten das Partherreich nicht, sondern legten es in der Folgezeit darauf an, die Euphratgrenze zu sichern.

Siehe den Artikel in der Wikipedia.

Philosophie und Literatur

Der Dichter Catull betritt die literarische Bühne Roms.

64 v. Chr. - 54 v. Chr.

Valerius Catullus (Lebensdaten ca. 84 v. Chr. – ca. 54 c. Chr.). Catulls Lebensdaten sind unsicher; die hier eingesetzten Daten sind eine Schätzung.

Catull verfasste Gedichte in verschiedenen Versmaßen, zum Teil Liebesgedichte.

Internetadressen zu Catull

 

Caesar verfasst die Commentarii de bello Gallico.

52 v. Chr. - 50 v. Chr.

Caesar macht sich vermutlich während der Kriege in Gallien Notizen, aber er verfasst die Commentarii de bello Gallico vermutlich erst gegen Ende der Kriege. Sie sind nach dem Vorbild der älteren Historiker annalistisch, d. h. nach den Jahren gegliedert. Dem kommt entgegen, dass in den Wintern der Krieg unterbrochen werden muss.

In diesem Werk stellt sich Caesar der römischen Öffentlichkeit als kühl kalkulierender, überlegener Feldherr vor, der immer die Interessen des Imperiums im Blick hat. Der klare, schnörkellose Stil wirkt prägend für die römische Literatur.

Linkvorschlag: Die Internetadressen zu C. Iulius Caesar enthalten viele für den Unterricht entworfene Lerneinheiten. Empfehlung: Lektüreheft zu den Commentarii (Martin Bode)

Andere Einträge in dieser Tabelle:

 

Cicero: De re publica

54 v. Chr. - 51 v. Chr.

Cicero verfasst in den Jahren 54 v. Chr. bis 51 v. Chr. eines seiner einflussreichsten philosophischen Werke: De re publica (Über den Staat) in 6 Büchern. Das Werk ist nur in Fragmenten erhalten. Das so genannte Somnium Scipionis (der Traum Scipios, 6. Buch) ist ganz erhalten. Cicero vertritt in diesem Werk die Lehre von den 3 Staatsformen: Monarchie, Aristokratie, Demokratie.

In der Lateinischen Bibliothek enthalten: Auszüge aus De re publica.

Die Hauptfigur in den Dialogen ist ↑ Publius Scipio Aemilianus ↑.

 

Die Theater bekommen dauerhafte Gebäude

55 v. Chr. - 43. v. Chr.

Das Drama war immer schon eine von den Römern geschätzte Kunstgattung. Heute noch werden die Komödien der Dichter Plautus (T. Maccius Plautus, 254 v. Chr. – 184 v. Chr. - siehe oben) und Terenz (P. Terentius Afer, zwischen 195 und 184 v. Chr. – 159/158 v. Chr., - siehe oben) gelesen. Die Aufführungen fanden aber immer auf hölzernen Bühnen statt. Die Theater waren daher temporäre Bauten. Der Feldherr und Politiker Cn. Pompeius Magnus ließ in Rom das erste steinerne Theater bauen.

Das Theater des Pompeius

Das Theater des Pompeius. Quelle: Oscar Jäger, Geschichte der Römer, Gütersloh 1896. Künstler: Adolf Schill

 

Lukrez' Lehrepos

Entstehung um 54 v. Chr.

Es gibt kaum einen römischen Schriftsteller, über dessen Leben weniger gesicherte Fakten bekannt sind, als Lukrez (T. Lucretius Carus, Lebensdaten unsicher - vielleicht 94 v. Chr. bis 55 oder 51 v. Chr.). Das einzige gesicherte historische Datum ist eine Erwähnung von Lukrez' Werk De rerum natura in einem Brief, den Cicero an seinen Bruder schrieb (Ad Quintum fratrem 2, 10, 3; PHI Latin Texts). Dieses Datum wurde daher hier eingesetzt.

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Dass sein Leben im Dunkel liegt, hängt auch damit zusammen, dass er sich ungewöhnlich scharfer Kritik ausgesetzt sah, weil die von ihm vertretene epikureische Philosophie u. a. von christlichen Autoren als eine Verteidigung reinen, ungezügelten Luststrebens verstanden wurde.

Lukrez (Titus Lucretius Carus) verfasste ein Lehrepos in Hexametern (De rerum natura [Über die Natur der Dinge]), in dem er die Lehren des griechischen Philosophen ↑ Epikur ↑ vertrat. Sein Ziel bestand in der rationalen Lenkung des Lebens und der Unabhängigkeit von religiös begründeten Ängsten. Die Orientierungsgröße dieser Philosophie ist die Freude.

Textauszüge mit Übersetzungen bei Gottwein.de.

Artikel bei der Wikipedia

Quelle: Petra G. Fowler und Don P. Fowler: Artikel Lucretius. In: Oxford Classical Dictionary, Online-Publikation 2016

 

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49 v. Chr. – 31 v. Chr.: Bürgerkriege beenden die Vormacht des Senats

Nachdem Caesar mit der Überschreitung des Rubicon seine Unterordnung unter den Senat beendet hatte, beginnt eine Reihe von Bürgerkriegen, die erst mit dem Sieg des Octavian ( des späteren Kaisers Augustus) über seine Gegner beendet ist. Zuerst setzt sich Caesar gegen Pompeius durch; nach Caesars Tod brechen Bürgerkriege zwischen den Caesarmördern auf der einen und Antonius, Octavian und Aemilius Lepidus auf der anderen Seite aus. Innere und äußere Kriege lassen sich in diesem Jahrzehnt kaum unterscheiden.

Bürgerkriege in Italien und im Mittelmeerraum

Caesar überschreitet den Rubicon

10. Januar 49 v. Chr.

Im Januar überschreitet C. Iulius Caesar den kleinen Fluss Rubicon (bei Rimini), der die Grenze zwischen der Provinz und der römischen Republik markierte, mit seinen Truppen. Das war gegen das Gesetz, da Feldherrn verpflichtet waren, vor dem Betreten Italiens ihre Truppen zu entlassen. Caesar beginnt mit der Überschreitung des Rubicon daher einen Bürgerkrieg gegen den Senat. Dieser schickt Cn. Pompeius Magnus gegen Caesar ins Feld. Im Jahr 48 v. Chr. besiegt Caesar seinen Gegenspieler Pompeius in der Schlacht bei Pharsalos (siehe folgenden Eintrag).

Linkvorschlag: Warum Caesar mit seinen Legionen den Rubikon überschritt, Artikel auf Welt Online, Januar 2018, Autor: Berthold Seewald

 

Schlacht von Pharsalos

9. August 48 v. Chr.

In der Schlacht von Pharsalos im Jahr 48 v. Chr. besiegte Caesar seinen letzten Rivalen, Cn. Pompeius. In der Folge entmachtete Caesar den Senat und errichtete eine Diktatur.

Wikipedia über die Schlacht von Pharsalos.

 

Diktatur Caesars

46 v. Chr. - 44 v. Chr.

Im Jahr 46 v. Chr. lässt sich Caesar zum Diktator auf zehn Jahre ernennen. Eigentlich war die Diktatur (dictatura) nur für Notzeiten vorgesehen und auf ein halbes Jahr beschränkt. Vor allem die Senatoren sahen die Einrichtung einer verlängerten Diktatur als eine Form der Monarchie, die in Rom stark verpönt war. Caesar entmachtet auch nach und nach den Senat, u. a. indem er dieses Gremium derart vergrößert, dass es kaum mehr handlungsfähig ist.

Der erste Politiker, der eine länger dauernde Diktatur eingerichtet, ist ↑ Cornelius Sulla ↑.

Zu den Institutionen der römischen Republik siehe Die Entstehung der römischen Republik und die Frage der Demokratie.

 

Caesars Ermordung

15. März (Iden des März) 44 v. Chr.

An den Iden des März (15. März) 44 v. Chr. ermorden mehrere Senatoren den Diktator Caesar. Sie haben den Verdacht, dass Caesar die Königsherrschaft anstrebt.

In der Bevölkerung ist Caesar beliebt, so dass sich die Verschwörer zurückziehen müssen. Aus dem so enstehenden Machtvakuum entwickelt sich eine Folge von Bürgerkriegen, die erst mit dem Sieg des Octavian (des späteren Kaisers Augustus) über M. Antonius und Cleopatra in der ↓ Seeschlacht von Actium ↓ im Jahr 31 v. Chr. endet.

aus dem Buch: Oscar Jäger, Geschichte der Römer, 1896

Abbildung: Die Ermordung Caesars, nach Vincenzo Camuccini, Quelle: Oscar Jäger, Geschichte der Römer, Gütersloh 1896

Empfehlung: Ein Moment in der Geschichte: Caesars Ermordung. Video in der Reihe Terra X (ZDF Mediathek), Dezember 2020.

 

Octavian, der spätere Kaiser Augustus, prägt die römische Politik

Oktober 44 v. Chr.

Lebensdaten des Octavian/Augustus: 63 v. Chr. – 14 n. Chr.

Der spätere Kaiser Augustus wurde zuerst Octavian genannt. Nachdem er von Caesar testamentarisch, d. h. nach dessen Tod adoptiert worden war, verbündet er sich zunächst, im Jahr 44, d. h. kurz nach der Ermordung seines Adoptivvaters, mit der Senatspartei um Cicero.

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Er arbeitet zielstrebig auf die Alleinherrschaft hin. Im Jahr 31 v. Chr. hat Octavian alle seine Gegner besiegt. ↓ Im Jahr 27 v. Chr. ↓ bekommt er vom Senat den Ehrennamen Augustus (der Erhabene) verliehen. Er herrschte bis zu seinem Tod im Jahr 14 n. Chr. In dritter Ehe ist er mit Livia Drusilla verheiratet (↓ Livia ↓).

Octavian/Augustus in der Lateinischen Bibliothek:

  • Cicero begrüßt in seiner 3. Philippischen Rede (gehalten am 1. Dezember 44 v. Chr.) den Eintritt des Octavian in die Allianz gegen Antonius. Octavian verbündet sich später aber mit M. Antonius gegen Cicero und die Senatspartei. Auszüge aus der 3. Philippischen Rede.
  • Der Dichter Vergil lässt in seinem 1. Hirtengedicht (Eclogen) zwei Hirten über die Leistungen des Octavian debattieren. Text mit Übersetzung.

Empfehlenswert: Wikipedia über Augustus.

 

Treffen der Heere der Senatsgegner

Oktober 43 v. Chr.

Die vormaligen Gegner C. Octavius (der spätere Kaiser Augustus) und M. Antonius nähern sich an: Anfang Oktober 43 v. Chr. kommt es bei Bononia (Bologna) zu einem Treffen der Heere des Octavian, des Antonius, des L. Munatius Plancus, des Lepidus und des C. Asinius Pollio. Damit hat die Seite des Senats, die von Cicero geführt wird, endgültig ihren stärksten Verbündeten, Octavian, verloren. Der Untergang der freien Republik ist besiegelt. Endgültig wird dies im Triumvirat zwischen Octavian, M. Antonius und Lepidus festgehalten.

Weitere Daten: Zeittafel zu den Philippischen Reden Ciceros (Landesbildungsserver).

 

Triumvirat zwischen Octavian, M. Antonius und Lepidus

27. November 43 v. Chr. – 31. Dezember 33 v. Chr.

Octavian, M. Antonius und Lepidus lassen ihr Triumvirat (Dreimännerbündnis), mit dem sie die Umgestaltung des Staates absichern wollen, durch ein Gesetz vor einer Volksversammlung legalisieren.

Proskriptionen der Triumvirn

November 43 v. Chr. – Ende 42 v. Chr.

Die Proskriptionen sind eine Form der Verfolgung politischer Gegner, die von Rachsucht und Grausamkeit geprägt ist. In den Bestimmungen des Triumvirats greifen die drei Politiker Octavian, M. Antonius und Lepidus auf ein Verfahren zurück, das L. Sulla in die römische Politik eingeführt hatte (↑ Sulla ↑): Mit den Proskriptionen werden bestimmte, in Listen aufgeführte Gegner für vogelfrei erklärt. Sie dürfen ermordet werden; wer den Kopf eines Proskribierten herbeibringt, wird dafür belohnt, Sklaven wird dafür die Freiheit versprochen. Das Vermögen der Opfer wird eingezogen, bis auf minimale Reste. 300 Senatoren und 2.000 Ritter wurden auf diese Weise ermordet. Das berühmteste Opfer war M. Tullius Cicero. Manchen Proskribierten gelingt die Flucht. Die Proskriptionen erzeugen in Italien und der ganzen römischen Welt ein Klima der Angst und des Terrors.

 

Perusinischer Krieg (bellum Perusinum, Krieg um Perusia) zwischen Octavian und dem Konsul L. Antonius

41 v. Chr. – 40 v. Chr.

Im Krieg um Perusia waren bis zu 200.000 Soldaten beteiligt. Lucius Antonius, der Brudes des Triumvirn M. Antonius und Konsul des Jahres 42 v. Chr., versucht Octavians Schwierigkeiten mit der Ansiedlung von Veteranen auszunutzen und dessen Stellung zu schwächen.

Dieses Problem wird als Frage der Landvertreibungen bezeichnet. Um Veteranen, also entlassene Soldaten der vorangegangenen Bürgerkriege anzusiedeln, werden viele alteingesessene Bürger Italiens von ihren Höfen oder städtischen Wohnorten vertrieben.

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Die Offiziere versuchen, einen weiteren Bürgerkrieg zu verhindern, sind damit aber nicht erfolgreich. Octavian gelingt es schließlich, die belagerte Stadt Perusia (heute Perugia) in Umbrien zu erobern. Seine Rache an den Bürgern der Stadt, die sich ihm widersetzt hatten, ist fürchterlich; an den Iden des März 42 v. Chr. habe er, nach einem Bericht des Historikers Sueton, 300 Senatoren der Stadt hinrichten lassen. Diese Grausamkeit blieb vielen Menschen im Imperium lange im Gedächtnis.

Linkempfehlungen:

 

Krieg der Triumvirn gegen Sextus Pompeius

40 v. Chr. – 36 v. Chr.

Sextus Pompeius, Sohn des Caesar-Gegners Cn. Pompius, versucht mit seiner Armee, zum gleichberechtigten Partner der Triumvirn (Octavian, M. Antonius und Lepidus) zu werden. In großangelegten Raubzügen macht er das Mittelmeer unsicher und erringt die Herrschaft über Sizilien. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen bringen weiteres Leid für die Menschen in Süditalien und auf Sizilien; Sextus Pompeius hat aber auch Anhänger unter den Verehrern seines Vaters.

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Im Vertrag von Brundisium (heute Brindisi) im Jahr 40 v. Chr. hatten die Triumvirn Sextus Pompeius noch Zugeständnisse gemacht, aber dieser Vertrag hielt nicht lange, jedenfalls was Sextus Pompeius betraf.
Ab 40 v. Chr. beginnen die Triumvirn, seine Macht zu brechen. In einer Seeschlacht bei Naulochos im August 36 v. Chr. wird Sextus Pompeius schließlich besiegt. Er wird im Jahr 35 v. Chr. hingerichtet.
Ein Ergebnis dieser Auseinandersetzungen ist auch eine Machtverschiebung unter den Triumvirn: M. Antonius verliert die gallischen Provinzen, Lepidus wird von C. Octavius zur Abgabe aller Machtmittel gezwungen.

 

Livia heiratet Octavian, den späteren Kaiser Augustus

Januar 38 v. Chr.

Kaiserin Livia

Livia Drusilla (Lebensdaten: 58 v. Chr. bis 29 n. Chr.) war die dritte Frau des Kaisers Augustus. Sie übernahm mehr als nur Repräsentationsaufgaben, sondern vertrat das römische Reich nach außen. Gerüchte, sie habe ihren Mann vergiftet, sind nicht belegt. Ihr Sohn ↓ Tiberius ↓ wird Kaiser.

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Lektüreempfehlungen:

  • Christiane Kunst: Livia. Macht und Intrigen am Hof des Augustus, Stuttgart 2008 (Rezension)
  • Werner Dahlheim: Augustus. Aufrührer, Herrscher, Heiland. Eine Biographie, München 2010, z. B. S. 228 f. Vgl. die Bibliographie zur römischen Geschichte.

Webressourcen:

 

Bürgerkrieg zwischen Octavian und M. Antonius

32 v. Chr. – 30 v. Chr.

Das im Jahr 43 v. Chr. geschlossene und später in mehreren Verträgen erneuerte Bündnis zwischen Octavian (dem späteren Kaiser Augustus) und M. Antonius zerbricht endgültig mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Octavian und Antonius (Lepidus war bereits 36 v. Chr. dazu gezwungen worden, sich aus der Politik zurückzuziehen).

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Am 1. Januar haben die verbliebenen Triumvirn M. Antonius und Octavian mit dem Ende des Triumvirats keine offizielle amtliche Befugnis mehr in Rom; Antonius hat immerhin noch das prokonsularische Imperium im Osten.

Als Grundlage des neuen Bürgerkrieges zwischen Octavian und Antonius wird in der Geschichtswissenschaft die Propagandaschlacht des Octavian angesehen, der Antonius vorwarf, Rom und Italien einer Königsherrschaft orientalischen Stils zu unterwerfen.

Quelle: Werner Dahlheim: Augustus, München 2010, Kapitel V

 

Seeschlacht von Actium

2. September 31 v. Chr.

In der Seeschlacht von Actium besiegt Octavian (der spätere Kaiser Augustus) die letzten beiden Gegner, die seiner Alleinherrschaft im Wege stehen: M. Antonius und die ägyptische Königin Kleopatra.

Wikipedia über die Seeschlacht von Actium.

 

Selbstmord des M. Antonius

1. August 30 v. Chr.

Nach der verlorenen Seeschlacht von Actium fliehen Kleopatra und M. Antonius nach Alexandria, das von Octavians Truppen 30 v. Chr. erobert wird. M. Antonius begeht am 1. August 30 v. Chr. Selbstmord, Kleopatra wenige Tage später. Octavian hat damit keine Gegner mehr.

Philosophie und Literatur

Sallust beginnt mit der historischen Schriftstellerei

45 v. Chr.

Lebensdaten: 86 v. Chr. – 35 oder 34 v. Chr.

Sallust (C. Sallustius Crispus) ist ein römischer Geschichtsschreiber. Lebensdaten: 86 v. Ch. – 35 oder 34 v. Chr.

Werke:

  • Bellum Catilinae. Über die Verschwörung des Catilina. Textauszüge in der Lateinischen Bibliothek.
  • Bellum Iugurthinum. Sallust stellt hier den Krieg gegen den numidischen König Iugurtha dar (111 – 105 v. Chr.; ↑ bellum Iugurthinum ↑ ).
  • Historiae. Darstellung der römischen Geschichte von 78 – 67 v. Chr.

Linkempfehlung:

Artikel in der Wikipedia

 

Cicero: De finibus bonorum et malorum

Mai 45. v. Chr. – Juni 45 v. Chr.

In einer Zeit, in der er wegen der ← Diktatur Caesars zur politischen Untätigkeit gezwungen ist, verfasst Cicero sein Werk De finibus bonorum et malorum (Über das höchste Gut und das schlimmste Übel). Auszüge in der Lateinischen Bibliothek.

 

Cicero: Tusculanae disputationes

Vor dem März 44 v. Chr.

Wie das im vorigen Eintrag genannte Werk (De finibus bonorum et malorum) schreibt Cicero auch die Tusculanae Disputationes (Gespräche in Tusculum) in der Zeit unfreiwilliger Muße. Auch dieses Werk, wie De finibus in Dialogform geschrieben, ist ethischen Fragestellungen gewidmet. Manche Themen, etwa der angemessene Umgang mit seelischem Leid, würden heute eher von der Psychologie erörtert werden. Textbeispiel beim Lehrerfortbildungsserver.

 

Cicero: De officiis

Oktober 44. v. Chr. – Dezember 44 v. Chr.

Cicero verfasst sein Werk De officiis (Über die Pflichten). Auszüge in der Lateinischen Bibliothek.

 

Vergil tritt als Schriftsteller auf.

40 v. Chr. - 19 v. Chr.

Vergil (P. Vergilius Maro) gilt als eine der wichtigsten Stimmen der römischen Literatur. Er verfasst Hirtengedichte (Bucolica oder Eclogae), ein Lehrgedicht über den Landbau (Georgica) und am Ende seines Lebens das Epos Aeneis, in dem er schildert, wie Aeneas aus dem brennenden Troia flieht und über Karthago nach Italien reist, wo er der Ahnvater der Römer wird.

Vergil soll von Augustus zum Abfassen dieses Epos gedrängt worden sein, das man auch als Nationalepos der Römer bezeichnet.
Ob in einer Sammlung kleinerer Gedichte, der so genannten Appendix Vergiliana, wirklich Gedichte von Vergil enthalten sind, ist zweifelhaft.

Angebote zu Vergil beim Landesbildungsserver:

 

Horaz als Schriftsteller tätig

35 v. Chr. oder 34 v. Chr.

Lebensdaten: 65 v. Chr. – 8 v. Chr.

Im Jahr 35 oder 34 v. Chr. trat Horaz (Q. Horatius Flaccus) mit seinen Satiren an die literarische Öffentlichkeit.

Horaz war der Sohn eines Freigelassenen, also eines ehemaligen Sklaven. Er steht im Bürgerkrieg zuerst auf der Seite der Republikaner, zieht sich dann aber aus der Politik zurück. Er bewegt sich im Kreis des Literaturförderers Maecenas und nahm in seinen Gedichten für Augustus Partei.

Horaz gilt als einer der wichtigsten Dichter der römischen Literatur. Er verfasst ausschließlich Gedichte, allerdings in unterschiedlichen Gattungen:

  • Satiren (Saturae), in Hexametern, herausgegeben nach 35 oder 34 v. Chr.
  • Epoden, 17 politische Gedichte in Iamben, herausgegeben nach 30 v. Chr., also nach der Seeschlacht von Actium.
  • Oden, in 4 Büchern, die ersten 3 Bücher herausgegeben nach 23 v. Chr., das 4. Buch 13 v. Chr. Die Oden stellen nach antikem Verständnis die eigentliche Lyrik dar. Sie sind in einem komplizierten System von Odenmaßen verfasst, die aus der frühen griechischen Lyrik überliefert ist und die Horaz an die lateinische Sprache anpasst.

Die Themen, mit denen Horaz sich in seinen Gedichten befasste, sind Freundschaft, Liebe, bescheidenes Glück und Dankbarkeit für den Frieden, den Augustus hergestellt hatte. In vielen seiner Gedichte (v. a. den Satiren) zeigt er sich als bissiger Gesellschaftskritiker.

Für Augustus verfasst Horaz das carmen saeculare, das Festlied für die Jahrhundertfeier im Jahr 17 v. Chr.

Wikipedia über Horaz

 

 

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Beginn des Principats

Octavian errichtet nach der Niederringung seines letzten Gegners eine Alleinherrschaft, ohne jedoch, wie zuvor Caesar, den Senat gänzlich auszuschalten. Die von Augustus entwickelte Regierungsform hat bis zum Ende der Antike Bestand.
Die Nachfolger des Augustus (Tiberius, Caligula, Claudius und Nero) rechnet man gemeinsam zur julisch-claudischen Dynastie.

Politische Entwicklung

Octavian bekommt vom Senat den Ehrentitel „Augustus“

27 v. Chr.

Nach der Beendigung der Bürgerkriege sucht Octavian eine stabile und im Inneren friedliche Ordnung herzustellen. Er räumt dem Senat gewisse Rechte ein, versucht also nicht, wie sein Adoptivvater Caesar, diesen zur Wirkungslosigkeit zu verdammen. Der Senat verleiht ihm im Januar 27 v. Chr., am Ende einer Reihe von Feierlichkeiten, den Ehrennamen „Augustus“ (Der Erhabene).

Augustus legt zwar formal das Amt des Konsuls nieder, lässt sich aber die tribunicia potestas, die Amtsgewalt des Volkstribunen geben. Zu den Befugnissen des Volkstribuns siehe Die Entstehung der römischen Republik und die Frage der Demokratie.

 

Verbannung von Augustus' Tochter Iulia

2 v. Chr.

Augustus hatte seine Tochter Iulia zu mehreren Ehen gezwungen, mit denen sie seine Nachfolgepläne sichern sollte. Sie beginnt sich zu widersetzen; schließlich lässt der Princeps sie verbannen. Die Nachrichten über die Umstände ihrer Verbannung sind unsicher. In der Forschung wird ihre Verbannung teilweise mit der Verbannung Ovids im Jahr 8 n. Chr. in Verbindung gebracht.

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Alpenfeldzüge des Augustus

25 v. Chr. – 14 v. Chr.

Die propagandistische Selbstdarstellung des Augustus als Friedensfürst verdeckt in der Wahrnehmung oft die Tatsache, dass er auch als Kaiser ein erfolgreicher Feldherr bleibt. Er befiehlt umfangreiche Feldzüge nördlich der Alpen und erobert ein großes Gebiet, die späteren Provinzen Raetia und Vindelicia, die am nördlichen Alpenrand liegen (heutiges Bayern und Baden-Württemberg) sowie im Bodenseeraum. Es geht ihm darum, die Donau als sichere Reichsgrenze zu etablieren. Darum erstreckten sich weitere Feldzüge nach Pannonien, im heutigen Balkan und in Ungarn.

Wikipedia: Augusteische Alpenfeldzüge

 

Drusus und Tiberius erobern das Gebiet der Raeter und der Vindeliker im Alpenvorland und am Bodensee

16 v. Chr. – 15 v. Chr.

Drusus, der Schwiegersohn des Augustus, und Tiberius, Augustus' Stiefsohn und Nachfolger als Kaiser, leiten Kriegszüge im Rahmen der Alpenfeldzüge des Augustus, als deren Ergebnis das Gebiet der Räter (im Voralpenland) und der Vindeliker (im Bodenseeraum) unter römische Herrschaft geraten.

Linkempfehlung:

Imperium Romanum: Imperium Romanum: Raetia

Philosophie und Literatur

Properz tritt als Schriftsteller auf

28 v. Chr. – 15 v. Chr.

Properz (Lebensdaten: 43 v. Chr. bis ca. 15 v. Chr.) verfasst das erste Buch seiner Dichtungen vor dem Jahr 28 v. Chr. Er ist ein Elegiker, d. h. er schreibt ausschließlich Elegien in elegischen Distichen (Hexameter und Pentameter).

Weiterlesen

Wie andere Lyriker seiner Epoche wendtet er sich privaten Themen zu: Im Zentrum seiner Gedichte steht die Beziehung zu einer Frau, die er Cynthia nennt. Das Ansinnen des Augustus, für ihn Gedichte zu schreiben, lehnt er höflich in einer kunstvollen Elegie ab.

Linkempfehlungen:

 

Tibull betritt die literarische Bühne Roms

27 v. Chr. – 19 v. Chr.

Der Dichter Albius Tibullus (ca. 50 v. Chr. bis 19 v. Chr.) gehört zu den Elegikern. Er schreibt ausschließlich Elegien, also Gedichte im elegischen Distichon, das aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht.

Weiterlesen

 

Über Tibulls Leben weiß man wenig. Das hier angenommene Datum (das Jahr 27 v. Chr.) ist deshalb sicher bezeugt, weil Tibull in einer Elegie auf einen Triumph seines Gönners Mesalla (M. Valerius Messala Corvinus) anspielt, der auf das Jahr 27 v. Chr. datiert werden kann. Sicher ist ebenfalls, dass Tibull im gleichen Jahr wie Vergil starb, also im Jahr 19 v. Chr.

Das so genannte Corpus Tibullianum (Gedichtsammlung des Tibull) umfasst außer zwei Büchern mit Gedichten, die sicher von Tibull stammen, ein weiteres mit Gedichten eines gewissen Lygdamus und der ↓ Sulpicia ↓.

Tibull beschreibt im ersten Buch seiner Elegien eine Liebesbeziehung zu einer Frau, die er Delia nennt. Er preist das Landleben und träumt von einem Leben als Bauer, im Gegensatz etwa zu Catull und Properz, die das städtische Leben bevorzugen. Tibull spricht aber auch von einer Liebesbeziehung zu einem jungen Mann namens Marathus.

Bekannt ist sein Friedensgedicht (1, 10). Tibull gehört zu der Generation, die das Ende der Bürgerkriege erlebt; vielleicht hat er auch unter Landenteignungen gelitten, die in der Folge der Bürgerkriege auftraten.

 

Der Historiker T. Livius beginnt sein Historienwerk Ab urbe condita zu veröffentlichen.

um 27 v. Chr.

Der Historiker T. Livius (Lebensdaten: 59 v. Chr. – 17 n. Chr.) hinterlässt ein umfangreiches

Livius

Werk zur römischen Geschichte (Ab urbe condita - von der Gründung der Stadt an), von dem ein erheblicher Teil erhalten ist.


Linkvorschläge:

Abbildung: Skulptur des Livius vor dem Parlament in Wien

 

Gedichte der Sulpicia

25 v. Chr. – 20 v. Chr.

Sulpicia ist die einzige römische Autorin, von der Gedichte überliefert sind. Sie sind im so genannten Corpus Tibullianum enthalten, der ↑ Sammlung der Gedichte Tibulls ↑, die neben den sicher Tibull selbst zugeordneten Büchern 1 und 2 auch das 3. Buch mit Gedichten anderer Autoren umfassen.

Weiterlesen Über Sulpicia gibt es einige Auseinandersetzungen in der Forschung; welche Gedichte von ihr stammen, ist nicht sicher auszumachen.
Ungewöhnlich ist die Perspektive der Elegien der Sulpicia: Ihre Gedichte schildern die Liebesbeziehung zu einem jungen Mann, den sie Cerinthus nennt, aus der Sicht der Frau.
Sulpicia ist die Nichte der Messala (M. Valerius Messala Corvinus), der auch der Förderer Tibulls und anderer Dichter war und der Augustus als Offizier diente und viele öffentliche Ämter bekleidete.

Wikipedia über Sulpicia

 

Ovid tritt als Schriftsteller auf.

15 v. Chr.

Lebensdaten Ovids: 43 v. Chr. bis 17 n. Chr.

Ovid ist einer der römischen Dichter, die heute noch am meisten gelesen werden. Sein Epos Metamorphosen ist eine Folge von Verwandlungsgeschichten, von der Entstehung der Welt bis in Ovids Gegenwart. In Rom wurde Ovid durch Liebesgedichte (Amores, veröffentlicht um 15 v. Chr.) und die Liebeskunst (Ars amatoria) bekannt.

Weiterlesen Aus Gründen, die man heute nicht mehr sicher nachvollziehen kann, erregt er den Ärger des Kaisers Augustus, der ihn im Jahr 8 n. Chr. ans Schwarze Meer verbannt. Von dort schreibt Ovid weiterhin Gedichte (Tristia und Epistulae ex Ponto), mit denen er – vergeblich – seine Rückkehr nach Rom zu erreichen sucht.

Ovid hat Umgang mit ↑ Properz ↑.
↑ Horaz ↑ und ↑ Vergil ↑ kennt er nur vom Sehen.

Weitere Einträge zu Ovid in dieser Geschichtstabelle: ↓ Ovids Metamorphosen ↓ Ovids Verbannung ↓

 

 

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Zeitenwende

 

Politische Entwicklung


 

 

Ehegesetze des Augustus

9 n. Chr.

Als letztes einer Reihe von Gesetzen, mit denen er die Moral der Bürgerschaft heben wollte, ließ Augustus im Jahr 9 n. Chr. die lex Papia Poppaea verabschieden. In diesen Gesetzen (das erste war im Jahr 23 v. Chr. erlassen worden) verbot der Princeps die Ehelosigkeit. Erfolg hatten diese Gesetze nicht.

Lektüreempfehlung: Holger Sonnabend: Die Ehe- und Sittengesetzgebung des Kaisers Augustus, in: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2007.

 

Herrschaft des Tiberius

14 n. Chr. - 37 n. Chr.

Tiberius, Sohn der Livia Drusilla (↑ Livia ↑) ist Kaiser. Er regiert als Nachfolger von Augustus. In seine Herrschaftszeit fällt die fortgesetzte Verbannung Ovids.

Wikipedia über Tiberius

 

Regierungszeit des Kaisers Caligula

37 n. Chr. - 41 n. Chr.

Unter dem Kaiser Caligula (Gaius Caesar Augustus Germanicus) begann sich der Konflikt zwischen dem Senat und dem Kaiser zu verschärfen. Der Wikipedia-Artikel bemüht sich um eine ausgewogene Darstellung dieses als wahnsinnig verschrieenen Kaisers. Lebensdaten: 12 n. Chr. - 41 n. Chr.

 

Regierungszeit des Kaisers Claudius

41 n. Chr. – 54 n. Chr.

Claudius war der Onkel des Kaisers Caligula. Er kommt nach dessen Ermordung eher überraschend an die Macht. Claudius reformiert die Verwaltung und erobert Britannien. In seine Herrschaftszeit fällt die Verbannung des → Philosophen Seneca, der sich postum mit einer Satire auf den Kaiser rächt (Apocolocyntosis, etwa Verkürbissung, Text bei Perseus).

Wikipedia über Claudius

 

Regierungszeit des Kaisers Nero

54 n. Chr. – 68 n. Chr.

Nero (Lucius Domitius Ahenobarbus) war von 54 n. Chr. bis 68 n. Chr. römischer Kaiser. Der Philosoph Seneca war einer seiner Erzieher. Nero wurde in der Zeit seiner Herrschaft immer tyrannischer; er ließ seinen Bruder, seine Frau und seine Mutter ermorden. Im Jahr 65 versuchten Senatoren eine Revolte. Der Philosoph Seneca, den Nero der Teilnahme an dieser Verschwörung bezichtigte, wurde zum Selbstmord gezwungen.

Während Neros Herrschaft begann ein Aufstand in Judäa, den die Römer erst im Jahr 74 n. Chr. niedergeschlagen konnten.

Wikipedia über Nero

 

Brand von Rom – Christenverfolgung durch Nero?

64 n. Chr.

Im Jahr 64 n. Chr. gibt es in Rom einen großen Brand, der dem Kaiser Nero angelastet wurde. Bis heute weiß man nicht, wie dieser Brand entstanden ist. Der Historiker Tacitus berichtet, dass Nero für diesen Brand eine Gruppe namens „Chrestiani“ verantwortlich macht, die er grausam hinrichten lässt (↓ Tacitus ↓, Annales 15, 44, geschrieben um 118 n. Chr.). Tacitus berichtet ferner, dass diese Gruppe sich auf einen Chrestus berief, der unter Pontius Pilatus hingerichtet wurde.

Weiterlesen

In vielen Übersichten zur römischen Geschichte, so auch in der Wikipedia, findet man die Angabe, dass sich aus diesem Text ein Beweis für die erste Christenverfolgung ergibt. Seit vielen Jahrzehnten wird aber in der Forschung die Gegenthese vertreten, dass dies nicht stimmt, d. h. dass es keine Beweise für eine solche Verfolgung unter Nero gibt. Als Argumente werden in einem viel diskutierten Aufsatz von Brent Shaw aus dem Jahr 2015 folgende Punkte angeführt (Quellen in der Bibliographie zur römischen Geschichte):

  • Die Textüberlieferung zeigt eindeutig, dass von Chrestiani und nicht von Christiani die Rede ist.
  • Es ist unwahrscheinlich (und es gibt keine Belege), dass es im Jahr 64 in Rom schon so viele Christen gab, dass diese dem Kaiser und auch der Bevölkerung bereits bekannt gewesen sein können.
  • Tacitus ist der erste Schriftsteller oder Historiker, der von einer Christenverfolgung durch Nero schreibt. Andere, spätere Quellen können auf Tacitus zurückgeführt werden, d. h. sie verlassen sich auf ihn. Tacitus kann daher irrtümlich die zu seiner Zeit (d. h. um das Jahr 118 n. Chr.) bekannten Christen für den Brand verantwortlich gemacht haben.
  • Plinius d. J. schreibt um das Jahr 111 als Statthalter in Bithynien an den Kaiser Trajan und fragt ihn, wie er die Christen behandeln soll. In seinem Schreiben erwähnt er nichts davon, dass die Christen Rom angezündet haben. Wüssten er und der Kaiser davon, dann wäre das sicher ein entscheidender Gesichtspunkt für die Frage, wie man mit dieser neuen Sekte umgehen sollte. Die so genannten Christenbriefe sind im Eintrag zu ↓ Plinius d. J. ↓ verlinkt.
  • Für die Annahme, dass Tacitus doch Recht hat (d. h. dass es unter Nero zu Christenverfolgungen kam), spricht allerdings die Zuverlässigkeit, die man ihm im Allgemeinen attestiert. Tacitus gilt nicht als ein Historiker, der unbewiesene Behauptungen in die Welt setzt. Es ist auch nicht klar, wieso er das tun sollte. Es bleibt aber die Möglichkeit, dass er verschiedene religiöse Gruppen verwechselt hat.
    Letztlich ist es schwer, hier eine Entscheidung zu treffen.

 

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Varusschlacht

9 n. Chr.

Im Jahr 9 n. Chr. erleidet das römische Reich eine seiner schwersten militärischen Niederlagen, als der römische Feldherr P. Qunictilius Varus mit mehreren Legionen in Germanien in einen Hinterhalt gerät. Augustus muss in der Folge darauf verzichten, die Grenzen des Imperiums bis an die Elbe zu verschieben. Vermutlich liegt der Ort der Schlacht, die sich über mehrere Tage hinzog, bei Kalkriese im Osnabrücker Land.

Linkvorschläge:

 

Errichtung der Provinz Raetien

41 n. Chr. - 54 n. Chr.

Unter Kaiser Claudius wird die Provinz Raetien eingerichtet, die sich über einen erheblichen Teil des heutigen Süddeutschland erstreckt. Die Nordgrenze dieser Provinz am Südufer der Donau wird mit Kastellen befestigt.

Weitere Informationen in der Landesgeschichtlichen Übersicht beim Portal Landeskunde.

 

Kaiser Claudius erobert Britannien

43 n. Chr.

Nach einem ersten Versuch C. Iulius Caesars, Britannien zu erobern, unternimmt es Claudius, mit einer Streitmacht von 200.000 Soldaten die Insel zu erobern.

Linkvorschlag: Wikipedia über Claudius' Britannienfeldzug

 

Literatur, Philosophie und Religion

Ovids Metamorphosen

2 n. Chr. – 8 n. Chr.

Zwischen 2 n. Chr. und 8 n. Chr. arbeitet Ovid an dem Werk, das seinen Ruhm in der römischen Literatur am nachhaltigsten begründet: An den Metamorphosen (Verwandlungen), einer Folge von Verwandlungssagen. Ovid verbindet hier die Textsorte bzw. Gattung des Epos mit dem Lehrgedicht und der Kleindichtung. Zur Datierung gibt es einzelne Stimmen in der Forschung, die annehmen, Ovid habe das Werk in der Verbannung abgeschlossen (vgl. Niklas Holzberg: Ovids Metamorphosen, München 2007, S. 11.

Linkempfehlung: Internetadressen zu Ovids Metamorphosen. Zur Verbannung Ovids siehe den folgenden Eintrag.

Ovids Verbannung

8 n. Chr. – 17 n. Chr.

Ovid wird im Jahr 8 n. Chr. aus bis heute nicht genau erschließbaren Gründen von Augustus nach Tomi am Schwarzen Meer (heute Constanta, Rumänien) verbannt. Rechtlich handelt es sich bei dieser Verbannung um eine Relegation, bei der der Verbannte seinen Besitz behält. In der Verbannung schreibt Ovid zwei Bücher mit Elegien: Tristia und Epistulae ex Ponto.

Auch Augustus' Nachfolger Tiberius hebt die Verbannung nicht auf.

Linkempfehlung (Lateinische Bibliothek des Landesbildungsservers): Tristia (Lieder der Trauer) 1, 3 – Lateinischer Text, Übersetzung und Einführung mit ausführlicher Darstellung der Frage von Ovids Exil.

↑ Erster Eintrag zu Ovid: 16 v. Chr. ↑

 

Jesus von Nazareth wird hingerichtet.

30 n. Chr.

Die Lebensdaten von Jesus von Nazareth sind unsicher. Es gibt Hinweise auf ein Geburtsdatum um 4 v. Chr., aber auch ein späteres Geburtsdatum ist möglich. Auch das Jahr seiner Kreuzigung ist nicht sicher; es dürfte um das Jahr 30 n Chr. gewesen sein.

Für die Römer sind Jesus von Nazareth und seine Bewegung anfangs von keiner großen Bedeutung. Es ist unsicher, wann das erste Mal ein römischer Schriftsteller von den Christen spricht (siehe hierzu den Eintrag zum ↓ Brand von Rom, 64 n. Chr. ↓ ). Die römische Provinz Judäa galt als unsicher, so dass es für die römischen Historiker nicht auffällig ist, wenn ein aus ihrer Sicht rebellischer Unruhestifter hingerichtet wird. So sind als wichtigste Zeugnisse für das Leben Jesu die vier Evangelien und andere, auf diese aufbauende christliche Quellen anzusehen, für die Jesus als Sohn Gottes und als Messias eine überragende Bedeutung hatte. Diese können kaum als unabhängige Geschichtsquellen angesehen werden; ihre Absicht ist ja die Verbreitung der Lehre des Religionsgründers.

Weiterlesen

Die Bewegung des Jesus von Nazareth entsteht in einem jüdischen Kontext. Jesus wird in der historischen Forschung teilweise als Wanderprediger, teils als Heiler angesehen. Als wahrscheinlich kann gelten, dass er eine Gruppe von Anhängern um sich schart, denen er von einem kommenden Reich Gottes predigt.

Da er viele Traditionen seiner jüdischen Umgebung infrage stellt, gerät er in Konflikt mit der Priesterschaft. In den Evangelien wird davon berichtet, dass die jüdische Obrigkeit, der Hohe Rat (Synhedrion) den römischen Präfekten Pontius Pilatus dazu drängt, Jesus hinrichten zu lassen. Unsicher ist aber, ob diese jüdischen Institutionen an seiner Verurteilung überhaupt beteiligt sein konnten; die Ansichten in der historischen Forschung gehen hier auseinander. Einige Forscher, wie Ekkehard Stegemann, halten den Prozess gegen Jesus für eine rein römische Angelegenheit, d. h. dass die Beteilung der jüdischen Autoritäten keine Rolle spielt (vgl. Literaturangabe unten).

Das Christentum gewinnt bis ins 4. Jh. immer mehr Anhänger, bis Kaiser Konstantin die Akzeptanz des christlichen Glaubens durchsetzte (Mailänder Vereinbarung, 313 n. Chr.). Bis dahin sind die Christen aber immer wieder Verfolgungen ausgesetzt.

Quellen für diesen Eintrag:

 

 

Seneca verfasst seine philosophischen Schriften

41 n. Chr. – 65 n. Chr.

Seneca ist Politiker, Dramendichter und Philosoph. Lebensdaten: 1 n. Chr. bis 65 n. Chr. Senecas Vater war ebenfalls schriftstellerisch tätig.

Im Jahr 41 wird er aufgrund einer Palastintrige nach Korsika verbannt, wo er seine ersten philosophischen Schriften verfasst: Trostschriften, in denen der Philosoph zugleich seinen Wunsch nach Rückkehr nach Rom begründete.

Seneca-Denkmal in Cordoba


Er ist zunächst der Erzieher des späteren Kaisers Nero und dient diesem während dessen Herrschaft als – modern gesprochen – eine Art Premierminister. Als er merkt, dass Neros Herrschaft immer grausamer wuird, versucht er sich aus der Politik zurückzuziehen. Als Philosoph vertritt er eine moderate (gemäßigte) Form der Stoa (↑ Stoische Philosophie ↑). In der Lateinischen Bibliothek gibt es Auszüge aus seinen Werken. Siehe auch: Internetadressen zu Seneca.

Abbildung: Seneca-Denkmal in seiner Geburtsstadt Cordoba, Spanien

 

Seneca im Exil auf Korsika

41 n. Chr. – 49 n. Chr.

Der Philosoph L. Annaeus Seneca wird von Kaiser Claudius im Jahr 41 n. Chr. nach Korsika verbannt. Claudius' Frau Messalina hatte Seneca einer Affäre bezichtigt. Im Exil verfasst Seneca zwei Trostschriften, eine an seine Mutter Helvia und eine an Polybius, einen Freigelassenen des Kaisers, sowie vermutlich auch die Schrift De ira (Über den Zorn).

Wikipedia über Senecas Trostschriften

 

 

↑ Seitenanfang ↑

 

Flavische Kaiserdynastie (69 – 96 n. Chr.)

Politische Entwicklung und innere Ereignisse in Rom und Italien

Vierkaiserjahr und Machtantritt des Kaisers Vespasian

69 n. Chr.

Nach dem erzwungenen Selbstmord des Kaisers Nero entstehen im römischen Reich Unruhen, die dazu führen, dass vier verschiedene Kaiser um die Oberherrschaft ringen: Galba, Othius, Vitellius und Vespasian. Letzterer setzt sich durch und regiert bis zu seinem Tod im Jahr 79 n. Chr. Vespasian begründet die Herrschaft der Familie der Flavier: Nach Vespasians Tod regieren seine Söhne Titus (von 79 n. Chr. bis 81 n. Chr.) und Domitian (von 81 n. Chr. bis 96 n. Chr.).

Wikipedia über das Vierkaiserjahr

Ausbruch des Vesuvs und Zerstörung von Pompeii und Herculaneum

Oktober 79 n. Chr.

Im Oktober 79 n. Chr. zerstört ein enormer Ausbruchs des Vulkans Vesuv die Städte Pompeii und Herculaneum. Der Schriftsteller Plinius beschreibt den Vesuvausbruch, den er als Augenzeuge miterlebte, in einem Brief an den Historiker Tacitus.

Linkvorschläge:

  • Lektüreeinheit: Plinius, Vesuv-Briefe, bei latein-unterrichten.de (Ulf Jesper, mit Grafiken von Meike Schlemmer)
  • Lektüreeinheit: Plinius, Vesuv-Briefe, beim Lehrerfortbildungsserver
  • Über die Erforschung des Vesuvausbruchs und über die Erkenntnisse, die man aus den Ausgrabungen über die antiken Städte gewonnen hat, informiert ein Dokumentarfilm, der in der Reihe TerraX in der ZDF-Mediathek angesehen werden kann (Dauer: 43 Minuten).
  • Wikipedia über Pompeii

Domitian ist Kaiser

81 n. Chr. – 96 n. Chr.

In seinen Historiae zeichnet der Historiker ↓ Tacitus ↓ ein negatives Bild von Kaiser Domitian. Nach Kaiser Titus' Tod im Jahr 81 kommt sein Bruder Domitian an die Macht. Domitian führt gegen die Chatten Krieg, einen germanischen Stamm. Domitian wird teilweise als sachlich und rational beschrieben, von Tacitus aber als grausam. Er steht in unversöhnlichem Konflikt mit dem Senat und wird schließlich ermordet.

 

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Jüdischer Krieg – Aufstand gegen die römische Herrschaft in Judäa

66 n. Chr. – 70 n. Chr.

Im Jahr 66 n. Chr. beginnt ein Aufstand, der 70 n. Chr. mit der Zerstörung Jerusalems unter Titus und auch der Zerstörung des Tempels beendet wird. Das Zentrum des religiösen Lebens ist damit vernichtet. Ein erheblicher Teil der jüdischen Bevölkerung wird in diesem Krieg getötet, viele Juden wandern aus (Diaspora). An die Eroberung Jerusalems erinnert der Titusbogen auf dem Forum Romanum.

Linkvorschlag: Wikipedia: Jüdischer Krieg.

Weitere Linkvorschläge findet man im Eintrag ↑ Pompeius erobert Jerusalem (63 v. Chr.) ↑ .
Siehe auch: ↓ Aufstand des Bar Kochba ↓

 

Philosophie und Literatur

Die Zeit der Flavier war für die Literatur nicht besonders produktiv; der Historiker ↓ Tacitus ↓ beginnt erst nach dem Tod des letzten Vertreters dieser Kaiserdynastie, Domitian, seine Werke zu verfassen.

Martial tritt als Dichter auf.

um 80 n. Chr.

Martial (Marcus Valerius Martialis, ca. 40 n. Chr. - 104 n. Chr.) schreibt die meisten seiner bekannten Epigramme zur Regierungszeit des Kaisers Domitian.

Lektüreeinheiten zu Martial:

 

↑ Seitenanfang ↑

 

Zeitalter der Adoptivkaiser (98 – 180 n. Chr.)

Nach Domitians Ermordung bestimmt für 84 Jahre nicht mehr die Erbfolge, wie in einer klassischen Monarchie, die Nachfolge eines Kaisers. Vielmehr adoptieren die Kaiser die von ihnen ausgewählten Nachfolger, so dass nach ihrem Tod ein geregelter Übergang gesichert ist. Der erste Kaiser in dieser Reihe ist Nerva, der von 96 bis 98 regiert. Er adoptiert seinen Nachfolger Trajan, einen Senator. Der Konflikt zwischen Kaiserhof und Senat, der in den Jahrzehnten zuvor zu inneren Unruhen geführt hatte, ließ sich auf diese Weise abmildern.

Politische Entwicklung; Ereignisse in Rom und Italien

Trajan ist Kaiser

98 – 117 n. Chr.

Trajan (geb. 53 n. Chr.) gilt als relativ liberaler Kaiser. Überliefert ist sein Briefwechsel mit ↓ Plinius d. J. ↓

Marc Aurel ist Kaiser

161 – 180 n. Chr.

Ähnlich wie vor ihm Cicero und Seneca ist Marc Aurel sowohl Politiker als auch Philosoph; er orientiert sich in seinen in griechischer Sprache verfassten „Selbstbetrachtungen“ (Wikipedia) an der Philosophenschule der ↑ Stoa ↑.

Reiterstatue des Marc Aurel

Bild: Reiterstatue des Marc Aurel. Foto aus: Otto Seeck: Kaiser Augustus (Monographien zur Weltgeschichte XVII), Bielefeld und Leipzig 1902

Er führte Kriege gegen die Markomannen und die Parther und sicherte die Grenzen des Imperiums auch durch persönlichen Einsatz als Feldherr. In die Zeit seiner Herrschaft fiel die nach ihm benannte Antoninische Pest.

Antoninische Pest

165 – 180 n. Chr.

Eine Pandemie suchte das römische Reich und viele angrenzende Gebiete Ende des 2. Jh. n. Chr. heim. Um was für eine Krankeit es sich handelte, ist nicht sicher. Nach den Beschreibungen des Arztes Galen (Galenos von Pergamon, 129 – 216) kann es sich um entweder um die Pocken oder um eine Masernepidemie gehandelt haben. Da diese Pandemie auch das römische Heer angriff, geriet die römische Herrschaft in Gefahr. Kaiser Marc Aurel (der sich selbst Marcus Aurelius Antoninus Augustus nannte, daher der Name dieser Pandemie) versuchte der Gefahr u. a. durch Quarantänemaßnahmen zu begegnen.

Linkempfehlung: „Corona und die Antoninische Pest. Maßnahmen zur Eindämmung einer Epidemie im Römischen Reich“, bei Der Standard, Wien, März 2020; Autor: Stefan Groh.

Siehe auch: Wikipedia.

 

Auseinandersetzungen mit anderen Völkern

Feldzüge des Trajan

Unter Trajans Herrschaft erreicht das römische Reich seine größte Ausdehnung. Er erobert Dakien (etwa das heutige Rumänien) und macht es zur Provinz, schließt Arabia als römische Provinz in das Imperium ein und führt einen Krieg gegen die Parther.

Aufstand des Bar Kochba

132 - 136 n. Chr.

Nach dem Besuch des Kaisers Hadrian in der römischen Provinz Judäa im Jahr 130 n. Chr. wächst der Unmut der jüdischen Bevölkerung in Judäa. Simon bar Kochba (auch Schimon bar Kochiba oder Schimeon ha-Nassi [Simon, Prinz von Israel]) wird zum Anführer eines Aufstandes des jüdischen Volkes, der in einen jahrelangen Guerillakrieges mündet. Der Krieg endet mit einer völligen Niederlage der Aufständischen. Die Verluste an der Bevölkerung gingen vermutlich in die Hunderttausende. Eines der Resultate dieser Niederlage ist die Zerstreuung der Juden in viele Länder des Mittelmeerraums und Europas, die auch als Diaspora bezeichnet wird.

Linkempfehlung: Der Bar-Kochba-Aufstand, Artikel bei Hagalil.com

Weitere Informationen bei der Wikipedia und bei Planet Wissen: Diaspora.

 

Philosophie und Literatur

Tacitus schreibt seine Geschichtswerke


97 – 120 n. Chr.


Tacitus ist ein römischer Geschichtsschreiber. Lebensdaten: ca. 58 n. Chr. –120 n. Chr. In seinen Werken versucht Tacitus die Möglichkeiten der Schriftstellerei unter der Herrschaftsform des Principats zu erfassen. Seine Perspektive ist die des Senats, dem er sich zeitlebens zugehörig fühlt, wobei er aber mit der senatorischen Opposition gegen Nero nicht sympathisiert.

Tacitus

Als Ideal des Historikers stellt er Wahrheitsliebe und Unparteilichkeit heraus; siehe die Vorworte zu den Historiae und den Annales.

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Unter Kaiser Trajan war Tacitus Konsul.

Werke:

  • Agricola (De vita et moribus Iulii Agricolae). Biographie des Feldherrn Agricola, des Schwiegervaters von Tacitus.
  • Germania (De origine et situ Germanorum). Darstellung der Lebensweise und der Geographie der Germanen, die teilweise als unverdorbenes Vorbild gegenüber den Römern herausgestellt werden. Während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur wurde dieses Werk bisweilen zu Propagandazwecken missbraucht.
  • Historiae. Römische Geschichte von 69 n. Chr. bis 96 nach Chr.
  • Annales. Römische Geschichte von 14 n. Chr. (Tod des Augustus) bis 68 n. Chr.

Einige Werke sind nur zum Teil erhalten.

Linkvorschläge:

 

Briefe Plinius d. J.

98 – 116 n. Chr.

Plinius der Jüngere (Gaius Plinius Caecilius Secundus), Onkel und Adoptivsohn des gleichnamigen Naturforschers (Plinius der Ältere), ist Senator, Anwalt und Schriftsteller. Er verfasst Briefe (10 Bücher, von denen das letzte die Korrespondenz mit dem Kaiser Trajan enthält), sowie einen Panegyricus (ein Loblied) auf Kaiser Trajan.

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Die Briefe sind nicht chronologisch angeordnet, sondern nach literarischen Motiven gruppiert. Plinius äußert sich in den Briefen zu gesellschaftlichen, literarischen, moralischen und tagesaktuellen Themen, um seine eigene literarische Kompetenz darzustellen. Die Briefe geben einen guten Einblick in die Lebenswelt und die kulturellen Interessen der römischen Oberschicht am angehenden 2. Jh. n. Chr.

Die Briefe 6, 16 und 6, 20 beschreiben den ↑ Ausbruch des Vesuvs ↑ im Jahr 79 n. Chr., den Plinius als junger Mann miterlebt.

Die Lebensdaten sind nur ungefähr erschließbar: vermutlich 61 oder 62 n. Chr. bis vor 116 n. Chr.

Linkvorschläge:

  • Verzeichnis Internetadressen.
  • Übersetzungstext der so genannten Christenbriefe des Plinius, mit der Antwort des Kaisers Trajan, beim Österreichischen Bildungsserver. Es gibt zwei Fassungen (mit mehr oder weniger Übersetzungshilfen). Um die erste Fassung zu öffnen, muss man auf den Link eduhi.at klicken.

 

Suetons Kaiserbiographien erscheinen

120 – 140 n. Chr.

Sueton (C. Suetonius Tranquillus, 70 n. Chr. – ca. 140 n. Chr.) war ein römischer Historiker und Biograph. Er arbeitet am Hof der Kaiser Trajan und und Hadrian. Von Sueton sind Kaiserbiographien erhalten, die auch heute noch als wertvolle Geschichtsquellen gelten.

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Vermutlich erschienen die ersten Bücher der Kaiserbiographien um das Jahr 120 n. Chr.

Sein Fokus zielt nicht primär auf politisch-historische Darstellung, sondern auf die Schilderung einer Person in all ihren Facetten. So erfahren wir Wertvolles über Gewohnheiten, Sitten, Zeitumstände, Alltag, Religion usw. – Sueton führt mit der Biographie eine hellenistische Gattung fort und entwickelt sie in neuen Dimensionen. Seine Biographien haben eine große Wirkungsgeschichte; sie galten auch im Mittelalter als stilprägend.

Erhaltenes Werk: De vita Caesarum/Kaiserbiographien

 

Quellen

Als Quellen für diese Seite wurden die in der Bibliographie zur römischen Geschichte und Literaturgeschichte aufgeführten Werke verwendet.

 


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Quelle: https://www.schule-bw.de

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