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Sklavenbefreiung im Bürgerkrieg und Emanzipation der Afroamerikaner während der Reconstruction

3. Teilsequenz: Integration der Afroamerikaner

Obwohl die Sklavenbefreiung am Anfang nicht im Mittelpunkt des Konflikts gestanden hatte, wurde sie im Verlauf des Konfliktes wichtiger. Immer mehr geflohene Schwarze kämpften in den Reihen der Union, insgesamt etwa 186.000 Soldaten. Mit der Befreiung der Sklaven konnten auch die Rüstungsindustrie sowie allgemein die Wirtschaftskraft der Südstaaten getroffen werden. Nicht zuletzt setzte im Laufe des Krieges auch der Süden Schwarze als Soldaten ein. Der rechtliche Status der Sklaven blieb anfangs aber noch ungeklärt. Erst in der Emanzipationserklärung von 1862 (ehemalige Sklaven wurden „auf immer frei“ erklärt) und dann im 13. Zusatz (Amendment) zur US-Verfassung von 1865 (Abschaffung der Sklaverei im gesamten Staatsgebiet der USA) wurde eine grundsätzliche Entscheidung zugunsten der Freiheit der ehemaligen Sklaven getroffen.

Die Phase von Wiederaufbau und Wiedereingliederung der Südstaaten von 1865 bis 1877, die so genannte Reconstruction, war auch eine Auseinandersetzung um Emanzipation und Integration der Schwarzen. Nur unter der Bedingung, dass die Südstaaten den 13. Verfassungszusatz anerkannten, wurden diese wieder in die Union aufgenommen.

In der Praxis unterliefen die Südstaaten aber die Emanzipation der schwarzen Bevölkerung. Besonders in Staaten mit schwarzer Majorität wie South Carolina, Mississippi und Louisiana waren ihre Rechtsbeschränkungen durch die so genannten Black Codes sehr strikt und erinnerten zum Teil an den gerade abgeschafften Status der Sklaverei; so wurde zum Beispiel die freie Berufs- und Ortswahl eingeschränkt.

Der 14. Zusatz zur Verfassung, der 1868 ratifiziert wurde, brachte dann eine Gleichbehandlungsklausel sowie das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren in den Bundesstaaten und legte die Grundlagen des Staatsbürgerschaftsrechts.

Der 15. Zusatzartikel von 1870 verbot Beschränkungen bei den Wahlen aufgrund von "Rasse, Hautfarbe oder früherer Knechtschaft".

Als Ergebnis der Reconstruction kann man festhalten: Parallel zu diesen politischen Maßnahmen gab es zwar Versuche, das Los der emanzipierten Sklaven zu verbessern, indem etwa den Freigelassenen ein Stück Land und ein Maulesel zur Verfügung gestellt wurden. Aber letztendlich gelang es den Südstaaten bis zum Abschluss der Reconstruction 1877, durch eine Vielfalt von Gesetzen und den Terror des weißen Geheimbundes Ku-Klux-Klan die Rechte und die Stellung von Afroamerikanern so zu beschneiden, dass sie Bürger zweiter Klasse waren.


Dieser Text basiert auf:
Egon Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei, München 2009


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