Wege in die Moderne (Kursstufe)

Revolution 1848/49 Dampflokomotive der Maschinenfabrik Esslingen um 1850 Karlsruhe, Kaiserstraße mit Straßenbahn und Reichspost-Telegrafengebäude (um 1910)

 

Geographische Orientierung der Module: zur Kartenseite


Industrialisierung und Modernisierung am lokalen Beispiel

Crailsheim Die Industrialisierung in Crailsheim

Anlässlich des Anschlusses nach Bayern wurde in Crailsheim eine Lokomotivrotunde gebaut. Foto von 1908.

Anlässlich des Anschlusses nach Bayern wurde in Crailsheim eine Lokomotivrotunde gebaut. Foto von 1908.

Anhand dieses Moduls für Sek I und II lässt sich die Industrialisierung am Beispiel der Stadtgeschichte Crailsheims untersuchen.

Zentral für die industrielle Entwicklung Crailsheims war der Eisenbahnanschluss im Jahre 1866. Dieser schuf nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern sorgte auch für einen merklichen Aufschwung in Gewerbe und Handel. Die Eisenbahn und ihre Auswirkungen sind daher Gegenstand der ersten Doppelstunde.

Die zweite Doppelstunde widmet sich den gesellschaftlichen Veränderungen (Soziale Frage), die sich durch die Industrialisierung in Crailsheim einstellten.

Tuttlingen Unruhige Zeiten in der Schuhstadt Tuttlingen - August Springer, ein Arbeiter erzählt über Arbeiteralltag und Industrie um 1900

Anzeige aus dem Gränzboten vom 16. März 1900

Anzeige aus dem Gränzboten vom 16. März 1900

Es ist schwierig, Industrialisierung, Arbeiteralltag und Arbeiterbewegung aus der Perspektive der Arbeiter zu beschreiben, da sie kaum schriftliche Quellen hinterlassen haben. Gerade deshalb ist die Autobiografie „Der Andere das bist Du. Lebensgeschichte eines reichen Armen Mannes“ (1954) von August Springer ein äußerst besonderes Zeugnis.
Auszüge aus August Springers Autobiografie stehen im Mittelpunkt der kurzen Unterrichtseinheit. Arbeitsteilig wird ein Interview mit August Springer erarbeitet. Die Lernenden erhalten einen Eindruck vom besonderen Charakter der Arbeiterstadt Tuttlingen, vom Industrialisierungsprozess in der Stadt an der Donau und von den Arbeitsbedingungen in der Schuhindustrie um 1900.
Stuttgart Clara Zetkin (1857 – 1933): Sozialistin und Frauenrechtlerin

Clara Zetkin um 1892

Clara Zetkin um 1892

Die Auseinandersetzung mit Clara Zetkin (1857 – 1933) – hier als Gruppenpuzzle organisiert – bietet einen Längsschnitt durch ihre Zeit, die von zahlreichen Umbrüchen geprägt war. Die biografischen Texte sind durch umfangreiches Zusatzmaterial – zu Vertiefung und Binnendifferenzierung – angereichert (u.a. zu Sozialistengesetz und Exil, bürgerliche vs. proletarische Frauenbewegung, Spaltung der Arbeiterbewegung 1917ff.). Das Unterrichtsmodul knüpft zudem an die in jüngster Zeit vermehrt geführten Diskussionen um Straßenumbenennungen an. Soll Clara Zetkin als Namensgeberin für Straßen fungieren? Das Modul ist in der Sek. II und – in einer reduzierten Form – in der Sek. I einsetzbar.
 Reutlingen Die Arbeitersiedlung Gmindersdorf in Reutlingen als gelungener Beitrag zur Lösung der Sozialen Frage? Eine politische Debatte

Spinnereigebäude Gminder,

Spinnereigebäude Gminder, Ansichtskarte 1905

Die „Arbeiterkolonie Gmindersdorf“ in Reutlingen war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die größte Arbeitersiedlung im Königreich Württemberg.  Dass die Bereitstellung geräumiger und sauberer Wohnungen mit kleinen Nutzgärten, flankiert von Einrichtungen wie Gaststätte, Kinderhort und Altenhof bei den Arbeitern nicht durchweg auf dankbare Begeisterung stieß, verweist auf die patriarchalischen Kontroll- und Disziplinierungsabsichten. Der Interessenkonflikt, der nicht nur zwischen Unternehmer und Arbeitern verlief, sondern auch innerhalb der Arbeiterschaft zu ambivalenten Einschätzungen führte, macht das Thema für einen problemorientierten Unterricht interessant und fördert die Urteilskompetenz der Schüler. Das Unterrichtsmodul trägt die skizzierten Konflikte in Form einer Debatte aus.


Deutsche Nationalstaatsbildung zwischen der Revolution 1848/49 und dem Deutschen Kaiserreich

Freiburg Alltäglicher Militarismus im Kaiserreich – auch in Freiburg!?

Siegesdenkmal vor der Karlskaserne

Siegesdenkmal vor der Karlskaserne

In zwei Doppelstunden wird das Thema `Alltäglicher Militarismus - auch in Freiburg!?´ erarbeitet. Dabei stehen die Themenbereiche Militarismus im Staat, Militarismus in der Gesellschaft und Militarismus in der Erziehung besonders im Fokus der Bearbeitung. Ebenso sind die Analyse von Straßennamen eines im Kaiserreich geplanten und gebauten Stadtviertels, eine Betrachtung der Erinnerungskultur anhand des Siegesdenkmals sowie eine Untersuchung von im Kaiserreich entstandener Kasernen in Freiburg Teil dieses Moduls. 

Offenburg “Wir verlangen [...] Freiheit“ - Vormärz und Revolution 1848 in Offenburg 

Die Offenburger Forderungen vom 12.9.1847

Die Offenburger Forderungen vom 12.9.1847

 „Wir verlangen [...] Freiheit“. Am 12.9.1847 verabschiedete eine Versammlung von Demokraten im Offenburger Salmen 13 Forderungen des Volkes. Diese Forderungen bildeten nicht nur eine programmatische Grundlage für die Revolution 1848, sondern stellten auch den ersten Grundrechtsentwurf der deutschen Demokratiegeschichte dar. Der erste Teil des Moduls bezieht sich auf diese Forderungen.

Im zweiten Teil geht es um die zwei wichtigen Versammlungen in Offenburg während der Revolution 1848, an denen die Schwierigkeiten, aber auch der Politisierungsschub der Jahre 1848/49 verdeutlicht werden können.Die Materialien sind unter Verwendung digitaler Medien in die drei Niveaustufen differenziert und können somit in der Sek.I aller Schularten eingesetzt werden.

Hechingen/ Hohenzollern

Die Revolution von 1848/49 im Fürstentum Hohenzollern-Hechingen

Ansicht von Hechingen und Hohenzollern, 1841

Ansicht von Hechingen und Hohenzollern, 1841

Die Materialien des Moduls ermöglichen eine differenzierte Sicht auf das Revolutionsgeschehen in einem agrarisch geprägten Einzelstaat und zeigen die oft archaisch anmutenden Formen der politischen Auseinandersetzung. Auch wird deutlich, wie schwer sich die liberalen Vertreter des Bürgertums tun, die politische Unreife ihrer bäuerlichen Mitbürger auszugleichen.

Der am Schluss des Moduls behandelte Übergang der hohenzollerischen Fürstentümer an das Königreich Preußen beleuchtet einen im Deutschen Bund einmaligen Vorgang. Die schnelle Akzeptanz der neuen Herrschaft durch die als renitent bekannten hohenzollerischen Einwohner wirft ebenso Fragen auf wie die noch heute bisweilen verklärende Anhänglichkeit vieler Bewohner des Altkreises Hechingen an ihre preußische Geschichte.

 Freiburg Historisches Lernen mit der actionbound-app: Die Revolution von 1848/49 in Freiburg

Grab Karls von Rotteck auf dem Alten Friedhof Freiburg

Grab Karls von Rotteck auf dem Alten Friedhof Freiburg

Das Thema " Die Revolution 1848/49 in Freiburg" wird als Abbild des Wechselspiels der Ereignisse im Deutschen Reich anhand der regionalen Ereignisse in Freiburg dargestellt.

Im Zentrum der ersten Doppelstunde steht mit einem biografischen Zugang die Familie von Rotteck. In ihr bildete sich das politische Spektrum des Liberalismus ab, womit sie auch stellvertretend steht für die Handlungsalternativen, die die Menschen ergreifen konnten bzw. ergriffen.

In der zweiten Doppelstunde werden die Ergebnisse in einem Stadtrundgang mit der actionbound-app in Freiburg vertieft und mit historischen Orten der Innenstadt verbunden.

 Heilbronn Ludwig Pfau - Demokratischer Oppositioneller und kritischer Journalist im Kaiserreich

Mannheim, Kaufhaus Schmoller & Co. am Paradeplatz, Postkarte 1912

Ludwig Pfau (geb. 1821 in Heilbronn, gest. 1894 in Stuttgart) um 1870

Das regionalgeschichtliche Beispiel macht deutlich, dass engagierte Demokraten wie Ludwig Pfau die freiheitlichen Gedanken der Grundrechte weiterverfolgten, die im Dezember 1848 von der Paulskirche verabschiedet worden waren. Ludwig Pfaus Kampf gegen die Unterdrückung eines kritischen Journalismus im Obrigkeitsstaat bismarckscher Prägung rückt ins Bewusstsein, welche Rolle die Demokratiebewegung sowohl in Württemberg als auch im Deutschen Kaiserreich spielte. Die demokratische Opposition im Königreich Württemberg kann als Gegenpol zur monarchischen Ideologie des Kaiserreichs gesehen werden.
Das Modul eignet sich besonders für eine oberstufenemäße, kritische Betrachtung und Bewertung der deutschen Nationalstaatsgründung unter dem Aspekt der Modernisierung. Die Schulung von Fragekompetenz, Methodenkompetenz Textarbeit und Urteilsbildung stehen im Mittelpunkt.


Erscheinungsformen der Hochmoderne: Urbanisierung, Nationalismus, Antisemitismus

Mannheim Die Juden in Mannheim und Umgebung - Antriebskraft und Sündenbock einer Gesellschaft

Mannheim, Kaufhaus Schmoller & Co. am Paradeplatz, Postkarte 1912

Mannheim, Kaufhaus Schmoller & Co. am Paradeplatz, Postkarte 1912

Das vorliegende Modul will anhand von Beispielen den politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Durchbruch der Moderne in Mannheim und Umgebung zeigen: Durch die Eröffnung des Kaufhauses Schmoller & Co, die Beteiligung der Familie Ladenburg an der Gründung der BASF und dem Stiftungsbeitrag von Bernhard Herschel zum Bau eines städtischen Hallenbades verändert sich das Stadtbild Mannheims. Die Juden in Mannheim und Umgebung trugen somit aktiv zur Modernisierung bei.

Im Gegensatz dazu waren die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus der Sündenbock der Gesellschaft. Das vorliegende Modul zeigt anhand von verschiedenen Beispielen die Behandlung der damals lebenden Juden als Verfolgte und Opfer.

Karlsruhe Militarismus, Nationalismus - Pazifismus, Sozialismus - Zwei Wege ins 20. Jahrhundert: Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und Gustav Landauer

Gustav Landauer in den 1980er-Jahren

Gustav Landauer in den 1880er-Jahren

Gustav Landauer und Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, beide 1870 geboren und 1888 Absolventen des Großherzoglichen Gymnasiums in Karlsruhe, sind Spiegelbilder einer sich in verschiedene Richtungen entfaltenden Gesellschaft Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Modul ermöglicht Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II eine differenzierte Annäherung an den Begriff der "Moderne" als Aufbruch in Wirtschaft und Gesellschaft. Mithilfe der Materialien lassen sich zum anderen anhand der beiden Persönlichkeiten gesellschaftliche Vorstellungen zu den Themen „Nationalismus“, „Militarismus“, „Sozialismus“ und „Pazifismus“ herausarbeiten.

 Karlsruhe Die Ambivalenz moderner Lebenswelten um 1900: Beiträge Karlsruher Juden zur Modernisierung ihrer Stadt und konservative Gegenstimmen

 

Das neu erbaute Warenhaus der Geschwister Knopf Foto 1914

Das neu erbaute Warenhaus der Geschwister Knopf
Foto 1914

Das Modul gibt Einblicke in die Modernisierungsprozesse in Karlsruhe um 1900 anhand zeitgenössischer Bilder und Beispiele der Kaufmannsfamilie Knopf, des Fußballpioniers Walther Bensemann und der Abiturientin und Medizinstudentin Rahel Goitein.

Des Weiteren kommen konservative Gegenstimmen zu Wort, um die Ambivalenz der Moderne zu demonstrieren.

Besonders gefördert werden die Methoden-, Reflexions- und Orientierungskompetenz, Berücksichtigung finden auch die Leitperspektiven Bildung für Toleranz und Vielfalt (BTV) und Verbraucherbildung (MB).

Haigerloch, Hechingen, Sigmaringen Jüdische Lebenswelten in Hohenzollern und am Oberen Neckar (1871-1933)

Klassenbild mit Lehrer Samuel Spatz vor der jüdischen Volksschule Rexingen (1928)

Klassenbild mit Lehrer Samuel Spatz vor der jüdischen Volksschule Rexingen (1928)

Den oft stereotypen Vorstellungen vieler Schülerinnen und Schüler über „die Juden“ wird in dem Modul ein differenziertes Bild jüdischen Lebens vor 1933 entgegengestellt.
Am Beispiel zweier jüdischer Gemeinden in Hohenzollern und einer am Oberen Neckar lernen die Schüler unterschiedliche Milieus kennen: ein städtisch-bürgerliches in Hechingen und ein ländlich-kleinbürgerliches in Haigerloch und Rexingen.
Im Zentrum des Moduls stehen einzelne Biografien; daneben wird auf Themenbereiche wie Berufslebenchristlich-jüdisches Zusammenlebensoziale und politische Partizipation eingegangen. Materialien mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus ermöglichen eine Binnendifferenzierung.
 Freiburg Nachhaltigkeit in der Stadtplanung von der Industrialisierung bis heute - ein Längsschnitt

(Das idyllische) Freiburg im Breisgau um 1900

(Das idyllische) Freiburg im Breisgau um 1900

Das Modul betrachtet die "Stadtplanung" am Beispiel Freiburgs im Breisgau im historischen Längsschnitt vom 19Jh. bis heute. Dabei stehen NachhaltigkeitUmweltschutz und Lebensqualität im Vordergrund. Exemplarisch werden folgende Stationen betrachtet: Der Sonderweg der Industrialisierung Freiburgs; die Aspekte der städtischen „Identitätssuche“, des sozialen Wohnungsbaus bzw. der Segregation sowie die Entwicklung spezifischer Stadtteile.
Stuttgart Modernisierungserfahrungen und ihre Bewältigung:
Hochmoderne in Stuttgart um 1900

 


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