Mission oder Assimilation? Christanisierung und fränkische Herrschaftspolitik am Beispiel der Alamannen in Ellwangen

Methodenvorschlag

Vertiefungen und Erweiterungen

Inhalte Material

1. Allgemeine Einführung in das Museum und seine Präsentation am Bild aus der Wallfahrtskirche von Zöbingen: Auffinden eines germanischen Baumsarges mit Drachen/Schlangenprofil 1161
(1. dokumentierte archäologische Entdeckung im Land !)

  • Museum zur Geschichte der Alamannen auf der Ostalb, nicht nur in Ellwangen
  • Alamannen waren die Siedler und Krieger, die nach dem Abzug der Römer auf die Ostalb gezogen sind. Sie sind in gewisser Hinsicht die Vorfahren der von hier stammenden Leute, von ihnen stammt auch der schwäbische Dialekt, der bis heute hier noch gesprochen wird. Wären die Römer geblieben, würden wir heute vielleicht eine Form von Latein sprechen.
  • Alamannenzeit ist damit das Bindeglied zwischen dem Zusammenbruch des Römischen Reiches um 500 und dem fränkischen Reich unter dem Kaiser Karl dem Großen um 800.
  • Man kann hier besonders gut sehen, wie ein Großreich zerfällt, aber auch wie ein neues Reich und auch eine neue Religion entsteht
  • Vorstellung des Bildes aus der Wallfahrtskirche Zöbingen: Was haben die Leute wohl damals gedacht?
  • Totenbaum aus längs gespaltenen und ausgehöhlten Eichenstämmen.

Hinweis auf die doppelköpfige Totenschlange als Teil der germanischen Glaubensvorstellung: sie galt als unheilabwehrend, gefährlich, heilkräftig und stand wegen ihrer jährlichen Häutung wohl für Unsterblichkeit. (Datierung um 600 n. Chr., Dendrochronologie)

10 min

2. Gemeinsamer Gang in den ersten Stock zum rekonstruierten Totenbett von Lauchheim um 704.n. Chr. das den Betten der Lebenden nachempfunden ist, und in einer Grabkammer aus Eichen stand (Mittelhof Grab 27). Obwohl es von Grabräubern teilweise geplündert worden war, blieben wichtige Funde übrig.
Betrachtung der Glasvitrine: Was fällt auf?

  • männlicher Toter (nur im Text)
  • Bett, (vermutlich schon zu Lebzeiten benutzt, Giebel aufgesetzt)
  • Goldblattkreuze

Welche Deutungen sind möglich? (Wohlstand und christlicher Glaube)
Vergleich mit dem noch einfachen, germanischen Holzsarg unten und Entwicklung von Fragen

 
Fragestellung
Warum erreichten die Alamannen einen zunehmenden Wohlstand und wandten sich dem Christentum zu?
 

Erarbeitung in 5 Gruppen mit anschließender Präsentation
1.Gruppe: Landwirtschaft und Handwerk (Erdgeschoss)
Zielsetzung: Lebens- und Arbeitswelt im alamannischen Dorf darstellen.
Materialschwerpunkt: Begehbare Rekonstruktionen der Webhütte (des Grubenhauses), der Holzwerkstatt und des Getreidespeichers sowie die darin und im Raum 'Landwirtschaft' angeordneten Funde.

2. Gruppe: Die soziale Schichtung der alamannischen Gesellschaft (Obergeschoss)
Zielsetzung: Die soziale Stellung der Bestatteten und die Rolle von Mann und Frau aus dem System der A- bis D-Gräber ablesen.
Materialschwerpunkt: Inszenierung Reihengräberfeld - vor allem Waffen, Schmuck und Gürtelgehänge

3. Gruppe: Die Alamannen als Teil des fränkischen Reiches (Obergeschoss)
Zielsetzung: Die Beziehung des alamannischen Herzogtums zum fränkischen Reich am Bsp. der Niederlage von Zülpich und den zwei fränkischen Waffen Ango und Franziska erklären.
Materialschwerpunkt: Vitrinen zur Ango, Franziska und anderen Waffen, Text zur Niederlage von Zülpich

4. Gruppe: Schmiedekunst und Lebenswelt des alamannischen Adels (Dachgeschoss)
Zielsetzung: Die fortschrittliche Technik der Eisengewinnung, Metallverarbeitung (Schmiede) erklären und den Schmuck der Alamannen als Abgrenzungsmerkmal gegenüber anderen sozialen Schichten erkennen.
Materialschwerpunkt: Vitrinen zum Goldring, Schwerter und Grabfunde; Texte

5. Gruppe: Christianisierung und Missionierung (Dachgeschoss)
Zielsetzung: Relativ spätes Einsetzen der Christianisierung und lange synkretistische Übergangsphase erkennen;
Materialschwerpunkt: Abteilung Christianisierung - Goldblattkreuze, Kreuzfibel, Kreuze und Amulette aus Gürtelgehängen, Siegelring.


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 AB 18 

30 min

Präsentation: 5 mal 5 min.

Auswertung des begleitenden Arbeitsblattes und gemeinsame Ergebnissicherung AB 13 10 min

 

Kompetenzzentrum für Geschichtliche Landeskunde im Unterricht