"... vnd von den, so sy besitzen vnd beschirmen solten, hand sy vns geschunden vnd geschaben,... "

Sebastian Lotzer in den Zwölf Artikeln der Bauern


Autor: Joachim Lipp

- Arbeitskreis für Landeskunde/Landesgeschichte RP Karlsruhe -

Sebastian-Lotzer-Denkmal

B 1 Sebastian-Lotzer-Denkmal
von Markus Wolf an der Wintergasse in Horb a. N.
© Joachim Lipp

Kurzbeschreibung der Einheit/des Moduls:

Etwa neunzig Prozent der mittelalterlichen Bevölkerung waren unfreie Bauern. Sie bestellten Äcker und Felder, die sie von ihren Herren zu Lehen hatten. Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung verhielt sich umgekehrt zu ihrem Ansehen und ihrer Möglichkeit an gesellschaftlicher Teilhabe.

Die grundherrschaftliche Agrarverfassung hatte schon im Mittelalter zu einer starken sozialen Differenzierung in den Dörfern geführt. Gegen die Ausweitung feudaler Rechte und die Erhöhung der Abgaben richteten sich seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zahlreiche Bauernaufstände. Die Zwölf Artikel vereinheitlichten und radikalisierten gleichermaßen die vielen lokalen und regionalen Beschwerden, in denen sich die sozio-ökonomische Situation der mittelalterlichen Bauern widerspiegelte.

Das Modul beschäftigt sich mit der Lebenswelt im mittelalterlichen Dorf, dessen herrschaftliche Strukturen am Beispiel der Zwölf Artikel der Bauernschaft erarbeitet werden. Nach der differenzierenden Betrachtung zweier mittelalterlicher Ständemodelle erfolgt die Aufdeckung der dörflichen Herrschaftsstrukturen und deren Auswirkungen auf den Bauernstand anhand der Zwölf Artikel. Es fördert in einer Unterrichtseinheit von zwei Doppelstunden, in denen Arbeitsblätter mit vielfältigen und nach Niveaustufen differenzierten Aufgabenstellungen eingesetzt werden, alle prozessbezogenen Kompetenzen.

  1 Hintergrund
    Zeittafel
    Bedeutung
  2 Methodenvorschlag
    Didaktische Hinweise
    Verlaufsplanung mit Materialien
  3 Materialien und Medien
    Übersicht
  4 Service
    Literatur und Links