„(…) so sollen dieselben (…) auch friedlich und ruhig beieinander leben und wohnen“ - Biberach zwischen Reformation und Parität

Hintergrund

Zeittafel


Stadtansicht Biberachs, Stich von Matthäus Merian von 1643 © Wikimedia Commons

 Um 1521
Die Ideen Luthers und anderer Reformatoren gelangen nach Biberach. Der Rat toleriert nach und nach deren Verbreitung.


1525
Am Bauernkrieg beteiligen sich auch Bewohner der Spitaldörfer.


1530

Nachdem auf dem Reichstag zu Augsburg die Confessio Augustana und die Confessio Tetrapolitana von Karl V. abgelehnt wurden, wird befohlen, das Wormser Edikt von 1521 einzuhalten. Bei einer Befragung der Bürger Biberachs stimmen lediglich 70 Personen für die Annahme des Reichstagsbeschlusses.

1531
Biberach tritt formell dem Schmalkaldischen Bund bei. Nach dem Osterfest wird die Messe abgeschafft, wenige Wochen später auf Anordnung des Rats die Bilder und Altäre aus der Stadtkirche St. Martin entfernt. Die katholischen Patrizier werden aus dem Rat gedrängt, der fortan von den Zünften dominiert wird.

Biberacher Stadtkirche St.Martin

1543/45
Biberacher Abendmahlsstreit: Biberach wendet sich nach Jahren des Lavierens zwischen Zwingli und Luther der lutherischen Lehre zu.

1546/47
Schmalkaldischer Krieg

1548
Das kaiserliche Interim fordert die Wiederaufnahme katholischer Riten: Die Stadtkirche St. Martin erhält die Bildnisse zurück und wird fortan simultan genutzt.

1551
Karl V. zerschlägt in einer Ratsreform die Herrschaft der Zünfte und ersetzt sie durch ein katholisch-patrizisches Regiment.

1552
Fürstenrevolte

1555
Nach letzten Versuchen, den evangelischen Rat wieder zu installieren, bleibt die politische Situation im Sinne Karls V. Im Augsburger Religionsfrieden wird jedoch das Nebeneinander zweier Konfessionen in Biberach reichsrechtlich fixiert.

1584
Kirchenbrand: Nach einem Blitzeinschlag brennt der Turm der Stadtkirche aus. Evangelische und katholische Bürger stiften gleichermaßen für den Wiederaufbau.

1618-1648
Dreißigjähriger Krieg

1648/49
Im Westfälischen Frieden wird die Parität für Biberach, Dinkelsbühl und Ravensburg festgelegt. Die genauere Ausführung der Vertragsregelung erfolgt 1649.

„Katholisches“ Deckenfresko des Chorraums, der den Katholiken vorbehalten blieb.

 

1746/48
Barockisierung der Stadtkirche durch den Münchner Hofmaler Johannes Zick: Sowohl den katholischen als auch den von beiden Konfessionen genutzten Bereichen wird bei der bildlichen Ausgestaltung Rechnung getragen.

1802
Biberach wird badisch: Die paritätische Besetzung der Bürgermeisterstellen wird beibehalten.

1806
Biberach wird dem Königreich Württemberg zugeschlagen.


 


 - Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen