1960er- und 1970er Jahre:
"1968", Wertewandel: alternative Lebensformen
Liberalisierungsprozesse und Emanzipationsbewegungen
Ort/Region |
Kurzbeschreibung |
| Stetten im Remstal | „Wia d´Revoludsjo uffs Dorf komma isch!“ - Die Jugendzentrumsbewegung in Stetten im Remstal (1968-1977) |
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Demonstration Jugendlicher und junger Erwachsener für die Wiedereröffnung des Jugendzentrums in Stetten im Remstal am 13.11.1976 |
Anhand des teilweise dramatischen Kampfes um ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Stetten im Remstal lernen die Schülerinnen und Schüler eine spezifisch ländliche Ausprägung gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse in der Bundesrepublik der 1960er- und 1970er-Jahre kennen. Sie widmen sich der Frage, warum es in den 1970er-Jahren in Stetten zum scharfen gesellschaftlichen Konflikt kam. Die Lernenden analysieren zunächst anhand einer Text-Foto-Collage Darstellungen der damaligen Protagonisten, um sich anschließend durch einen Perspektivwechsel in die Rolle des damaligen zentralen Kontrahenten, des Bürgermeisters, zu versetzen. Abschließend beurteilen sie den „revolutionären Charakter“ der Vorgänge in Stetten und ordnen diese in den historischen Rahmen der Modernisierungsprozesse der westdeutschen Gesellschaft ein. Optional können in einer zweiten Doppelstunde mit zusätzlichem Material Zielsetzungen, programmatische Ausrichtung und Aktionsrepertoire der Jugendzentrumsbewegung sowie gesellschaftliche und politische Reaktionen vertieft analysiert werden. |
| Biberach | Revolte in der Provinz? 1968 in Oberschwaben |
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Flugblatt: Demokratie oder Polizeistaat |
Die Lernenden beschäftigen sich mit der 68er-Bewegung im nördlichen Bodenseeraum und im kleinstädtisch geprägten Oberschwaben. Ausgehend von Flugblättern und weiteren Bildquellen der ‚68er‘ stehen zunächst verschiedene Protestformen und Ziele sowie die Träger der Proteste im Mittelpunkt. Im Anschluss daran setzen sich die Lernenden mit der Frage: „Was bleibt (von 68 heute noch)?“ auseinander. Dazu werden Zeitzeugengespräche gesichtet und Folgen bzw. Spuren der 68er in Oberschwaben gesucht. Zum Schluss wird am Beispiel der 68er-Bewegung die Formulierung eines historischen Sachurteils geübt. |
| Ludwigsburg | Der Baader-Meinhof-Prozess von Stuttgart Stammheim im Staatsarchiv |
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RAF-Logo |
Anhand von Archivdokumenten aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg erschließen Schülerinnen und Schüler Vorgänge und Hintergründe der Entstehung der RAF sowie Geschehnisse der ersten Phase des RAF-Terrorismus, die im Baader-Meinhof-Prozess in der Haftanstalt Stuttgart Stammheim verhandelt wurden. Im Zusammenhang mit dem Prozessverlauf setzen sie sich mit Grundfragen des Rechtsstaates auseinander. |
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Tübingen |
Die Studentenbewegung 1968/69 in Tübingen: „Revolutionärer Kampf“ oder „pseudorevolutionäres Treiben“? |
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Studenten besetzen am 25. Mai 1968 das Tübinger Rathaus und fordern die Genehmigung für den Einsatz eines Lautsprecherwagens bei Demonstrationen. |
Das Unterrichtsmodul für die Sekundarstufe II thematisiert in zwei Doppelstunden die Ereignisse der Tübinger Studentenrevolte in den Jahren um 1968. Im Mittelpunkt des Moduls stehen Flugblätter insbesondere des AStA und des SDS, die in der Flugblattsammlung des Universitätsarchivs Tübingen verwahrt werden. Anhand der Analyse der Flugblätter werden die Lernenden für die Diskrepanz zwischen der Radikalität der Kritik und dem meist eher gemäßigten Vorgehen der Studenten sensibilisiert. Zur Beantwortung der Frage, inwieweit man die Tübinger Revolte um 1968 als „Revolution“ bezeichnen kann, ziehen die Lernenden als Kriterien den revolutionären Anspruch der Wortführer, das konkrete Vorgehen der Studenten und die (teilweise ausbleibenden) Wirkungen der Revolte vor Ort heran. Davon ausgehend kann beurteilt werden, ob „1968“ für Tübingen eine Zäsur darstellte. |
Herausgeber: Landesbildungsserver Baden-Württemberg
Quelle: https://www.schule-bw.de
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